C wie »Geh, bringst ma no Oane!«

Vor einiger Zeit wurde in den sozialen Medien ein Cartoon von Paolo Calleri herumgereicht, der zeigt, wie Jesus das C eines CSU-Wandschriftzugs abgenommen hat und davonträgt. Horst Seehofer fragt Jesus erstaunt: »Jessas! Warum etz aa des?«, worauf dieser mhyrrhisch mürrisch antwortet: »Urheberrechtsverletzung.« Der Cartoon thematisiert ganz offensichtlich die unchristliche Haltung der CSU in Bezug auf die vielen Menschen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen und anderswo Schutz zu suchen.

Dem Cartoon scheint jedoch ein Mißverständnis zugrunde zu liegen: Denn das C in CSU stand nie für C wie christlich, sondern seit je für C wie in FrühsChoppen (also dem Teil des christlichen Lebens, bei dem sich autochthone alte Männer nach der Sonntagsmesse am Wirtshausstammtisch treffen und außerordentliche Gemeinderatssitzungen abhalten). Darauf ist – wo wir schon dabei sind – auch das S zurückzuführen. Um die tatsächliche Bedeutung des Parteinamens (SChoppen-Union) zu verschleiern, wurden die beiden Buchstaben im Parteikürzel kurzerhand vertauscht. Doch die Verschleierung ist damit noch nicht gänzlich erklärt: Im Herrschaftsgebiet der SCU CSU bezeichnet ein Schoppen gemeinhin ein Glas mit einem viertel oder halben Liter Wein. Wer jedoch schonmal in der Nähe eines bayerischen Stammtisches war, weiß: Die Frage ist dort nicht, welches Getränk man trinkt, sondern welches Bier (bei bloßer Duldung von Pils und unter Ausschluß von Kölsch, Alt und jeder Art von »Gwasch«).
»Veval, bis du des Schweinerne fertig hast, geh i no gschwind zum Frühschoppen!« – »Jaja, is scho recht, bis hernach, Gottlieb!«, denkt sich die frisch vermählte Genoveva, macht sich auf den Weg, heim an den Herd (Wamsler), und freut sich. Denn einen Wein mag der Gottlieb überhaupt nicht gern, und dann hat er hernach nicht gar so einen Rausch, wie gestern, vom Bier.