Warnung

Erst wenn auf den Fahrradwegen in den städtischen Parks und Anlagen der letzte Radler unterwegs gewesen sein wird ohne neongelbe Warnweste, ohne Fahrradfunktionskleidung, ohne Helm mit neongelbem Regenüberzug, ohne neonfarbenen Hosenbeinclip mit Reflektor (rechts), ohne regendichte Gepäcktasche (links), ohne Flugzeugscheinwerfer, der direkt in die Augen der Entgegenkommenden gerichtet ist, ohne vor jeder nicht einsehbaren Kurve schrill zu klingeln, um das eigene Fahrradwegbenutzungsrecht aggressiv einzuklagen und ja nicht bremsen zu müssen, und ohne sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 20 km/h fortzubewegen – erst dann werdet ihr merken, daß [Fragment]

Freitag, 9.3.18, E-Werk Erlangen

Tocotronic gehen nach 70 Minuten mit einem charismatisch-erotisch geröhrten «Ciao!» (Duden-Empfehlung: «Tschau!» – ja ciao cacao!) von der Bühne. Zwei Zugabesongs, dann nochmal tschüß, bevor sie einen letzten Song spielen. Anschließend erklingt ein Chanson aus dem letzten Jahrhundert, dessen Titel und Interpretin ich leider nicht kenne (vielleicht ist sie noch nicht tot und ich lerne sie mal wieder erst kennen, nachdem sie gestorben ist).

Ich bleibe stehen und finde die Konzertklammer schön, die dieses Chanson zusammen mit dem klassischen Bombastintro eines Streicherorchesters bildet. Die Reihen Weiterlesen

Zum Schlachter?!

Ihren Hit «Bring Your Daughter to the Slaughter» (1990, UK-Charts Platz 1) nahm die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden übrigens auch in einer österreichischen Version auf: «Bring’ dei Dochta schnö zum Schlochta». Sie verstaubte allerdings, weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit, auf der B-Seite der 7″ bzw. als Track 4 auf der Maxi-CD/auf der Bandmitte der MC.

In Österreich war man anfangs sehr «geschmäächelt» von der Würdigung aus UK, jedoch langte es dann auch dort nicht für Airplay. Denn die österreichischen Sittenwächter waren zu erbost über die Übersetzung des Refrains «Bring your daughter, bring your daughter to the slaughter / Let her go, let her go, let her go», als daß sie einer VÖ in Ö hätten zustimmen können: «Bring’ dei Dochta, bring’ dei Dochta schnö zum Schlochta / Hosd dei Rou, hosd dei Rou, hosd dei Rou!»

Selbst auf Youtube wurde die österreichische Version bereits 1991 wieder gelöscht, dort findet man nur noch die ursprüngliche: [bring your browser to, eh, Youtube]

Twitterpapst

Papst Franziskus hat auf Twitter neun Accounts (je einen für alle 9 Sprachen, alle folgen jeweils nur den anderen Papstaccounts). Weil im Vatikan Latein Amtssprache ist, ist darunter mit @Pontifex_ln natürlich auch ein lateinischer. Dessen bislang erfolgreichster Tweet stammt aus dem Jahr 2016 und lautet: «Quid hic 1 bios est?»

Anmerkung: Ich muß wohl nicht extra vorrechnen, was es bedeutet, daß er ausgerechnet neun Accounts hat, mach’s aber trotzdem:
9 = 3 x 3
3 + 3 = 6
3 x 6 = 666
#QED #wearedoomed

Anmerkung 2: Falls jemand mit Latinum Bock hat, mal wieder ein bißchen was zu übersetzen, die Lateinkenntnisse jedoch nicht mehr optimae sind: der deutschsprachige Account @Pontifex_de bietet zu jedem lateinischen Tweet die deutsche Komplettlösung!

Seemannscover

Könnte ich Schifferklavier spielen, dann würde ich eine Seemanns-Version von Metallicas ‹Master of Puppets› aufnehmen. Singen würde ich dabei z. B. folgendes:

Schau: mein Dreimaster!
-master!
Dreimaster of Puppets
I’m pulling the strings! …

Leider kann ich nicht Schifferklavier spielen.

(Offenlegung: Singen kann ich auch nicht.)

 

Der Neue Mensch

Hymnus ad majorem gloriam hominis novi

Er ist da! Der Neue Mensch, wie ihn ein jedes Zeitalter als Strebensziel der Niederen
Zwischen den Schenkeln hervorpreßt, ist da:
Der regionalbahnfahrende Klappradpendler in flammender Funktionskleidung!
In heroischer Selbstnegation steht er
Neben seinem (kurz vor der Fahrscheinkontrolle)
Eingeschlagenen und
Ineinandergeschobenen
Vehikel aus zusammengeflanschten, neonfarben lackierten Stahlrohren,
Hybrid blickt er durch seine
In zartem, nur drähtchendickem, schwach mattschimmerndem Metall Weiterlesen