Satiremagazine stellen sich vor (1)

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Haha, wie lustig, Eulenspiegel!

Ich: «Entschuldigung, Eulenspiegel, wie hoch ist denn eure Auflage?»
Dr. Mathias Wedel, Eulenspiegel-Chefredakteur: «Geschätzt zwei Millionen. Und Gruß» (*) hehe topkek lel 🤣 i bims der Eulenspiegel-Chef 🤣 immer lustig trotz Doktor weil Satiriker als Beruf, magst noch einen hören dann frag mich noch was! Und seit wann schreiben die Herren Studierend/*_Innen schon vor 10 Uhr Emails 😂 die faulen Nichtsnutze stehen doch immer erst um 17 Uhr auf und gehen dann in die Kneipe um sich Geschlechtskrankheiten zu holen

Martin Sonneborn traf’s mal ziemlich gut, als er den Eulenspiegel als «larmoyantes Witzblatt» bezeichnete. Freche Hundskrüppeln obendrein, möchte ich nach dieser unverschämten, nachgerade saublöden Antwort auf eine kleine, ernstgemeinte Frage hinzufügen. (Bei der Redaktion hatte ich übrigens nur deswegen nachgefragt, weil weder vom Verlag noch vom Vertrieb des Blattes eine Antwort gekommen war.)

Kein Vergleich dazu das Herzblatt Titanic, bekanntermaßen berüchtigt für seine «Menschenverachtung» (viele Leute über viele Titanic-Autor/innen)! Dort fragte ich per Mail beim Titanic-Verlag nach der Anzahl der Hefte, die wegen verbotener Inhalte nicht mehr in der ursprünglichen Gestalt verkauft werden dürfen, sowie nach den nirgends angegebenen Herausgebern, und bekam von Christoph Dittrich eine freundliche Antwort auf beide Fragen.
Und als ich mich kürzlich beklagte, meine Mitbewohner/innen hätten meine Titanic 10/2017 verschlampt (seitdem lege ich gelesene Ausgaben nicht mehr zur Lektüre aus, ha!), und nachfragte, ob sie mir auf Rechnung ein Ersatzexemplar schicken könnten, meinte Boris Kitzov sinngemäß: «Geh weiter, freilich schicken wir eins raus, gleich morgen, bezahlen brauchst Du freilich nix, altes Abonnenten-Haus! Cheers!» (Sie schreibt immer «Cheers!» Zuvor nahm sie mich übrigens erst mal auf den Arm, weil ich nach dem Heft 10/2018 gefragt hatte.) Und zwei Tage nach meiner Mail konnte ich mit dem Heft die Lücke im Ordner schließen.

Satirendichter Juvenal meinte einmal: Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben. Wenn ich mir den aktuellen Eulenspiegel und diese Mail ihres Chefredakteurs anschaue, gilt in diesem Falle: Es ist schwierig, keine Peinlichkeit zu begehen.

* For those who do not know: Titanic-Auflage ca. 100.000, Eulenspiegel (nach älterer Quelle) ca. 110.000