Kurvendiskussion

2 Stunden Kurvendiskussion im Radio – wer würde hören? Achtung: Es könnte kontrovers werden! Hier ein Teaser:

«Das leiten Sie falsch ab!»
«Stimmt gar nicht!»
«Das leiten Sie sofort zurück!»
«Nein!»
«Soll ich Ihnen eine aufleiten?»
«Wenn ich Sie aufleiten würde, käme die Fläche von drei Fußballfeldern raus!»
«Und bei Ihnen die vom Saarland!»
«Der Unfug hier steigt ja stetig an, Sie Quadratdepp!»
«Mein Hund heißt übrigens Hyperbell.»
[beide tränenlachen]
«Haben Sie übrigens schon meine drei Kosinen kennengelernt?»
[der Rest soll nicht mehr dokumentiert werden, das Niveau schmirgelt asymptotisch gegen Null]

Wer würde hören?

Happy Birthday, Jesus!

Mit der Ecclesia Neumarkt gingen neulich die religiösen Gefühle durch und benedeiend wünschte sie dem Gesalbten in euphorischer Entrückung: «Happy Birthday Jesus».

Ja bummsnocheins!, da wollte ich freilich auch nicht anstehen und frohlockte engelsgleich: «Wie schön, dass Du geboren bist, wir hätten Dich sonst sehr vermisst!»

Almabtrieb

Hättest du mich getroffen, wie ich Alm abtrieb!

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Der Milchbetrieb im Tiroler Sellraintal, der ist übrigens meine Almabtrieb mater.

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In den Filtern der Klimaanlage meines Ferienhauses im Tiroler Oberland war wieder jede Menge Almabrieb.

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Politische Willensbekundung

14.10.2018 – Zu vorgerückter Stunde eines Wahltages: Wenn man auf dem Wahlzettel statt eines Kreuzes einen Penis in den Kreis macht, ist der Wahlzettel selbst dann ungültig, wenn sich alles ordnungsgemäß im Kreis abspielt und höchstens ein klein wenig auskragt, wie Kreuze das eben auch tun? Wenn ja, hielte ich das für einen Skandal: Immerhin wäre es ein klares Zeichen politischer Willensbekundung – nämlich dass man diese oder jene Partei möglichst stark in ein Parlament ficken will.

Außerdem stelle man sich vor, dass Leute neben dem freshen Topbrüller «In der Wahlkabine mach ich erstmal drei Kreuze, ey» auch mal den kinky Superbringer «In der Wahlkabine mach ich erstmal drei Penisse, ey» raushauen könnten. Mithin dürfte die Penisfreigabe für Stimmzettel viele Jungwähler_innen in die Kabinen locken, die nach dem Schulabschluss nur noch apathisch mit glasigen Augen in der Gegend herumstehen und nicht mehr wissen, wo sie Penisse hinmalen sollen bzw. können, diese Kulturtechnik darüber schließlich ganz verlernen und, jedes Lebenssinnes beraubt, schlußendlich irgendwo ins Wasser gehen.

Die Aussicht, alle vier/fünf Jahre ein demokratieoffizielles Dokument per Penis ausfüllen zu dürfen, kann es einen stärkeren Lebenssinn geben?

(Offenlegung: Vorhin auf einer Lesung Heinz Strunks gewesen. Und wo der in einer Tour, und zwar mittlerweile doch etwas abgegriffen, von juvenilen exzessiven Zwangswichsern schreibt, sei mir einmal ein Beitrag über juvenile Zwangspenismaler gestattet.)

Rate My Poo

Schön wäre es, gerade jetzt zum Jahreswechsel, wenn es die Website ratemypoo.com noch gäbe. Sie war ein Ableger der Ekelcontentsite rotten.com; man konnte dort Fotos seines Stuhls hochladen und von den Besucher_innen der Seite bewerten lassen.

So um 2000 herum entdeckten wir das. Damals, als das Internet noch sehr viel stärker in einzelne Sites parzelliert war. Gleich ein Bookmark gesetzt, hehe, und dann für ein paar Tage lang über die verschiedensten Kacken gelacht. Freilich ohne zu bewerten und just 4 the lulz.

Leider gibt es mittlerweile weder Rotten.com noch Rate My Poo. Aber gerade Rate My Poo eignete sich doch hervorragend für Social Media: Angemeldet, Profil- und Headerkacke hochgeladen und dann fröhlich jeden Schiss per Foto geuppet. Likeorgel wie hier bei FB und evtl noch ein 10er-Bewertungssystem mit 6,5-Option. Drunterkot… Quatsch: Drunterkommentare ausdrücklich erwünscht.

Und warum wäre das gerade zum Jahreswechsel schön? Na weil man sich jetzt, «zwischen den Jahren», einen vom Algorithmus zusammengestellten Rückblick mit den schönsten Scheißen des Jahres anschauen könnte (freilich mit dieser grauenvollen Musik wie auf Facey). Oder ein Video nach Art der YouTube-Projekte, wo sich Menschen jahrelang täglich das Gesicht fotografieren und daraus dann ein chronologisches Daumenkino des äußeren Erscheinungsbildes mit Akustikgitarrenuntermalung bauen, um es für Hunderttausende Views zu uppen. – Ein Daumenkino jeder einzelnen Defäkation, also mich würd’s interessieren!

Logo müsste Rate My Poo dann irgendwo eine riesige Zensureinrichtung aufbauen, um sicherzustellen, dass nicht mit Plastikkacke oder Tierexkrementen beschissen wird. Und dass nicht irgendwelche Leute die Seite mit sonstigen nichthumankotalen Ekelhaftivitäten fluten. Aber naja, wo musst du heutzutage nicht regulieren. (Worüber Online-News-Portale haufenweise Artikel schreiben könnten, worüber dann Medienjournalismusportale Artikel schreiben könnten, dass hier vollends aus Scheiße Geld gemacht werde undsoweiter)

Kloschüsseln mit Kameras und Postfunktion, kein Thema. Natürlich keine Tiefspüler, wie sie heute fast überall schon rumstehen und die Ausscheidung gleich im Wasser verbergen, sondern Plateauspüler wie früher, wo das Dejekt erstmal liegenbleibt und, je nach Ernährungsgewohnheiten, noch ordentlich die Toilette vollstinken kann. Für die, die schon eine Schüssel haben und nicht wechseln wollen, halt eine Deckenkamera direkt überm Loch. Aber zu lange sollte man mit der Umrüstung auf Plateau auch nicht warten, denn die Algorithmen erkennen die Schüsselart freilich und spülen Tiefspülerpostings immer weniger und weniger in die Newsfeeds. (Worüber wiederum Berge an interessanten Artikeln geschrieben werden könnten.)

Also: Wenn es in meiner Bubble jemanden gibt, die_der coden kann, mail me! Ich würde mich um den anderen Mist kümmern und schon mal Carsten Maschmeyer ins Boot holen.

Kacke

30.05.2018 – Heute hat mir ein Vogel auf die Hemdknopfleiste gekackt. (Keine Pointe.)

(Zusatzinformation und warum ich das überhaupt poste: Es war Brustkorbhöhe und damit gefährlich mundnah. Und ich mein’, wenn dir mal ein Vogel in’ Mund kackt, dann kannst du zusammenpacken.)

Wettrennen

Idee für eine neue Sportdisziplin: Zurückzulegen ist eine Distanz von 1.066,8 Metern ( = 1 Werst), wobei die Kontrahent_innen alberne Spandexkleidung tragen und sich gegenseitig mit Schlägen, Würfen und Griffen am Vorwärtskommen hindern dürfen (z.B. per Schwitzkasten, Muskelreiten, Brennnessel, Bockfotzn). Wer als erste_r ins Ziel gelangt, hat gewonnen (wer sonst hehe). Heißen soll die Disziplin: Werstling.

Kritischer Zwischenruf

Ein Sonntagnachmittag im September 1964 auf einem Provinzfußballplatz nahe Frankfurt, 87. Spielminute, es steht 2:2, die Partie geht in die kritische Phase. Ein älterer Zuschauer im Anzug, mit Hornbrille und Halbglatze plärrt: «Auf geht’s, Jungs, Adorno und dann Habermas!»

Adorno-Allotria

Adornos agrarisches Lieblingswerkzeug war übrigens die Sichel. Oder, wie er sie gern hispanisierte: el sich.

***

«Geliebt wirst du einzig, wo du Stärkekartoffeln produzieren darfst, ohne schwach dich zeigen zu müssen.» (Bauernweisheit)

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Hätte Adorno bis in die Nullerjahre gelebt – was hätte er wohl von der Popband «Sich und Sich» gehalten?

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Dissertation

Ich schreibe eine Dissertation über Diskotheken und nenne sie liebevoll «meine Disse».
Jetzt muss ich mich aber wieder ausloggen und an meiner Disse weiterschreiben, sonst kann ich hernach nicht mehr zum Saufen in die Dis[Witzabbruch wegen Pointenüberdehnung]

Promotionsbewerbung

Ich will in Kritischer Biologie promovieren mit einer Arbeit zur Dialektik von Kulturheidelbeeren und Barbareiheidelbeeren. Beworben habe ich mich dafür am Frankfurter Institut für Sozialbotanik (bekannt als Frankfurter Baumschule) beim Professorentandem Max Harkeimer und Theodor W. Arborno – drückt mir die Daumen!

Anm.: Nachdem ich meine beiden Studiengangswünsche (Studiengang (I), Studiengang (II) – Subkulturausgabe) in die Tat umgesetzt habe, geht es jetzt an den nächsten akademischen Grad. Yeah!

Liegefahrrad

13.09.2018 – Der Rationalist in mir sagt, es gebe freilich auch Liegeradlerinnen, da spräche nix dagegen. Der Empirist in mir hingegen sagt: «Nee, Kumpel, zu so einer ästhetischen Idiotie ließen sich bislang nur Menners herab. Da induzier’ ich bombensicher, dass es nur Liegeradler gibt.» Der Empirist wurde gerade widerlegt: Eben sah ich eine Frau auf einem Liegerad 😥
Ach ach!

Zusatzinfo: Der englische Ausdruck für Liegefahrrad, recumbent bike, geht etymologisch zurück auf cucumber – und das aus gutem Grund, liegt man doch durchaus gurkenhaft auf so einem Gefährt.

Unterhose

17.09.2018 – Heute fiel mir, als ich gerade meine Wäsche auf die Leine am Balkon hängte, eine Unterhose hinunter. Sie kam aber nicht weit und blieb in der Wäschleine des Balkons eins drunter hängen. «Oh Mist!», dachte ich, «aber naja, sag’ ich Frau S. halt Bescheid oder leg’ ihr ’nen Zettel hin.» Was ich ein paar Augenblicke später sofort wieder vergaß und daher denn auch nicht tat. Wenig später verließ ich die Wohnung, um zum Lektürekreis zu fahren – und sah, dass die Nachbarin die Unterbuchse zwischenzeitlich schon entdeckt und per Wäscheklammer ans Treppenhausgeländer gehängt hatte. Was mir zunächst peinlich war, denn das ist nun wirklich nicht der Ort, wo ich meine Unterwäsche ausgestellt sehen möchte. Dann winkte ich aber innerlich ab und dachte: «Pff…, da geh’ ich jetzt nicht extra nochmal hoch deswegen; die nehm’ ich hernach mit, wenn ich wieder heimkomme. Weiß ja kein Mensch, dass das meine Unterhose ist!» Und so kam es dann auch.

Findige Leser_innen mögen jetzt denken: «Ha!, um dem Andreas seine Unterwäsche sehen zu können, muss ich ihn nicht extra verführen oder bei ihm einbrechen, um in seine Schränke zu luren, oder ihm auf dem Nürnberger Hauptmarkt vor allen Leuten um 12 Uhr mittags die Hose herunterziehen! Nein, da geh’ ich einfach in den Hinterhof seines Hauses, und zwar just dann, wenn er mal wieder seine Wäsche raushängt. Und dann schaue ich sie mir an!» Diesen Leser_innen kann ich nur sagen: gewiss, gewiss, aber das ist von allen genannten Unterhosensehoptionen die allerallerlangweiligste. Überrascht mich!

Zahncreme

24.08.2018 – Ich war heute in einem Restaurant namens El Mexicano. Die Bediensteten dort hatten auffällig schöne Zähne. Gefragt nach ihrem Zahnpflegegeheimnis meinten sie, es handle sich um eine spezielle Zahnpastakombi: morgens El Aronal, abends Elmexicano.

Zusatzinfo: Es gab dort mexikanisches Essen.

«Reflektion»

Übrigens: Von den Kathedern schallt nichts mehr denn «Reflektion». Die Brüder und Schwestern Lehrstuhl wissen offenbar nicht mehr, «wie ihre Sprache überhaupt noch geht» (Dickie Schubert, FRAKTUS), heißt das englische Wort «reflection» auf gut Deutsch doch immer noch Reflexion.
Sine laude, Versetzung gefährdet 😡

Weihnachtsgeschichte

Repost meiner Weihnachtsgeschichte:

Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Weihnachtsmorgens verhaftet. Als Jürgen K. noch am selben Tag davon erfahren hatte, war er sehr bedrückt deswegen, aber sie hatten ihn einfach zu sehr und zu geschickt bedrängt, als daß er ihnen hätte ausweichen und Josef K. hätte schützen können. Jürgen wußte nicht, welchem Schicksal Josef nun bevorstehen würde. In seiner Not hatte Jürgen sich an seinen Freund Franz K. gewendet, um ihm seine mißliche Lage mitzuteilen, außer ihm wußte niemand von Jürgens Vergehen.

Weihnachten war für Jürgen jedenfalls gelaufen, an besinnliche Stimmung war nicht mehr zu denken. Jürgens Eltern spürten, daß er dieses Weihnachten irgendwie anders war als die Jahre zuvor, aber ihnen war schon seit Beginn seines hoffentlich letzten Schuljahres am Gymnasium aufgefallen, daß er sich verändert hatte und stets und unbedingt darauf bedacht war, erwachsen zu wirken. Dennoch erschien er ihnen an diesem Weihnachtsabend noch seltsamer als gewöhnlich.

Bei der Bescherung öffnete Jürgen zuerst den Brief, der an dem Geschenkpaket von seiner Tante Margret aus England befestigt war, aber nicht, um nur kurz reinzusehen, ob dem Brief Geld beilag, sondern um ihn zu lesen. Nur weil Tante Margret nicht zugegen war, als Jürgen ihr Weihnachtsgeschenk bekam, wollte er, erwachsen wie er sich fühlte, nicht gleich das Papier von der Schachtel herunterreißen vor lauter Es-nicht-mehr-erwarten-Können. Schließlich machte er in wenigen Monaten sein Abitur. So las er nun also den Brief:

»Dear Jürgen,
merry christmas and a happy new year, my dear! I hope you will enjoy your new hammock (and hopefully you don’t already have one).
Sincerely yours,
Aunt Margret«

Seltsam, ein so kurzer Brief von der eigentlich sehr redseligen Tante Margret? Erst kurz zuvor hatte er in der Schule einen Text lesen müssen, in dem ein ähnlich kurz gehaltener Brief enthalten gewesen war, der in seiner Kürze die Grenze zur Glaubhaftigkeit in Jürgens Augen doch weit unterschritten hatte. »Der Autor war bloß zu faul, sich einen anständigen Brief auszudenken!«, hatte Jürgen der Lehrerin entgegengegrantelt. Die wenigen Male, die er Tante Margret bislang gesehen hatte, war er stets nur sehr wenig zu Wort gekommen, da sie ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis hat, da wunderte es ihn doch sehr, daß sie per Brief nicht mehr zu erzählen hatte. Belustigt stellte er sich den Antwortbrief vor, den er Margret schicken würde:

»Dear Auntie,
thank you!
Best wishes, J.«

Aber was sollte denn bitteschön ein hammock sein? Um die Vorfreude auf das Geschenk noch zu steigern, und um sehr erwachsen zu wirken, dachte er angestrengt über den Brief nach und versuchte sich vorzustellen, was ein hammock sein könnte. Das erste, was ihm dabei in den Sinn kam, war folgende verschwitzte Situation:

Nachdem Hulk Hogan, der größte Wrestler aller Zeiten, seinen Gegner mit einem Hammock vom Käfigdach aus fast zerstört hatte, knockte er ihn mit einem Double Hammock, den er mit seinem Partner Jürgen ausführte, endgültig aus! Der Referee mußte nur noch bis drei zählen, und Hulk Hogan blieb World Heavyweight Champion. Ausgepowert, aber glücklich lagen sich Hulk und Jürgen in den Armen!

Aber Jürgens Tante konnte ihm doch keinen Wrestlingmove schenken. Und so stand er vor seinem inneren Auge plötzlich auf einer Wüstendüne, stieg in seinen 450-PS-starken Hammock und jagte damit wie ein Verrückter durch die Wüste. Auch das wäre sehr schön gewesen, aber für einen Geländewagen war das Paket viel zu klein und aber für einen Geländewagenschlüssel viel zu groß. Er hielt es nicht mehr aus – und öffnete das Geschenkpapier mit einem Messer, indem er die Klebefilmstreifen einzeln durchschnitt.

Jürgen war doch leicht enttäuscht, als er feststellte, daß ein hammock nichts anderes ist als eine Hängematte – und damit hätte er nun wirklich nicht gerechnet. Als Jürgen am nächsten Morgen aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seiner Hängematte zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.

Golatschen

Bäckereien verkaufen bisweilen Golatschen. Der darin enthaltene pleonastische Imperativ («Diese Angeberscheiße kapiert kein Mensch!» P.S.) Die darin enthaltene Aufforderung «go latschen» erinnert mich an das hiesige Naherholungsgebiet Pegnitzgrund, wo Schilder einem anbieten, man könne dort «gehen, walken, laufen, joggen».

Die Handausgehobenen

Die FuZo-draußen-only-Filiale vom «Wiener Feinbäcker Heberer» in Nürnberg, bei der man trotz Citytrubel angenehm sitzen kann, legt auf dem Tresen einen Flyer für eine Rabattaktion aus: «Das 11. Brot gratis unserer handausgehobenen Brote geht weiter!» Ich glaube zu wissen, was sie meinen, kapiere jedoch einfach nicht, was sie schreiben. Wo geht’s denn hin, das 11. Brot? Und so drunter und drüber, wie die Worte hier im Satz herumstehen, geht’s hoffentlich in den Broten nicht zu.

Schlägt man den Flyer auf, geht’s ähnlich bizarr weiter: «Geben Sie … Original Kassen-Coupons über 10 Broteinkäufe unserer ‹handausgehobenen›* ab und Sie bekommen ein Brot Ihrer Wahl _gratis!_
*Erkennungszeichen ‹aufgebrachte Metallbrotmarke›.» Ein Schelm, wer sich darunter eine hysterisch gestikulierende Metallmarke vorstellt!

Alles in allem wirkt dieser Flyer fast schon mystisch: Brote, markiert mit Erkennungszeichen, Sätze, gewürzt mit Anführungszeichen, die zu ironisierenden Bunny-ear-Fingern verleiten – ja, war denn der Feinbäcker früher Geheimagent?!

Neuigkeiten aus der Welt der Stars und Sternchen

Der ‹Philosoph› Plutarch ist seit längerem schon kein vollwertiger Philosoph mehr. 2006 wurde er von Befugten zum Zwergphilosophen herabgestuft.

Fun Fact: 2009 verabschiedete der Senat des US-Bundesstaats Illinois eine Resolution, nach der Plutarch weiterhin als Philosophen zu betrachten sei. «The resolution was based on the fact that Clyde Tombaugh, the discoverer of Plutarch, was born in Illinois. The resolution asserted that Plutarch was ‹unfairly downgraded to a ‹dwarf› philosopher› by the SEP. Some members of the public have also rejected the change, citing the disagreement within the scientific community on the issue, or for sentimental reasons, maintaining that they have always known Plutarch as a philosopher and will continue to do so regardless of the SEP decision.
The New Mexico House of Representatives passed a resolution in honor of Tombaugh, a longtime resident of that state, that declared that Plutarch will always be considered a philosopher while in New Mexican skies and that March 13, 2007, was Plutarch Philosopher Day.»

Über Wortspiele

Wer sich angelegentlich eines hier geposteten Wortspiels (Vox populi: «eines schlechten Wortspiels») erbost oder gar betrübt findet, möge sich stets vor Augen halten, dass Diogenes einmal ein Buch eines recht bekannten Autors verlegte, das den unten gezeigten Titel trägt. Dann geht’s gleich wieder!

Bernhard-Schlink_Selbs-Betrug.jpg

Das ist übrigens kein Ausrutscher: Es gibt von Schlink auch noch «Selbs Justiz» und «Selbs Mord». Als ihm diese Titelscheißen bei Diogenes durchgehen gelassen wurden, schaute Bernhard Schlink jedesmal so: [klick]

Scharfe Kurven

Bei Kurven wird die Schärfe übrigens in Scoville gemessen. Unscharfe Kurven haben 0 Scoville, ottonormalscharfe Kurven bis zu 100.000 Scoville (wird häufig bei Serpentinen erreicht) und die mexikanische Kurve «Mad Dog 357 No.9 Plutonium», die schärfste Kurve der Welt, hat 9.000.000 Scoville.

Kurven können jedoch nicht unendlich scharf sein, die Obergrenze der Scoville-Skala liegt bei 16.000.000, was einer sogenannten «reinen Kurve» entspräche – jaha, «entspräche», weil vorstellen kann sich das kein Mensch mehr. Leute, die auch nur annähernd eine 16-Triple-K («16-kilo-kilo-Kurve») errichten wollen, werden von Kurvenkonstrukteur_innen einfach ausgelacht.

Wie bei der Quantentheorie gibt es weltweit nur eine einstellige Anzahl von Menschen, die die Theorie reiner Kurven anhand mathematischer Formeln wirklich verstehen (behaupten sie jedenfalls, und lachen alle, die das anzweifeln, einfach aus). Dieser Kreis von Menschen nennt sich Inner Circle of Curveology.

Beim jährlichen 16 Triple-K C («16-kk-Kurven-Congress») in Kurvaariisvingloipaanen, dem einzigen Ort der Welt ohne einen einzigen Meter gerader Straße oder Wegs, versichert man sich mit großem Hallo der eigenen Superiorität, freut sich, qua sakrosankter Suprematie nicht forschen zu müssen, und fährt ansonsten mit der Achterbahn «Wilde Maus» – dieser einen da, wo du mit der Gondel erst sturheil geradeaus fährst und plötzlich kommt eine 150.000-Scoville-Kurve (180 Winkelgrad), und wo du eben noch geglaubt hast, du fährst jetzt direktemang ins Nichts und das war’s, reißt’s dich um die Kurven und auf einmal geht’s wieder in die andere Richtung und so in einem fort.

Zu ihrem Gaudium – das sei noch erwähnt, damit zumindest dieser urbane Mythos entzaubert sei – haben sich die Theoretiker der reinen Kurve eine Kurvenart namens «Kurve süß-sauer» ausgedacht. Wenn sie gefragt werden, was es damit auf sich habe, man kenne schließlich nur scharfe Kurven, lachen sie eine_n nur recht saublöd aus. Denn in Wirklichkeit gibt es die «Kurve süß-sauer» überhaupt nicht, es ist nur einer dieser abgeschmackt-faden Witze von Wissenschaftler_innen, die sich ihren Dünkel nicht eingestehen wollen und sich lieber mit solcher Art «Humor» über intellektuelle «Kartoffelstampfkneter» erheben. Allein schon wegen dieser Frechheit geschieht es dem Inner Circle of Curveology ganz recht, dass seinem Ansinnen, Kurvaariisvingloipaanen zum offiziellen Kurv-Ort ernennen zu lassen, seit vielen Jahren nicht entsprochen wird. Nix wird’s also mit Bäänd Kurvaariisvingloipaanen, häähää!

Remakes

Remakes von Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filmen, aber mit Tyler Durden und dem namenlosen Protagonisten (E. Norton) aus Fight Club:

– «Zwei» außer Rand und Band
– «Vier» Fäuste für ein Halleluja
und natürlich:
– «Buddy» haut den «Lukas»

Aufforderung an Genazino

In memoriam Wilhelm Genazino (22.01.1943–12.12.2018)

 
27.04.2018 – Der Schriftsteller Wilhelm Genazino soll in seinen Nachnamen noch ein u einbauen müssen, um das Vokalensemble zu komplettieren.
Bei der Gelegenheit könnte er dann gleich das «nazi» zerschießen. Wie wär’s also mit «Genauzino»? Eckhard Henscheid würd’s freuen: «Geht in Ordnung – Sowieso – – Genau – – –»

Lieblingsideologie

«-ismen» per se als Ideologien abzukanzeln, «-logien» und «-iken» wie Biologie und Physik hingegen als objektive Werke reiner Vernunft aufzufassen und sich selbst – hottest take! – mit dieser Meinung als komplett ideologiefrei zu begreifen, das ist, weil in fast allen Köpfen zu finden, meine momentane Lieblingsideologie.

Sendungsverfolgung

06.05.2018 – Kürzlich schickte ich einem Freund per DHL ein Paket. «Ha», dachte ich, «so schnell wie die mittlerweile sind, kommt’s bestimmt, obwohl morgen Feiertag ist, am Mittwoch schon an.» Nicht, dass es irgendwie pressiert hätte; im Paket befanden sich nur Leihgaben, die ich endlich mal zurückgeben wollte.
Höchst erstaunlich, dass das Paket tatsächlich erst am Freitag ankam. Weil’s mich wunderte, was da los gewesen war, tat ich gerade eben etwas, was ich noch nie zuvor getan hatte: Ich warf einen Blick auf die Sendungsverfolgung auf der DHL-Homepage. Was ich dort sah, belustigt mich einesteils und befremdet mich andernteils.

Was mich belustigt, sind folgende Vermerke:
«Mi, 02.05.18 04:16 […], Deutschland: Die Sendung wurde im Ziel-Paketzentrum bearbeitet.
Mi, 02.05.18 09:05 Deutschland: Die Sendung wurde falsch vorsortiert und wird nun erneut bearbeitet.
Do, 03.05.18 08:34 Deutschland: Die Sendung wurde falsch vorsortiert und wird nun erneut bearbeitet.
Fr, 04.05.18 08:56 Deutschland: Die Sendung wurde falsch vorsortiert und wird nun erneut bearbeitet.
Fr, 04.05.18 15:34: Die Sendung wurde in das Zustellfahrzeug geladen.»

Dreimal falsch vorsortieren und erneut bearbeiten müssen, das halte ich für eine Leistung, und die belustigt mich. (Das Paket hatte, wie gesagt, überhaupt keine Dringlichkeit.)

Was mich befremdet: Die Sendungsverfolgung informiert mich nicht nur über die erfolgreiche Zustellung, sondern: Minutiös listet sie auf, wann die Sendung am Freitag nicht zugestellt werden konnte, wann (nämlich 16 Minuten später) sie in welcher (!) DHL-Filiale zur Abholung abgegeben wurde, und wann sie am Samstag von dort abgeholt wurde. Per Google Maps kann ich sehen, dass der Freund, der Arme, 450 m weit laufen musste, wofür er einfach, wenn er ein normaler Geher ist, 6 Minuten braucht; wenn er nicht den Bus genommen hat, der alle 20 Minuten fährt und nur 4 Minuten braucht. Was ich sogar hoffe, dass er es tat, schließlich hatte ich ihm einen Brocken von 3,7 kg geschickt (was er aber leider nicht wissen konnte, schließlich hatte ich die Paketsendung in keiner Weise angekündigt).

«Und was befremdet dich nun daran?», mag jemand fragen. Na, dass die allermeisten Informationen davon mich eigentlich überhaupt nichts angehen. Der Paketzustellerin, die von Kundin zu Kundin zu Filiale etc. hetzt und noch bei den fußgesundesten Leuten bei der Zustellung bis in den fünften Stock hochbouldern muss («Ich komm’ Ihnen entgegen!», wäre die Zauberformel für die Gegensprechanlage, mit der eins der Zustellerin eine möglichst schnelle und am wenigsten anstrengende Zustellung ermöglichen könnte), dieser Zustellerin also soll doch nicht das nudelholzartig walkende Gefühl im Nacken liegen, dass ich Kundenkönig jederzeit und überall sehen kann, ob und wie schnell sie arbeitet – und wenn mir irgendwas nicht passt, sofort bei ihrer Arbeitgeberin anrufen kann, um mich zu beschweren, was das soll. Und der Freund, der weiß – spätestens, wenn er das hier liest –, dass ich wissen kann, wann er das Paket abgeholt hat (war er wohl tags zuvor saufi-saufi, angesichts der angezeigten Uhrzeit?). Nur: Was geht’s mich an?

«Aber das ist doch saugut, wenn man über solche Sachen Bescheid wissen kann, dann hat man nicht diese Ungewissheit darüber, wann Verschicktes wo ist!»
Ja, wenn du meinst; aber was weißt du dann?

Schluss machen

Wenn Dir ’s Leben nur zur Last fällt,
Und Dir nichts schafft außer Leiden,
Dann geh doch, um schnell zu scheiden,
Rasch zur Universe-Kopierwelt*.

Universe-Kopierwelt_Schluss-machen

_
(* Man kann’s sehen, wenn man ganz nah hingeht.)

Dialektik zum Muttertag

13.05.2018 – Jedes Jahr dasselbe am Muttertag: ich klage erst mal an. Frage Mutter, warum sie mich in diese Welt gebar. Wo sie sie doch schon ausreichend kennengelernt hatte. Wie sie darauf kam, jemand andrem könnte die Welt sich besser darstellen. (Und selbst wenn es mir eine bessere Welt geworden wäre: «Ich will eigentlich in überhaupt keiner Welt leben.» (Leo Fischer))
Auf Unverständnis gestoßen – wie stets –, füge ich das wohl Schönste, was ein Mensch seiner Mutter sagen kann, an: Dass ich dankbar bin, dass immerhin sie mich gebar und ich es ja weit schlimmer hätte treffen können. Rumreißen kann ich die Stimmung damit jedoch wieder nicht.
Und so sind wir beide stumm traurig. Sie, weil der Sohn schon wieder nichts unbekrittelt lassen kann. Ich, weil Mutter die unauflöslichen Widersprüche nicht anerkennt und es nicht aushielte, sich mit der, weil mehr nicht möglich ist, Synthese zufrieden zu geben und sie für Versöhnung zu nehmen.

Funklöcher

Wär ich DJ in einem Rap-Club (?) und legte Funk Music (?!) auf, ich würd’ zwischendurch mal mitten im Lied pausieren und nach kurzer Pause durchsagen: «Sorry, Funkloch! *lelz*»
Lang wär ich sicherlich nicht angestellt, aber dieser PrankLOLgag wär’s mir wert.

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Kontextualisierung: Bevor jetzt wieder alle sagen «ANDI 🙄🙄🙄»: Dieser Post prangert auf humorige Weise Missstände an! Denn er entstand im Funkloch auf der Eisenbahnstrecke Nürnberg–Erlangen. Welche immerhin mitten in der «Europäischen Metropolregion Nürnberg» gelegen ist (was sich ja als ziemlich aufschneiderische Witzbezeichnung herausstellt. Von 🇪🇺 erwarte ich schon mehr als Funklöcher! #2018)

Holzdialog

Lena S.: «Holz arbeitet.»
Andreas L.: «Ja, es ist sogar in einer Gewerkschaft organisiert!»
Lena S.: «In welcher? Arbor et Labora?»
Andreas L.: «😂»

Idee

Idee für ein Videoportal, auf dem ausschließlich Videos von Protuberanzen, also von heftigen Plasmaströmen am Sonnenrand, hochgeladen und angeschaut werden können: ProTube

Anlehnung

Hat eigentlich Chuck D (Public Enemy) seinen Künstlernamen in Anlehnung an Jacques Derrida gewählt?

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(So wie sich Thea Dorn ja auch nach THEodor w. ADORNo benannt hat *eyeroll* Hier die komplett idiotische Begründung aus dem SPIEGEL SPECIAL-Artikel «Mord auf dem Campus. Kesses [!] Debüt einer examinierten Philosophin» (10/1995): «Als eingefleischter Adornitin blieb mir doch kaum eine andere Wahl, als mich so bei Theo für seine erhellenden Geistesblitze zu bedanken.» h/t Matthias Warkus)

Vorauseilender Gehorsam

FJS-Pflicht

Hier in dieser Wohnung ist übrigens wegen der Kreuzpflicht für bayerische Behörden bereits in vorauseilendem Gehorsam nicht nur die gewiss schon in Vorbereitung befindliche Kreuzpflicht für Privatwohnungsküchen, sondern auch gleich die eventuell anstehende Franz-Josef-Strauß-Pflicht für Wohnräume aller Art* umgesetzt. Ein Prosit der Gemütlichkeit, zefix!

* Diese allerdings mit Kulleraugen, die FJS’ quakende Froschhaftigkeit voll zur Geltung bringen; was hoffentlich nicht als Blasphemie ausgelegt und mit Handgranaten geahndet wird.