Steckt euch alle an!

Werbekampagne der DAK, Nov./Dez. 2018

»Gelacht wird darüber, daß es nichts zu lachen gibt. … Das versöhnte Lachen ertönt als Echo des Entronnenseins aus der Macht, das schlechte bewältigt die Furcht, indem es zu den Instanzen überläuft, die zu fürchten sind. Es ist das Echo der Macht als unentrinnbarer. Fun ist ein Stahlbad. Die Gesundheitsindustrie verordnet es unablässig.« (Horkheimer/Adorno: Dialektik der Aufklärung, GS 3, S. 162)

Kurz notiert (24)

Ich will Kachelmann heißen und dann einen Sohn bekommen wo ich Hector Pascal nenne

***

Der beste ägyptische Hohepriester des Re von Heliopolis ist imho übrigens Imhotep (bzw. imao)

***

Jeden Abend vor dem Fernseher genehmigt er sich genau einen Funfact. Er nennt das sein persönliches Funfact-Konfekt.

***

SÜẞES SONST GIBT’S BASISCHES!
(Halloween bei Heilpraktikers)

***

Östrogen, aber als Eier des Öst-Fischs

***

Kritische Neckereien

Was antwortete Max Horkheimer, wenn man ihn mit »Mach’s gut!« verabschiedete? »Mach’s Horkheimer!«

Adorno, freilich vom Frankfurter-Schulrektor nicht sich unterbuttern lassend und nie um eine zusätzliche dialektische Wendung verlegen, pflegte daraufhin jovial feixend zu antworten: »Gut, Horkheimer, Paulaner!«

»Ein Sauhund, der Teddy!«, dachte Horkheimer in den Entstehungstagen der Dialektik der Aufklärung danach oft, »da juble ich jetzt, wenn er nicht herschaut, einen Widerspruch in die Dialektik der Aufklärung rein, den nicht einmal er bemerkt bzw. kapiert respektive eventuell noch zur bestimmten Negation emporretten kann hehe.«

Ob’s ihm gelungen ist, das bleibt sein Geheimnis, ebenso wie ob’s ihm Adorno nicht womöglich wissentlich hatte durchgehen lassen.

If I Were King

Ich regiere mit Brot und Aufstrich alle sind herzlich eingeladen an meine Tafel lasst’s euch schmecken und trinken bitte sehr und gehabt’s euch wohl aber Vorsicht wer disharmonisch aufrührt treib’ ich mit einem Aufstreich ins Meersalz (lieb gemeint)

Jeder Böhmer …

»Jeder Böhme, so ein Sprichwort, ist ein Musikant, und wenn das auf jemanden zutrifft, dann auf Antonín Dvořák«, so die BR-Klassik-Moderatorin.

Liebe BR-Klassik-Moderatorin,
(1) wie soll das gehen, dass dieses Allgemeinsprichwort auf jemand Einzelnen im besonderen zutrifft? Entweder sind in Böhmen alle Musikant_innen, dann auch Dvořák, oder halt nicht, und dann auch nicht Dvořák.
(2) Dvořák war ja wohl kein Musikant. LG

Allein sein

Im Kaffeehaus sitzen Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen, wird Alfred Polgar gerne zitiert. Mit Facebook verhält es sich ebenso, möge es von mir einstmals überliefert werden.

Freilich, damit erzähle natürlich nichts Neues oder gar Schuppen-von-den-Augen-Abschuppendes. Aber so in dieser Form fände ich das schon ganz hübsch:

»Auf Facebook sind Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen.« (Der Große Diesbezügliche)

Kurz notiert (21)

»So you’re from… Stoke-upon-Trent? Nice to meet you, I’m from Sättigungs bei Lage!«

***

VHS-Kurs »Schlagobers spenden mit Schlagbohrgeräusch – auch Du kannst es schaffen«

***

Ich adoptiere einen belgischen Flamingo und nenne ihn Flam-Ingo

***

Den Stoff meiner selbstgemachten Holzfällerhemden säge ich immer mit der Kleidungsstihl zurecht.

***

Schon wenn man ihr nur ein bisschen die Majuskel durcheinanderbringt, schaut die Elite ganz schön deppert aus: eLite

***

MezzoMix

Falls sich jmd wundert, warum MezzoMix momntn so hell ist: bei der aktu Charge hat der MixMitarbeiter den Hebel zu früh auf FANTA umglegt. Soll nimmer vorkommen hat er gesagt und CocaColaCompany dann so schon gut und sie verkaufen es jetzt trotzdo so weil jamei diesmal ist es halt ~so~

Skatologie

Scatman John, in den 90ern bekannt geworden mit den Eurodance-Hits »Scatman (ski-ba-bop-ba-dop-bop)« und »Scatman’s World«, verpasste leider die Gelegenheit, eine Platte namens »Scatology« zu veröffentlichen, obwohl das wirklich sehr lustig gewesen wäre. Schade!

_____
RIP Scatman John übrigens. Man möge sich seinen Wikipediaartikel durchlesen, den finde ich wirklich traurig. Scatman John, zeitlebens Stotterer, redete in einem Interview zu Peak-Erfolg-Zeiten einmal so flüssig, dass der Interviewer sich erdreistete zu fragen, ob die Stotterei nur ein Marketinggadget sei. Unerhört!

Kurz notiert (20)

In Österreich hat die Internet-Security-Firma Avast einen mächtigen Konkurrenten: Geheast

***

Übrigens: Der katholische Prämonstratenser-Orden hat einen eigenen Instant Messenger für Smartphone/PC. Er heißt Prämonstratensenger (sehr unglücklich gewählt, sagen die Analysten) und ist downloadbar im Orden-eigenen Appt Store.

***

Jedes Jahr zum Oktoberfest gibt’s exklusiv in München die Pizza Fünf Jahreszeiten (am Italienerwochenende: Cinque Stagioni). Jahreszeit fünf ist belegt mit halbem Hähnchen, Hopfen, Malz und Kotze.

***

*besucht ein Softkillseminar und seine Opfer danken es ihm*

***

»Findest du das nicht ein wenig zu süß?«, fragte sie, aber ich zuckerte nur leicht mit der Schulter

***

Kurz notiert (19)

Zu Weihnachten kam der neue Film von Gaspar Noël: »Santa the Void«!

***

Werner D’Inka ins D’Schungelc’amp

***

Keep ya finger$ x-ed 4 me, pleaz€:
Ich arbeite hustle in einer Rapwerbeagentur und wir haben morgen einen wichtigen Piatch!

***

Mein Schal ist auch nicht mehr frisch, er sieht schon ganz bier aus.

***

*fährt mit überfüllten Gesichtszügen zur Arbeit*

Kleine Mülltonne (2)

Kleine Mülltonne
Du stehst ja immer noch da
Obwohl heute ein Werktag ist
Eben fuhr sogar ein Polizeiwagen
Einfach an dir vorbei
Achtlos
Und stand dann sogar an der Ampel herum

Kleine Mülltonne
Wer hat dich da hingestellt
Wer hat dich dort ausgesetzt

Kleine Mülltonne
Bald bedeckt dich der Schnee vollständig
Und hüllt dich wohlig ein
5 cm sollen’s werden heute
Außen weißer Schnee und innen weißes Bindemittel
Getrennt nur durch eine dünne Schicht schwarzes Plastik
Aber keine Sorge
Morgen taut alles wieder weg
Hat es geheißen

Kleine Mülltonne
Wer hat dich da hingestellt
Wer hat dich dort ausgesetzt

Kleine Mülltonne

Kleine Mülltonne
Wer hat dich da hingestellt
Wer hat dich dort ausgesetzt

Kleine Mülltonne
Wie magst du denn heißen
Tönnlein
Tönnchen
Oder doch
Ganz adriatisch:
Tonnino

Kleine Mülltonne
Wer hat dich da hingestellt
Wer hat dich dort ausgesetzt

Kleine Mülltonne
Wo sind deine Eltern
Hinten im Hof
Bestimmt
Oder

Kleine Mülltonne
Wer hat dich da hingestellt
Wer hat dich dort ausgesetzt

Kleine Mülltonne
Was darf man in dich reinschmeißen
Bloß Celebrations-Papierl
Oder
Und Milch-Brocken-Papierl
Und Haribo mini
Und noch so Konfekt-Einwickelpapier wo sich nur Reiche leisten können
Wahrscheinlich

Kleine Mülltonne
Wer hat dich da hingestellt
Wer hat dich dort ausgesetzt

Kleine Mülltonne
Wem gehörst du denn
Bist du einem Mäderl geschenkt worden
Zur Puppenküche aus Plastik dazu
Und zum Spielzeug-Staubsauger
Und zu den anderen Sachen
Damit du auch seine greisligen Bilder aufnimmst zum Beispiel
Und sinnlos abgeschnittene Papierfetzen auch

Kleine Mülltonne
Wer hat dich da hingestellt
Wer hat dich dort ausgesetzt

Kleine Mülltonne
Bist du gar nicht
Wonach du ausschaust
Sondern
Ein Bindemittelgefäß (!)
Aber warum
Schaust du dann aus wie eine Mülltonne wo noch ganz jung ist erst
Und wie fühlst du dich
Dass du trotz Bindemittelinhalt
Ausschaust
Wie
Eine
Mülltonne

Kleine Mülltonne
Wer hat dich da hingestellt
Wer hat dich dort ausgesetzt
Hoffentlich kommst du
In bestimmungsgemäße Obhut

___
(Ich hab jetzt nicht reingeschaut, hoffe aber, da ist nix drin, was in den nächsten Tagen dann in allen Zeitungen steht.)

Zurichtung

Weihnachtsgeschenk

»… gegen all das uns Auferlegte, gegen das, was die Welt aus uns gemacht hat und noch in unendlich viel weiterem Maß aus uns machen will. Etwas anderes als die Reflexion darauf bleibt uns nicht, und der Versuch, von vornherein im Bewußtsein seiner objektiven Ohnmacht dagegen anzugehen; …« Adorno: Probleme der Moralphilosophie (1963), Frankfurt a.M. 1996, S.249.

Duschgel World

Die Wochenzeitung »Jungle World« ging bekanntlich aus einem politischen Streik eines Großteils der Redaktion der Tageszeitung »junge Welt« hervor, ihr Name ist unverkennbar an diese angelehnt. Ihre allwöchentliche Magazinbeilage treibt die Verdschunglung der »jungen« weiter und heißt bekanntermaßen »Dschungel«.

Wenn es nun einmal dazu kommen sollte, dass bei der »Jungle World« gestreikt wird und daraus eine neue Zeitung hervorght, so schlage ich als Namen für die Magazinbeilage dieser neuen Zeitung vor: »Duschgel«. De rien!

Topaktueller Postkartenständer

Warum topaktuell? Im Januar klagte ein 25jähriger Jurastudent, weil er sich von Frauenparkplätzen, die auf einem öffentlichen Parkplatz in der oberbayerischen Stadt Eichstätt ausgewiesen waren, diskriminiert (!) fühlte. Er bekam teilweise recht, das Gericht schlug vor, die Parkplatzbeschilderung dergestalt zu ändern, dass ersichtlich werde, es handle sich bei der Reservierung für Frauen nur um eine Empfehlung.

Notabene: Die schiere Existenz dieser sexistischen Kackkarte zeigt den Stand der Gleichstellung von Frau und Mann schon mit dem hervortretenden hässlichen Putz unter der bemalten Fassade an.

Keine halben Sachen, bitte!

Leute, die ihr bei manuellen U-Bahntüren nur eine der beiden Türhälften öffnet – eure Strafe im Fegefeuer sei eine ewige U-Bahnfahrt, ohne Ausstieg, ohne Endstation, es möge dabei immer morgendlicher Werktagsverkehr herrschen, alle Sitzplätze sollen belegt sein, die Stehplätze auch und euer Kopf möge angeschmiegt werden von Schultern, Oberarme sollen euch einklemmen links und rechts und vorne und hinten, Hutkrempen mögen in einer Tour euer Gesicht streicheln und Pelzkrägen ebenso, Hunde eure Hände ablecken, sämtliche Handschlaufen mögen vollgeniest sein mit gelbem und grünem und meinetwegen auch weißlichem Lungenauswurf, Heuschrecken sollen durchs Abteil schwärmen, Frösche eure Hosenbeine hochschleimen, Mücken und Fliegen in eurem nassgeschwitzten Kragen sitzen, Stroh soll herumliegen und ihr euch fragen warum, an jeder Haltestelle mögen Abgase ins Abteil schwallen (und zwar durch vollständig geöffnete Türen!), der Schaffner möge fortwährend unverständliche Durchsagen machen, die verstanden zu haben ihr bestätigen müsst, nach jeder Station sollt ihr kontrolliert und wegen Schwarzfahrens zur Strafkasse geschickt werden, Harn- und Stuhldrang möge euch plagen bis kurz vorm Zerreißen und jede Haltstelle soll aus nichts als Toiletten bestehen (dumm nur, dass ihr ja nie aussteigen könnt), in Erbrochenem von Wochenendnachtfahrgästen sollt ihr stehen bis zu den Knöcheln, der Schweiß soll nicht nur die Fenster beschlagen, sondern auch von der Decke tropfen, der U-Bahnfahrer soll in die U-Bahnhöfe bremsruckeln, dass es euch fast auskommt, der Fahrgast neben euch möge Elektro hören, als sei Samstagnacht im Club, in den Kreißsaal sollt ihr dringend müssen und auf eine Beerdigung, zu einer Prüfung wie zur Konkursverhinderung eurer Firma, der Blinddarm möge euch plagen in der Größe vom Schoße bis zum Halse, die rettenden Insulinspritzen für eure Diabetes mögen in den U-Bahnhöfen bereitstehen (dumm nur, dass ihr ja nicht aussteigen könnt), euer Vater möge euch vom vorderen Abteilende aus beäugen und eure Mutter vom hinteren, die Lampen sollen flackern und [Fragment]