Beobachtungen aus der Fitte

In den Fitnessvideos auf den Entertainment Screens bei McFIT werden weibliche Brüste auf dieselbe Art und Weise ins Bild genommen wie bei »Star Trek:TNG«-Folgen zu Lebzeiten Gene Roddenberrys.

(Beliebtes »Stilmittel«, Quatsch: sehr häufig eingesetzter lüsterner Male-gaze-Quatsch in den ersten paar TNG-Staffeln: Schnitt, Kamerafahrt über Brüste, eigentliche Szene. Auch »gerne genommen«: Gesicht-und-Ausschnitt-Aufnahmen von Deanna Troi a.k.a. Marina Sirtis.)

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Neulich übte in einem solchen Video ein Bodybuilder alleine in einer alten leerstehenden Industriehalle. An den Wänden vereinzelt Graffiti. Häufig zu sehen an der Rückwand: der Schriftzug »ACAB«. – Ich meine, Low carb schön und gut, aber ist »All carbs are bastards« nicht ein unangebrachter Generalverdacht?

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aktu Playlist:

aufm Rudergerät Heino Jaeger, »Lebensberatungspraxis Dr. Jaeger«, »Alkoholprobleme in Dänemark«, »Wie sieht’s bei euch aus«
Heinz Strunk, »Trittschall im Kriechkeller«

aufm Crosstrainer The Prodigy, »The Fat of the Land«
Justice, »Audio, Video, Disco«
Pygmalion, »Supersymmetry« (instrumentaler Prog Metal, Anspieltipp)

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Die Entertainment Screens laufen noch mit Windows 7. Kürzlich hängte sich einer auf und man konnte anschließend der Hochfahrroutine zuschauen.

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Kurz notiert (30)

Der morgendliche Zwang zum Heißgetränk

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*schreibt einen Roman aus der Ichthyosaurier-Perspektive*

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*gründet eine Landwirts-Band für Austrohpop*

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Kreuzwort, Rattle and Roll

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Die Firma Heinz ist seit einiger Zeit bipolar. Es gibt jetzt Ketchups-and-downs

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Alumnus/-a

Leute mit nachweislichen Lateinkenntnissen, die nach was weiß ich für einem Abschluss sagen »Ich bin eine Alumni/ein Alumni von da und dort«, sollten sofort wieder in der Grundschule anfangen müssen, aber nicht über Los gehen und keine 4000 Mark einziehen dürfen. Und dann werden vier Jahre später wieder Vokabeln und Deklinationen gepaukt. Weil so geht’s ja nun auch wieder nicht, zefix!

Anmerkung: Es wurde moniert, dieses Wort solle auch richtig dekliniert nicht verwendet werden. D’accord!

Wendebettwäsche

»Wendebettwäsche« bedeutet übrigens nicht, wie bei »Wendejacken«, dass man sie sowohl normal als auch inside-out verwenden kann, sondern dass unten und oben verschiedene Motive sind. Wie sehr kann man Verbraucher täuschen wollen⁉️😡😡😡

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Es hat auch nichts mit D ’89 zu tun lolilol 😂😂🤣🤣🤣

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Jetzt Produktbedürfnis: Wendebettwäsche mit oben David Hasselhoff und unten Klaus Meine (Scorpions, pfeifend)

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2nd Edition dann evtl Politik-Edition mit oben H. Kohl und unten dem »nach meiner Kenntnis… ist das, sofort unverzüglich«-Mann

Kurz notiert (29)

Umstritten: Polarforscher massiv in der Kritik wegen Glacial Profiling

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Sie also auch: Beth Dito

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Filmidee: The Therapist & The Rapist
(dt. Verleihtitel: Der Rapeut – Im Abgrund des Raben)

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Gaseous Glay die fränkische Furzfaust

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»Meine Heizung leckt, könnten Sie das bitte reparieren?«
»Kein Problem, wird erledicht!«
Ja, so isser, unser Handwerksmeister Portmanteau!

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+++ heute & morgen +++ heute & morgen +++ heute & morgen +++


Metropolregion-Nürnberger*innen, heute und morgen: ROY – Literarisches bei Schnaps im Edel Extra, Nürnberg-Gostenhof!

Morgen u.a. mit mir (18.40 Uhr) – ich kleide mich dafür in nichts als eine Rosshaardecke, creme mich mit Pferdebalsam ein, frisiere mich wie Ross aus Friends (allerdings vorne mit Pony), esse zur Vorbereitung ein paar Gläser und Dosen des schmackhaften Supermarktsortiments von Hengstenberg und lese eine Auswahl meiner pferdigsten Texte vor.

Nicht erwünscht: Alexander Gauland »& friends«.

Die übrigen Auswärtigen können ruhig auch herfahren, Nürnberg ist ja mit Autobahnen, Fernverkehrsschienen und sogar einem Albrecht Dürer Airport gut angebunden an ganz Deutschland und die Welt.

Ich freu mich, euch zu sehen und sag schonmal Prost und gut Trab!

Dolph Lundgren

Bis 1945 hieß Kult-Actionstar Dolph Lundgren übrigens Adolph Hitler. Weil er sich wegen seines berühmten Namensvetterns nach dem Krieg eine Filmkarriere hätte abschminken können, kürzte er seinen Namen kurzerhand zu Dolph Lundgren ab. Hahaha, Quatsch! In Wirklichkeit hieß er ursprünglich Dolphin Lindgren und alle seine »Freunde« riefen ihn nur »Gikk-gikk-gikk-gikk Langstrumpf«. Irgendwann reichte es ihm, er wollte allen aufs Maul geben können, ging in die Fitte, um sich zur Kampfmaschine zu stählen, und wurde bereits beim ersten Versuch, seine Peiniger*innen von früher zu Knochen und Klumpatsch zu hauen, von Filmbossen entdeckt und direkt von der Straße weg in in die ersten Actionfilmproduktionen gezerrt. Seinen »depperten Namen« (die Filmbosse) änderten sie noch auf dem Weg dorthin in Dolph Lundgren – nicht jedoch, ohne ihn vorher nochmal mords auszulachen und aufzuziehen, u.a. mit Delfinscharade. Was allerdings ordentlich aufs Maul gab für alle, weswegen es auch das letzte Mal bleiben sollte. So bekamen am Ende alle, was sie gewollt hatten! (Ja, einer der Filmbosse war Masochist, er bekam sogar doppelt; aber das sagte er niemandem, denn er fürchtete der anderen Neid und sogar ihren Argwohn, weil sie ihn dann gewiss für eine zwielichtige »perverse Sau« gehalten hätten.)

Kurz notiert (28)

Superfood-artiges Superwort: Lebertransport

Da steckt echt alles drin, was Dein Körper braucht: Lebertran, Transport, Sport u.v.m.!

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Arschbacken, aber wie einen Kuchen

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Ein Komponisten-Freund von mir macht Intervallfasten, er verzichtet auf Interv[Fragm]

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Mein Licht is ganz heiß an der Birn scheise i glaub es hat Lampmfieber

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text + kritik + klößchen + gaby

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Ich mag nicht mehr.

So, das war’s, ich schreibe ab jetzt nix mehr. Kein Wort. Können mich alle mal kreuzweise am Arsch, ehrlich.

Warum? Vor einiger Zeit wünschte ich in einem kleinen Text allen Leuten, die bei manuellen U-Bahn-Türen nur eine der beiden Türhälften öffnen, Höllenstrafen an den Hals. Für mehr Reichweite als hier auf meinem Blog sagte ich ihn sogar im vergangenen November in der Lokalradiosendung »Eisenbart und Meisendraht« durch (siehe hier).

Und was passiert? Spätestens, allerspätestens seit der Radiosendung öffnen nicht mehr nur manche, sondern ausnahmslos A L L E nur eine der Türhälften. Und das ist entweder Absicht oder Strafe Gottes, weil es freilich hybrid ist, hier auf Erden Höllenstrafen zu verteilen. Flammen sollen ihre feisten Händchen und Fußsohlen bezüngeln bis in alle Ewigkeit! Ich aber schweige fortan.

Bone chillin’ Gruselgeschichte zur Nacht

29.01.2019. Heute bat ich jemanden um eine kleine Hilfe, und weil ich nicht einfach »Hilfst du mir bitte?« schreiben wollte, bat ich um »HALP!« Was, wie ich ergänzte, in einer Simpsons-Episode gestrandete Kinder als Hilferuf für Flieger in den Sand am Strand schreiben und, wie ich ferner anmerkte, in der deutschen Synchronfassung merkwürdigerweise als »Hilpe!« vorgelesen würde. Jedenfalls müsse ich – wie ich bei STOP-Schildern wegen eines lustigen Internetbildchens eines Straßenbaufails grundsätzlich »Sotp« denke – beim Ausdruck »Hilfe« immer »Halp« oder »Hilpe« denken. (»Wie umständlich kann man um eine kleine Hilfe bitten?«)

Der um Hilfe Gebetene erinnerte sich dieser Episode; sowie auch derjenigen, in der Homer Simpson Jesus um Hilfe rufen will, aber »Rette mich, Jebus!« plärrt. Beziehungsweise, wie der Gebetene meinte, dass es in der deutschen Fassung aus unerfindlichen Gründen heiße: »… Jemus«.

Jetzt, freilich, Jebus oder Jemus, hin oder her, mir schoss jedenfalls ein Text durch den Kopf, den ich mal zum Themenkomplex Homer Simpson und Jebus geschrieben hatte, und ich beschied ihm den Link.

Und jetzt – leckt mich am Arsch, ey! – kommt’s: Geh’ ich hernach ins Facebook rein, zeigt es mir eine Memory für einen Beitrag von vor genau einem Jahr an, und um welchen handelt sich’s? (Naja, das riecht jetzt jede*r zehn Meter gegen den Wind…) DEN HOMER SIMPSON JEBUS TEXT !!

Eine gute Nachricht und eine schlechte

Die schlechte Nachricht zuerst: An dem angefragten Termin kann ich leider nicht.

Die gute Nachricht: Kürzlich erreichte mich aus heiterem Himmel die Einladung einer monatlich stattfindenen Lesebühne, bei ihr aufzutreten. Man sei auf Empfehlung hin auf meinem Blog gewesen, habe für gut befunden, was man dort gelesen gehabt habe, und fände meine Sachen ganz passend fürs eigene Programm.

Nach dem Festival »ROY – Literarisches bei Schnaps« (22./23.3., Edel Extra, Nürnberg-Gostenhof) wäre das das zweite Mal, dass ich meine Sachen vorlese.

Offenlegung: Ohne den zarten Hauch des Zuspruchs hier und auf FB würde ich nicht in einer Tour was schreiben und hätte diesen mittlerweile drei Jahre alten, anfangs lange dahinplätschernden Blog nicht auf bis dato 399 Beiträge gefickt. Bei irgendwelchen Dankesreden oder sonstigen Gelegenheiten werde ich dich erficken erwähnen, Internet-Bubble!

Viellipp der Multimünder

Viellipp der Multimünder
Stopft sich euch
In seine Schlünder

Aber

Gleich unzerkauten Felsen
Spreizt ihr euch
In seinen Hälsen

Doch

Trotz Bissen und trotz Schlägen
Schlingt er euch
In seine Mägen

Nach

Verdauung noch und nöcher
Scheißt er euch
Durch seine Löcher

Kurz notiert (27)

Agrippaler Infekt, der Feldherr unter den Erkältungskrankheiten

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Gehschlitz, aber als Ortsname

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FAKT: Das Süßgebäck »Jaffa Cake« heißt unter Israelis »Tel Aviv Cake«.

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triff uns wie wir slacklinen auf sackleinen

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in der Scheiße siezen (das auch noch⁉)

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Ich schaue in den Nachthimmel mit meinem Schlagstockteleskop.

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»Ich bereue nicht«

nordbayern.de über den 1. FC Nürnberg (aktuell letzter Tabellenplatz, die letzten 18 von 25 Spielen keines gewonnen, müsste ab jetzt ungefähr jedes der kommenden neun Spiele gewinnen; steigt heuer zu praktisch 💯% wieder ab): »Trotz der nächsten Pleite: Der Club gibt nicht auf«.

Screenshot nordbayern.de, 11.03.2019

Lustig wär’s immerhin, wenn der Verein vermeldete: »So, Freunde, das wird heuer nix mehr. Wir geben auf! Die drei Punkte der verbleibenden Spiele bekommt einfach gleich immer der Gegner. Wir zocken bis zur Sommerpause ›FIFA 19‹ und schauen, ob wir da was reißen können bzw. wer der Beste von uns ist. Die BuLi-Entwicklung verfolgen wir entspannt bei Bier und Schafkopf im Fernseh auf Sky. Im Sommer bereiten wir uns dann auf die kommende Zweitligasaison vor. Dort drunten heißen wir dann übrigens bis zum nächsten Wiederaufstieg 2. FC Nürnberg hehe.«

Aber wo sollten die Leute dann ihr Geld bei einem sicheren Absteiger zum Fenster rausschmeißen hintragen? Wo sich mit Leichtbier einen ansaufen? Wo sollten die Ultras ihre Schlägereien austragen und gleißend helle Schmuggelware anzünden? Wie einsam, unbehelligt, gar unbelästigt sollen sich die unbeteiligten ÖPNV-Gäste vorkommen, wenn eigentlich Heimspiel wäre?

Nein, nein, es ist schon besser so, dass der Club »bei allem Frust weit davon entfernt [ist], bereits die weiße Fahne zu hissen« (nordbayern.de, ebd.).

PS: Im Frühjahr 2014 wurde anlässlich der »Aufholjagd« vom Tabellenkeller eine Fan-Kampagne unter dem Titel »Ich bereue diese Liebe nicht« gestartet. Zu erreichen war sie unter der URL http://www.ich-bereue-nicht.de sowie auf der offiziellen Seite des 1. FC Nürnberg unter http://www.fcn.de/ich-bereue-nicht (siehe hier). Welch unselige Abkürzung! Warum? Rudolf Hess in seinem Schlusswort beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess: »Ich bereue nichts!« Aber so viel Geschichtsbewusstsein, von diesem keineswegs unbekannten Hess-Ausspruch schon mal gehört zu haben, kannst du ja von niemandem verlangen. Immerhin: Beide URLs sind mittlerweile nicht mehr aufrufbar.
(Notabene: Gegen den Slogan »Ich bereue diese Liebe nicht« ist kaum was einzuwenden. Freilich: Als ob es an Liebe etwas zu bereuen gäbe; man sucht sie sich ja nicht aus. Aber die Verkürzung auf »ich-bereue-nicht« finde ich unsäglich.)

Jens Mander

Kürzlich wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich noch einen Account beim Streaming-Anbieter »last.fm« hatte. Seit ich ihn eingerichtet hatte, nutzte ich ihn jedoch so gut wie gar nicht. Weswegen ich ihn denn bei der neuerlichen Erinnerung daran auch löschte.

Was ich immer lustig fand: meinen last.fm-Nick, JensMander1. (Finde ich auch heute noch lustig tbh)

Wie der zustande kam und warum ich den lustig finde? Nun: »Jens Mander«, das war einmal der »Beispielname«, den die Windows-Installationsroutine anzeigte, wenn man aufgefordert wurde, einen Benutzernamen einzugeben. »Wtf«, dachte ich damals, »haben die Angst, dass Installierende ihren Namen nicht wissen könnten?! Und wie in Herrgottsnamen kommen die auf diesen sagenhaft unscheinbaren, ja wirklich nach ~nichts~ klingenden Namen ›Jens Mander‹?!?!«

Kurz notiert (26)

Ungesund, aber als Merengue, Quatsch: Meerenge zwischen Schweden und Dänemark

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handkerchief = Beauftragter des Handkehrbesenwesens

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Tomaten sind bei Gewitter übrigens vor Blitzen geschützt, weil sie in Paradei’schen Käfigen gezogen werden!

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Gott wollte, dass auch Wind-, Fire- und Earthfryer erfunden werden!

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must-have mut shave

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Rankpflanze 2019 ist übrigens die Bezahlschranke

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Zum Aschermittwoch: Zwei Bekenntnisse aus einer sehr dummen Kindheit

(1) Es muss die Fußball-WM der Herren ’94 in den USA gewesen sein, ich demnach in der zweiten Klasse, als ich erstmals mit der Kampagne »Keine Macht den Drogen« der Bundesregierung konfrontiert wurde. Ihr einprägsamer Schriftzug in weißen Großbuchstaben über magentafarbenem Querbalken und vor schwarzem Hintergrund prägte sich mir ein: »KEINE MACHT DEN DROGEN«. Nur: Ich verstand nicht, was das bedeuten solle. Denn nach meiner »Lesart« war »MACHT« ein Verb, »KEINE« das Subjekt und »DEN DROGEN« – schlicht falsch! Denn Akkusativ bzw. »wen oder was?« von »Drogen« wäre ja eindeutig »DIE DROGEN«.

Bloß: Selbst wenn dort gestanden hätte »KEINE MACHT DIE DROGEN« – das wäre zwar (nach meiner Lesart) grammatisch richtig gewesen, aber semantisch hätte es kaum was gebracht. Ich konnte mit diesem Slogan so oder so nichts anfangen, seine Bedeutung blieb mir verwehrt. Aber ja mei, manchmal stehst halt aufm Schlauch, nicht wahr. Jemanden zu fragen traute ich mich nicht; und das war wohl auch besser so, denn da hätte ich in der kleingeistigen Provinz ganz schön dumm ausgeschaut, wenn ich mich mit dieser Stupidität geoffenbart hätte.

Bis mir eines Tages – ich kann ihn zeitlich leider überhaupt nicht eingrenzen, auch nicht durch eine Fußball-WM – plötzlich der imperativische Modus der Aussage klar wurde und ich verstund: den Drogen solle keine Macht eingeräumt werden. Na sauber!, dachte ich, das ist ja auch nicht viel besser als das ewige genäselte »Drogen sind schlimm, Kinder, mmkay, nehmt keine Drogen, mmkay!« des Schulpsychologen Mr. Mackay aus »South Park«.

Die Kampagne jedenfalls, so weiß Wikipedia, verfehlte ihre Ziele krachend, von Drogen hielt sie offenbar kaum jemanden ab, die Leute gewährten ihnen weiterhin Macht nach Lust und Laune. Aber ob es außer mir noch andere gab, die eine solch desolate, ja desaströse Lese- und Interpretationsfehlleistung hinlegten?

(2) An der Bushalte, es dürfte Frühjahr/Sommer/Herbst der dritten oder vierten Klasse gewesen sein, warteten wir am frühen Nachmittag auf Herrn Weinzierl mit seinem kleinen Gemeindeschulbus, um zum Nachmittagssport gefahren zu werden. Jedes Kind begrüßte ihn beim Einsteigen mit »Griaß Gohd, Herr Weinzierl!« und verabschiedete ihn beim Aussteigen mit »Pfüa Gohd, Herr Weinzierl!« – und zwar unironisch. Er war einer der Dorflandwirte mit Hof an der Dorfstraße, an die 60 Jahre alt und alles in allem eine großväterlich freundliche Respektsperson. Hochdeutsch sprechende Kinder, die »Grüß Gott!« und »Auf Wiedersehen!« gesagt hätten, gab es nicht. Wie ausgewachsene Beamt*innen stellten wir unsere Sportsackerl in einer Reihe zum Bordstein der Bushalte auf, und zwar in der Reihenfolge unseres Eintreffens. In dieser Reihenfolge stiegen wir dann in den Bus ein. Wer unter den ersten drei war, stand zwar womöglich unnötig lange an der Bushalte herum – Bushalte war aber eh meist eine Gaudi –, hatte allerdings Chancen auf einen der drei Sitze in der ersten Reihe, vorne beim »Bufffahrer«.

Idiotisch grobes Gedränge, Geschiebe, Gezerre und Gefluche beim Einsteigen, das gab es erst ab den weiterführenden Schulen. – Ach so, bevor ich mich hier in Allgemeinerinnerungen verfranse, ich wollte doch ein Bekenntnis aus einer sehr dummen Kindheit bekennen: Ich und zwei Mitschülerinnen (w/m), Mrs. und Mr. Oberschlau, stritten uns bei einer dieser Wartereien auf den Bus zum Nachmittagssport um irgendwas, ich weiß nicht mehr, was. Dabei verstand ich irgendeinen Ausdruck, den sie altgescheit benutzten, nicht. Ja mei, was soll ich sagen: manchmal stehst halt aufm Schlauch, nicht wahr. Die beiden sahen das nicht so und verspotteten mich als begriffsstutzig.

Und was soll ich sagen: Den Begriff »begriffsstutzig« verstand ich auch nicht. Ich hatte ihn noch nie zuvor gehört. Schon phonetisch war ich völlig auf dem falschen Dampfer: »bechriststutzig« war das Sinnvollste, was ich Ministrant mir zusammenreimen konnte – sie hatten den Ausdruck sehr schludrig-nachlässig ausgesprochen und noch einen dieser Milchzahnsprachfehler, die dann mit den Zweiten verschwinden –, aber auch das ergab keinen Sinn.

Der Streit war mittlerweile vergessen, jetzt lachten sie mich aus, weil ich den Begriff »begriffsstutzig« nicht kannte und nicht verstand. Immerhin begriffen sie nicht, dass ich mich durch die Begriffsstutzigkeit am Begriff »begriffsstutzig« – in Grundschuldiktion: als turbobegriffsstutzig erwiesen hatte.

Im Sportunterricht war alles wieder vergessen. Aber der Ausdruck »begriffsstutzig« ließ mich lange nicht los. Wiederum mochten Jahre in den Kalender gezogen sein, ehe sich mir seine Bedeutung erschloss.

Velodrom

Heutzutage muss man an den Radwegen warten, bis eine Liegeradlerin (w*m) vorbeikommt, um lachen zu können. Vor etwas mehr als 100 Jahren ging man einfach in ein Humoristisches Velodrom:

Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Bibliotheksbau

BRISK

Unter all dem neongleißenden Irrsinn, der einen aus den Körperpflegeregalen anbleckt, immer noch mein Lieblingsprodukt. Schade nur, dass ich gar keine Frisiercreme brauche!

Einen Slogan will ich ihnen aber gerne spendieren: »Brisk. Die kleine Zeitreise Pause im Produkte Regal«

Kurz notiert (25)

Neuigkeiten aus der Metaphern-Welt:
Ein »Staatsschiff« (Sophokles et al.) wird heutzutage übrigens gelenkt mit dem sogenannten Meerwertsteuer.

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Duden, aber als sich aufführen wie Lebowski aus »The Big Lebowski«

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Eminem-Diss, oder wie wir promovierten Argumentationslogiker des Sprechgesangs sagen: Argumentum ad eminem

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Weil die Alpinsaison bald wieder zuende geht: Skier/Boards am besten nach jedem Pistentag wachsen und gedeihen!

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Aphrodisiakum aus dem Kräutergarten: Eregano

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Alte Leute

Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg: Am Personal-/Bibliothekseingang steht ein älteres Paar und rätselt, wo der richtige Eingang, der zum Museum, sei. Ich, gerade von der Kaffeepause kommend, nähere mich der Szenerie. Als ich das Paar passiere, dreht sich dessen Frau zu mir und sagt:

»Wo ist denn hier der Eingang zum Museum«

Blank dergestalt, kein »Entschuldigung bitte, …«, kein »Verzeihen Sie …« oder ähnliches. Nachdem ich ihnen Auskunft gab, ziehen sie ab, ohne sich zu bedanken oder gar zu verabschieden.

Kneipe »Café Express«, Nürnberg: Eine dreiköpfige Bluesrockband gibt ein Konzert. Es ist nicht nur voll, sondern geht eng her im Gastraum. Nach der Show räumen die Musikanten (»Doc Knotz, Keili Keilhofer [sic] [und ein Dritter, Name vergessen]«) ihr Instrumentarium ins Auto raus. Mit Freunden stehe ich nahe des Eingangs um den nicht mehr besetzten Kassen-Stehtisch.

Eines der Bandmitglieder, weißhaarig und um die 60, nähert sich mit einem Riesentrum in der Hand, ich halte ihm selbstverständlich die Türe auf. Er geht vorbei, ohne sich zu bedanken oder sonst wie sich äußernd. Als er wieder reinkommt, stößt er Freund Mattes, der unglücklich im Eingansbereich steht (es ist schlicht kein Platz), wortlos die Faust ins Kreuz und will ihn wegdrücken. Wir wundern uns über so viel Unverschämt- und Mundfaulheit.

Als er mit der Basstrommel auf dem Weg nach draußen ist, öffne ich ihm abermals die Türe. Wieder latscht er vorbei, ohne einen Ton zu sagen oder anderweitig Beachtung zu zeigen. Ich bescheide ihm: »Da kann man fei danke sagen«, woraufhin er zurückschnauzt: »Naa komma ned!«, zu Deutsch: »Nein, kann man nicht!«

Sauna: Eine ältere Frau, stets im leopardenen Louis-Vuitton-Bademantel auf ihrem Louis-Vuitton-Handtuch im Liegestuhl rumlungernd, ist während des Aufgusses in einer Tour dabei, ihrem Mann irgendwelche Sachen ins Ohr zu labern. Das nervt mich, denn ich bin der Ansicht, es gebe nur recht Weniges, was man während eines zehnminütigen Aufgusses unbedingt mitteilen müsste und nicht bis nach dessen Ende warten könne. Aber wer bin ich, da gleich rumzumosern.

Als sie nach dem Aufguss – fast alle verlassen die Kabine, unter anderem sie und ich bleiben noch ein wenig hocken –, komplett alle Rücksicht fahren lässt und daherlabert, als befänden wir uns im musikdurchwogten Wirtshaus, bitte ich freundlich darum, ob wir nicht noch eine kleine Schweigeminute einlegen könnten, sei doch die Sauna ein Ruhebereich.

Woraufhin ihr nichts Besseres einfällt, als mich anzuraunzen, das stimme überhaupt nicht, in der Sauna dürfe man außerhalb des Aufgusses ganz normal reden. Dass andere davon gestört sein könnten, kommt ihr scheint’s nicht in den Sinn. Der Sinnlosigkeit des Gesprächs eingedenk entgegne ich ihr: »Darüber können wir jetzt gerne streiten, aber bitte schweigend.«

Ihr passt das merklich gar nicht, aber weil ihr wohl kein Konter einfällt, ist sie endlich still.

Wenn ihr mich fragt: Alte Leute sind ganz schöne Wichser, und irgendjemand sollte ihnen mal wieder Manieren beibringen.

»Aber das kann man erstens so krass gar nicht sagen und zweitens stimmt es überhaupt nicht!« Doch. Und doch.

Gewiss, die Klage über die Alten mag alt sein, alt wie die Menschheit gar. Der alte Hesiod z.B., einer der ersten Menschen überhaupt, sagte schon: »Ich habe keine Hoffnung mehr für die Zukunft unseres Volkes, wenn sie von den leichtfertigen Alten von heute abhängig sein sollte. Denn diese Alten sind ohne Zweifel unerträglich, rücksichtslos und altklug. Als ich noch jung war, lehrte man uns gutes Benehmen und Respekt vor den Eltern. Aber die Alten von heute wollen alles besser wissen.«

Augen- und ohrenscheinlich, ach was: alle-Sinnen-scheinlich (sie stinken ja auch so! Außerdem schmecken sie fürchterlich und fühlen sich grauenhaft an) hat diese Klage nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Ob es schlimmer geworden ist, lässt sich ad hoc nicht beantworten. Sicher ist nur: So, wie es zum Wohle aller eine gute Idee wäre, alten Leuten von Zeit zu Zeit eine erneute Führerscheinprüfung abzuverlangen, scheint es sinnvoll, für nach dem Erwerbsleben eine erneute Schulpflicht einzuführen. Wo die Leute von gestern an die Erfordernisse von heute herangeführt werden.