Schlafensmüde

14.05.2019 – Im Tagebuch das Wort »schlafensmüde« benutzt, mich kurz gewundert, dass mir das ja schon  e w i g  nicht mehr in den Sinn gekommen war, und dann gesehen, dass es gar nicht im Duden steht oˍO Dabei ist es doch so schön!

Flughafen Daxing

»Flughafen Daxing«, aber in Oberbayern

»Ja griaß Eana, bitte zwoa Moi Memmingen–Daxing, bittschen! […] Ja… […] Ja…! […] Sie, hean’s: Mitm Auto braucherten mir vo Memmingen noch Daxing über zwoa Stund’, dös wär uns vui z’langsam!«

Die Ältere deutsche Literaturwissenschaft und das Genitiv-s

Richtiggehend narrisch macht mich die Idiosynkrasie der Älteren deutschen Literaturwissenschaft, das Genitiv-s von Eigennamen an den Personennamen zu hängen statt hinten an den Ortsnamen. Also etwa »der Minneschmarrn Heinrichs von Veldeke« statt – wie normale Menschen sagen würden: »der Minneschmarrn Heinrich von Veldekes«. Komme mir niemand mit einer vermeintlich sachlichen Begründung über eine angebliche Notwendigkeit dieser letztlich doch nur exklusivitätsheischenden Marotte: Denn das machen die nur und ausschließlich, um sich vor Erstsemestern und sonstigen Mittelhochdeutsch-Laien aufmandeln zu können, wenn diese es »falsch« sagen.

Zart versöhnelnd stimmt mich die Vorstellung, eine Mediävistin (m mitgemeint) schriebe etwas über den ihr ressortfremden Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und ihr unterliefe dabei ein »fauxpax« (sic; gelesen in einer Mediävistik-Dissertation) wie »das Gedicht Hugos von Hofmannsthal«. Tbh würde ich, läse ich das Korrektur, dann versuchen es durch sämtliche Korrekturen bis zum Druck durchzudrücken, hähä.

Slightly off-topic: Narrisch macht mich außerdem, dass man »Hofmannsthal« mit scharfem f vorne mit kurzem statt langem Vokal ausspricht. Warum, liebe Familie Hof»f«mannsthal und alle, die es euch nachtun, wisst ihr nicht mal, wie man euren Nachnamen richtig ausspricht?

Kurz notiert (53)

Bibliographische Angabe aber als »Schaut’s her ihr Lappen was i scho alles publiziert hab!«

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Übrigens: Glückwunsch an die Eltern von Eva Green für die Namenswahl, er ist zeitlos und wird nie welk 🌱🌿🌲

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Mythisches Flussungeheuer: Das Phantom der Oder

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Aussprachehilfen (1)

Most recent nur noch mit mostrezent übersetzen, alle flippen völlig aus, keltern Äpfel und Trauben, vergleichen mit Birnen, tränken jetzt und hier lieber ein Bier und Vögel

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Meanwhile nur noch mit Gemeinwohl übersetzen, alle flippen völlig aus, verhalten sich niederträchtig und übelwollend, tragen schwer an Lämmern, kommen ungeschoren davon, flüchten sich unter die Essen

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soeben nur noch söben aussprechen, alle flippen voellig aus, stoebern nach Buechern, schmoekern darin, kaufen OEM-Software, wuergen eventuell

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Ohne Angst verschieden sein

Berlin, Bahnhof Ostkreuz

»… den besseren Zustand aber denken als den, in dem man ohne Angst verschieden sein kann.« (Adorno, Minima Moralia)

Die EU als dieser »bessere Zustand«, in dem man ohne Angst verschieden sein könne? LOL – Geh’ her, wenn du als Geflüchtete*r nicht schon im Mittelmeer ertrunken bist, stecken wir dich halt unter unmenschlichen Bedingungen in ein Lager und schieben dich um 4 Uhr morgens in ein Kriegsgebiet ab, wo dir, und das wissen wir, aus welchen Gründen auch immer die baldige Ermordung droht. Aber Angst brauchst du keine zu haben!

Wie erklär’ ich’s bloß meinen Eltern?

Liebe FAZ-Rubrik »Wie erklär’ ich’s bloß meinen Eltern?«,

sobald auf einem Sharepic steht »wenn du zustimmst schick das Bild jeden deiner Kontakte«, dann leitet Mutter mir das per WhatsApp weiter. Auch Oster- und Weihnachtsgrüße in Form solcher Bilder bekomme ich weitergeleitet, obwohl ich in der Una Sancta nicht mal mehr Mitglied bin. Ich finde das alles schrecklich, auch wenn’s nur etwa fünfmal im Jahr vorkommt.

Was kann ich tun? Wie äußere ich mein Unbehagen, ja: meinen Unmut, ohne womöglich Traumata auszulösen? Ich wende mich an Dich, denn SZ-Magazin-Moralkapazität Dr. Dr. Dr., Quatsch: Dr. Dr. Rainer Erlinger befasst sich mit den Sorgen und Nöten von uns Kleinen ja nicht mehr. Und seinen »Ersatz« konsultiere ich im Leben nicht.

Liebe Grüße,
Handwerksmeister h.c. mult. Andreas Maria Lugauer

PS: Dass es Dich, liebe FAZ-Rubrik, gar nicht gibt, sondern nur Deinen – gewissermaßen – Sproß, die Rubrik »Wie erkläre ich’s bloß meinem Kind?«, würde ich übrigens auch gerne mit jemandem besprechen.

The Waschmaschinen Incident

25.04.2019 – Als ich Anfang des Jahres auf der Suche nach einer Wohnmöglichkeit für Berlin war, prahlte ich doch damit, in meiner WG schon mehrfach die Waschmaschine repariert zu haben, bzw. ich gab das als einen meiner Vorzüge aus.
Was soll ich sagen: Wo ich in Berlin momentan untergekommen bin, habe ich vorhin die Klospülung repariert. Und zwar das fragile, magische Kunststoffgerümpel eines in der Wand verbauten Spülkastens.
Wer jetzt will, dass ich auch mal bei ihr*ihm wohne: PM. Preise regelt der Markt.

04.05.2019 – In der WG, in der ich die kommenden zwei Wochen wohne, bin ich die ersten drei Tage alleine, weil die Mitbewohnerinnen hier und da und dort sind. Aus der Ferne erreichen mich Nachrichten, ob ich mich schon gut eingelebt hätte. Obzwar es diesen liebevollen und natürlich eher rhetorischen Nachfragen nicht angemessen wäre, möchte ich fast antworten: Freilich, weil wohnen kann ich gut. Denn, um Gerhard Polt aus einem Interview, in dem er unter anderem davon spricht, dass er gerne so vor sich hin schildkrötelt, zu zitieren: »Ich wohne gern.« (Interview: »›Ich sinnlose vor mich hin… und das mit Begeisterung!‹ Gerhard Polt spricht über die Langeweile.«)

06.05.2019 – Scheiße jetzt ist die Waschmaschine in der WG hier tAtSäChLiCh kaputt 😱 und jetzt fragt man freilich gleich mich weil ich mit meinen Reparierkünsten natürlich auch hier mords geprahlt hab aber ich hab keinen blassen Schimmer was es sein könnte 😫 Aber Moment Freunde, noch ist nichts entschieden! Hab erstmal empfohlen: Ausschalten, Netzstecker ziehen und warten weil ich bin Profi hehe
(»Fun« fact: Ich hatte das Reparier-Angeber-Posting vom 25.04. gescreenshottet und in die WG-Telegram-Gruppe (gibt’s, eh klar!) gestellt, weil lol nech. Und jetzt stehe ich da…)

08.05.2019 – Hallo Freunde, die Waschmaschine funktioniert wieder! Das Problem war eine Haarnadel feat. Haargummi, was beides im Flusensieb hing und den Abpumpmotor am abpumpen hinderte. Es war ein bisschen ein Geplätscher, bis das ganze Wasser erstmal rausgelaufen war, aber am Ende des Tages hindert mich kaum etwas an einer vernünftigen Reparatur und mit flinken Fingern habe ich die beiden Racker entfernt. Gerade läuft noch der erste Durchlauf nach ~the incident~, etwaige neuerliche Schwierigkeiten halte ich jedoch für äußerst unwahrscheinlich.
Liebe Grüße,
Handwerksmeister h.c. mult. Andreas Maria Lugauer

08.05.2019 – Update: Der erste Durchlauf verlief – wie erwartet – problemlos und jetzt kann wieder gewaschen werden, dass es sich gewaschen hat (?!)