Five »Fingers« (2)

Stellt euch bitte in allen möglichen Situationen Leute in Zehenschuhen vor, aber als ganz normale Schuhe mit Schuhzehen vorne dran vor. Z.B.

– die Ärztin mit Gummiclogs
– die Böhsen Onklez
– die Standesbeamtin in Halbhohen
– Oliver Kahn in Torwartschuhen
– Nazis beim Abhitlern
– Jan Ulrich
– Lars Ulrich
– die Ballerina
– das gesamte MoMa-Team um Jörg Meuthen
– den Waldarbeiter
– Gorgoroth bei der Black Mass Kraków
– Angela Merkel beim G20 Summit
– Götz Kubitschek im Lehnenholzstuhl in Schnellroda
– den Babadook
– Justin Troudeau beim Besuch bei Queen Elizabeth II
– den Polizisten beim Verprügeln des Linksextremisten in die 70% Schwerbehinderung
– die Grundschullehrerin beim Kinder-Zusammenscheißen
– Dieter Zetsche auf der IAA neben einem Straßenpanzer
– den Pfaffen am offenen Grab
– Dieter Nuhr beim verbotenen Aussprechen der Wahrheit in der ARD
– Helmut Kohls Geliebte beim GV nach der Sauna
– Jesus Christus am Kreuz
– den Typen vom Domino Day auf RTL
– Darth Vader beim Laser Schwer Fight mit Obi-Wan Kenobi
– Linda de Mol beim Verheiraten von Ulla Kock am Brink mit Steven Gätjen

Abortekel

Zahl des Tages laut U-Bahn-Infoscreen: »91% der Deutschen ekeln sich vor der Benutzung öffentlicher Toiletten.« Das dürften präzis jene 91% sein, wegen deren ekelhafter Toilettenhinterlassenschaft sich 91% der Deutschen vor der Benutzung öffentlicher Toiletten ekeln.

Selig sind, die von den Armen nehmen, um den Reichen zu geben

Skandal bei der Katholischen Kirche: Der Vatikan kaufte von für Arme gespendetem Geld (»Peterspfennig«) Luxusimmobilien in London. Der Papst findet das »eine hässliche Sache«. Bei allem Amusement über die grunddumme Schockiertheit angesichts dieses korrupten Vorgangs in dieser ihren vorgeblichen Daseinszweck so fundamental misserfüllenden, letztlich sturheil kapitalistische Ziele verfolgenden »Seelenheils«einrichtung interessiert mich nur eines: Was wohl mein Lieblingshofberichterstatter der Katholiken, Matthias Drobinski von der Süddeutschen Zeitung, dazu sagt?

Jetzt ist alles etwas mehr easy

Beste ~Investition~ 2019: SodaStream »Easy« – in der Gebrauchsanleitung: »die ›Easy‹« – für halbe Preis bei Lidl.

Dieses Angebot gab es Anfang Oktober. Dafür tat ich etwas, was ich schon seit vielen J a h r e n nicht mehr getan hatte: Ich ging extra früh zum Laden, um mir mein Produkt zu sichern.

Um 8.25 Uhr öffne ich durch mein bloßes Herannahen die Ladentüre, dann die am Ende des Windfangtunnels und stromere direktemang zu den Sonderangebotsregalreihen im hinteren Geschäftsbereich. Und was muss ich sehen? Im für die »Easy« vorgesehenen Fach steht noch genau 1 einziges Produkt! Daneben noch haufenweise Ersatzflaschen-Zweierpacks.

Als ich – ich sehe es auf dem Display des Kartenlesegeräts, an dem ich kontaktlos bezahle – um 8.31 Uhr an der Kasse stehe, denke ich: »Woah, das hätte auch in die Hose und ich ohne SodaStream nach Hause gehen können!« Die Bezeichnung »die ›Easy‹« kenne ich zu dem Zeitpunkt logischerweise noch nicht.

Offenbar räumten diese Schlawiner die Sonderangebotssachen schon am Vorabend in die Regale. Ein Vorgehen, das ich noch aus meiner Sonderangebots-Wahrnehmzeit kenne. Und das die Sparfüchs:innen offenbar immer noch beherzigen (?). Dass von 7.00–8.30 Uhr schon fast alle weggekauft worden wären, ich denke es nicht.

Etwas später fiel mir auf: LIDL schießt sich mit seinem Angebot ein bisschen auch selbst ein Bein. Denn während ich seit kurzem zuhause Flasche um Flasche aufsprudle und glücklich meinen Gaumen von Sprudel umgarnen, ja vielmehr umbitzeln lasse, werde ich künftig die Mineralwassertürme gleich rechts neben der Automatiktür des LIDL keines Hingriffs mehr bedenken.

LIDL wird aber von der höchsten Ebene bis hinunter ins Filialgefilde von absoluten Profis geleitet und geführt, ich mache mir jetzt keine Sorgen, dass die sich mit diesem tollen Angebot unbedacht und altruistisch selbst Schaden zufügen. Am Ende bin evtl. ich der Dumme. Aber wenn, dann der Dumme mit Sprudelwasser. Mensch, die ganze Zeit will ich »Mineralwasser« schreiben, aber bei kohlengesäuertem bloß Leitungswasser stimmt das ja gar nicht. Cheers!

PS: Im direkten Denkzitat oben verwende ich das literarische Stilmittel Zeugma. Ein bisschen schäme ich mich dafür und finde es scheiße. Aber es bot sich halt an und ist effizient. – Es lief übrigens so: »Hm, in diesem Text fehlt noch ein literarisches Stilmittel ☝️ Menschenskinder, was nehm ich da nur 🤔🤫🧐 AAH hier passt ja gerade ein… Moment, wie hieß das noch mal? *blättert im ›Handbuch Lyrik‹* ach ja, ein: Z e u g m a ! Ja sakrament schau her, gerade noch literarisch geworden, der Text 😅« LG an den Deutschlehrer Dirk Wippermann.

»…still ♥️̓ing feminism«

» S t i l l «? 🙄 ihr Knallchargen

It went like this: »Hallo Freund*innen, wir von den JUSOS haben uns heute – ergebnisoffen! – Argumente gegen den Feminismus angehört. Dazu trafen wir uns mit Antifeministen, Konservativen, Reaktionären, Rechtsradikalen, Klerikalfaschisten, Rechtsextremen, Neonazis und Dieter Nuhr. Nach sorgfältiger, chancengleicher und fairer Abwägung sämtlicher Fürs und Widers entschieden wir uns mit knapper Mehrheit schließlich für: Wir loven Feminismus still!«

Es relotiust auch in Jungle World

Nun, in diesem Jungle-World-Artikel (Die Hölle von Breendonk, 39/2019) wird zwar nicht die Organisation »Breaking the Silence« mittels des aktuell schäbigsten aller Euphemismen, »umstritten«, zur »umstrittenen Organisation ehemaliger Soldaten, die Kritik an der israelischen Besatzungspolitik übt« (Den Aktionsradius erweitern. Die Kunstszene Jerusalems, Jungle-World-Dschungel 37/2019) schöngelogen, dennoch fühlte ich mich bei diesem Texteinstieg schon wieder, als läse ich den DER SPIEGEL.

Salon intime: Freizeitausgabe

Hallo Freunde, wer sich schon immer mal gefragt hat: »Mensch, was ist denn Andreas eigentlich für ein Mensch?«: Nun, ich fuhr am 28.9. nach Frankfurt/M und traf mich mit Leuten aus der Facebook-Bubble, um auf einer vor Wochen reservierten Kegelbahn kegeln zu gehen. Ich hoffte auf »Gut Schub!« (?), schob aber sehr schlecht. Naja. Dennoch ein sehr schöner Abend.

»S.Q.A.T.«

Ob es irgendwo eine (Jung-)Männergruppe gibt, die sich vornehmlich über ihre Hocksitzhaltung ›definiert‹ und sich Pullover mit dem Aufdruck »S.Q.A.T.« drucken ließ? (Dass ein »U« fehlt, fiel zu spät auf, »aber es soll doch eh wie ›S.W.A.T.‹ aussehen!«)

D e r K a p i t ä n

Gibt es eigentlich noch solche »Lokalpersönlichkeiten« zwischen 24 und 36 Jahren, die sich Namen geben wie »Der Kapitän« und im lokalen Nachtleben für Information und gute Laune sorgen, »Moinsn, nech, ich bin D e r K a p i t ä n , und wenn ihr Frågn habt, bin ich imma für euch do, Hauptsåche, iah habt Spasss nech!«, andere Lokalperson: »Hahahaha 😀 So gut, Der Kapitän wieder 😀 «, auswärtige Person, Erstkontakt: »??? – – – jahaha ’s gibt schon überall so Originale 😀 😀 «, Frau am Tresen, denkt: »Ach du scheiße, hört diese Kacke denn nie auf; wenn die wüssten, dass dieser absolute Widerling verurteilter Vergewaltiger und vielfach nicht-verurteilter Vergewaltiger ist«

DAZN?

A: »DAZN –was zur Hölle ist eigentlich dieses DAZN, das seit einiger Zeit auf Reklameflächen angepriesen wird?«
B: »Kennst du nicht mehr die Werbung aus Hape Kerkelings ›Kein Pardon‹ von 93? ›Geben Sie Ihrem Hund DAZN – aber nur den ganzen DAZN! DAZN – nur für Hunde, nicht für Katzen – DAZN!‹ Daher kommt das her.«
A: »Aha.«
B: »Und dann gab’s da ja auch diesen beliebten Samstagabend-Fernsehmoderator Heinz Wäscher, dem Verehrerinnen eine Torte gebacken haben mit der Aufschrift ›Heinz Wescher‹, oder andersrum?«
A: »Aha. … … Wie: andersrum? Hat evtl der Moderator den Verehrerinnen eine Torte gebacken?«
B: »Nee, haha, warum sollte er.«
A: »Ja.«
B: … … »Fand ich auch gar nicht so gut übrigens, den Film. War mehr so ›och kommt nix andres grad‹.«
A: »Aha.«
B: …
A: »Wie der Kerkeling dann nach Lourdes marschiert ist und dieses Buch drüber geschrieben hat und auch Film dann, ne.«
B: »Ging gut weg bei Hugidubi, ja.«
A: »Hugidubi?«
B: »Hugendubel hehe«
A: »Uff«
B: »Und weißte noch ›Hurz!‹«
A: »Oh Gott… ja…«
B: »Der Wolf! Das Lamm!«
A: …
B: …
A: … …
B: »Der Wolf!«
A: »Also, ich pack’s dann mal.«
B: »OK. Machst du noch?«
A: »’n bisschen was machen noch.«
B: »Jou, ich mach auch noch ’n bisschen was.«
A: »Tschö dann.«
B: »Ja, tschüs.«
A: …
B: »Hurz!«
A: …
B: :‘(
A: (Dieser Trottel dann immer mit seinen auswendig hergesagten Katz-und-Gold-Zitaten. – Ich mach jetzt n i x mehr.)

[Edit 13.14 Uhr: Beim Wiederlesen fiel mir auf, dass der letzte Satz eine Art Pointe enthält, und das gefällt mir jetzt nicht mehr, die Leser*innen mögen bitte beachten, dass der Text meines nachträglichen Erachtens mit dem vorletzten Satz enden sollte.]

Duzu-duzi

Die neue Mippewohnerin sagt, man solle mit ihrem Hund nicht nur Duzi-duzi machen sondern auch mal streng sein wenn’s not tut. Ich mach trotzdem nur Duzi-duzi ✌️😅

Kritik der Literaturwissenschaftler-Coautorschaft

Wenn ich Karl-Heinz Hucke und Olaf Kutzmutz heiße, schreibe ich doch nicht gemeinsam einen Artikel für ein Literaturwissenschaftslexikon. Wie sieht denn das in den Fußnoten der Bücher und Aufsätze aus, »Hucke/Kutzmutz«, hallo. Ein Zaubereibuch hingegen ginge vielleicht, »Huckes und Kutzmutz’ Großes Zauber Buch für Anfänger [mit vielen Tricks zum leicht daheim Nachzaubern!]«, wer würde es nicht gerne den Nichten und Neffen schenken, hukuskutzmutz fidibutz

Der absichtlich lustige Philosophieprofessor

Philosophie-Professor E. hält vor einigen Jahren eine Vorlesungsreihe zum Thema Erkenntnistheorie. In einer Sitzung geht es u.a. um optische Täuschungen. An die Schiefertafel malt er dazu die bekannte visuelle Illusion mit den zwei gleichlangen Strecken, deren eine an den beiden Enden nach außen zeigende Pfeilspitzen hat und deren andere nach innen zeigende Pfeilspitzen, was bewirkt, dass die eigentlich gleichlangen Strecken unterschiedlich lang aussehen.

»Können Sie mir sagen, was hier das Problem ist?«, fragt er die Zuhörerinnen (w*m). »Jò die Striche schaun unterschiedlich lang aus, sin awwa gleichlang!«, jodelt ein Kerl vergnügt und siegesgewiss nach vorn, ohne sein Aufgerufenwerden abzuwarten.

»Nein, die sind schon unterschiedlich lang – das hab’ ich extra gemacht, um den Witz zu machen  «, freut Professor E. sich diebisch zurück.

Allgemeine Heiterkeit, auch beim Falschantworter. Dann weiter nach Skript.

[extrem X-Factor voice: »Was glauben Sie: Hat sich diese Geschichte wirklich so zugetragen – oder ist sie… … von uns frei erfunden worden?« extrem Jonathan Frakes suspicios look]

Sprachnachricht

Folgende Sprachnachricht sprach gerade ein mittelalter Mann am Bahnsteig neben mir in sein Smartphone, und zwar mit einer seltsamen, befremdlich präzisionsheischenden Computerstimme (die Punkte im Transkript markieren Pausenzeitenlängen):
»Ich…fahre..jetzt..mit..der.Bahn..los…und…bin…um…14..Uhr..30…am.Germanischen..PUNKT…L.G…A*«
(* Name ist mir bekannt)

Beim explosionsartig aus seinem Mund herausgeschleuderten, sehr sehr affigen Amateurfunkprofi-»PUNKT« hätte ich beinah laut losgelacht. Er trägt weißes Haar, eine herbstlich-dunkelfesche Steppjacke und Blue Jeans (uff), Smartphonebedienung per Zrigefinger. Ganz der Typ für solch anachronistischen, yet topmodernen Sprachi-Gebrauch. Hoffentlich hat er einen schönen Nachmittach (im Germanischen Nationalmuseum, das er in der Nachricht meinte, etwa?) PUNKT L G Andi

[P.S.: Gut möglich, dass der Mann eine Sprache-zu-Text-Funktion benutzte. Dann finde ich es aber immer noch lustig. Ein körperliches Gebrechen, dass ihm diese Funktion notwendig gemacht hätte, konnte ich nicht erkennen.]

Lachen, nachdenken, Milch aufschäumen

Hallo Freunde ich wollte einfach mal wieder Bescheid sagen, dass meine Posts immer sowohl zum Lachen einladen als auch zum Nachdenken einreden wollen, und auch bekanntgeben, dass ich heute erstmals die Akkus meines Milchaufschäumers gewechselt habe, weil er demletzt einfach nicht mehr kraftvoll genug Schäum Power gehabt hatte; beim ersten Anschäumen danach schäumte ich fast über den Tassenrand hinaus du, du du du!

Björn Höcke bricht ZDF-Interview ab und droht

15.09.2019, ZDF: »Höcke bricht ZDF-Interview ab und droht.«
»Es geht um Sprache und NS-Begriffe. Erst beantwortet Björn Höcke die kritischen Fragen. Dann brechen er und sein Sprecher das Interview ab. Höcke droht mit ›massiven Konsequenzen‹.« (Das komplette Video ist hier zu sehen.)

[Der folgende Kommentar zu diesem Video ist in keiner Hinsicht komisch gemeint. Er ist für diesen Blog, auf dem ich eigentlich ausschließlich komische Texte veröffentliche, nicht geeignet. Aber es ist wichtig, ihn auch außerhalb von Facebook zugänglich zu machen. In Thüringen hat die AfD kürzlich 25% der Stimmen erhalten.]

Mir macht dieses Video angst. Denn Höcke ist durch und durch Faschist, und als Faschist ist er – das ist jetzt ein bizarres Chapeau: hochprofessionell. Wie er sich äußert, was er äußert (vor allem aber wie), auch im Zusammenspiel mit seinem Mitarbeiter, er kann das, vom faschistischen Standpunkt aus betrachtet, sehr, sehr gut.

Höcke ist eine Figur, auf die eine Äußerung Walter Benjamins zuläuft: »Der Faschismus […] sucht sein Heil darin, die Massen zu ihrem Ausdruck (beileibe nicht zu ihrem Recht) kommen zu lassen.« (Kunstwerkaufsatz) Und Höcke ist die Figur, auf die die gesamte AfD, auch wo sie sich noch so bürgerlich und als bloß enttäuschte CDU gibt, zustrebt und wegen der die gesamte Partei mit Recht als faschistische Partei zu bezeichnen ist. Höcke war nicht aus der Partei ausgeschlossen worden.

Die kaum verhohlene Drohung am Ende, dieses »manifeste Problem« zwischen Interviewer und Höcke könne für jenen »massive Konsequenzen« haben, zumal Höcke noch zu einer »interessanten politischen Figur in diesem Land« werden könne, diese Drohung kommt von einem Mörder im Wartestand.

Was das ZDF wohl mal wieder nicht erkennt: Noch in dem Interview, in dem es Höcke mit seinen »Mein Kampf«-artigen Äußerungen und seiner gesamten Wesensverwandtschaft mit den Nazis konfrontiert, verhält sich Höcke exakt in derselben Weise. Die Drohung am Ende, von ihr kann er sich jederzeit bequem distanzieren, sie ist letztlich eine brutale, lebensgefährliche Drohung wie jene, die die Nazis Wirklichkeit werden gelassen hatten. Es ist eine Nazi-Drohung. Das ZDF lässt sich von Höcke in diesem Interview vorführen. Die Veröffentlichung wird Höcke nicht schaden, im Gegenteil.

Mit Rechten redet man nicht. Man kann sie durch solche konfrontativen Interviews nicht entzaubern, auch nicht durch eine skandalisierte Veröffentlichung wie diese. Man hat Rechte nur daran zu hindern, was sie tun wollen: Anderen Menschen Leid zufügen und sie willkürlich töten. Dafür braucht man nicht mit ihnen zu diskutieren.

Angst macht mir dieses Video, weil so vieles auf eine mittelfristige Machtübernahme durch die AfD hindeutet. Dann morden sie wieder. Höcke ist massenkompatibel.


Nachtrag, da im Anschluss an dieses Interview von einigen Seiten, häufig von bürgerlichen Journalisten, Verständnis für Höckes Reaktion geäußert wurde:

Verständnis für Höcke?

Die Erfolge der AfD in den Länderparlamenten, auf kommunaler Ebene und im Bundestag, zuletzt Kooperation über Kooperation mit der AfD seitens der CDU, die Wahl eines hessischen NPD-Mannes zum Ortsvorsteher, der Kopfschuss-Mord am hessischen Regierungspräsidenten (!) Lübcke (wem zähle ich das eigentlich alles auf?), NSU-2.0-Faxe an per Polizeicomputer ermittelte Faxnummer, Prepper-/Neonazi-Netzwerke mit Polizisten-/Bundeswehrler-Beteiligung, sächsische Polizisten, die sich mit NSU-Uwe-Namen in Einsazlisten eintragen etc. etc. etc. etc. – die Faschisten sind im Gewand der AfD schon wieder im Anmarsch.

Sie müssten für jede Straftat konsequent bestraft werden. Ansonsten konsequente Isolation. Würden die rechtsstaatlichen Mittel angewendet, hätte das, so zu hoffen, abschreckende Wirkung und die Rechtsextremen/Neonazis würden nicht beinahe unbehelligt tun und lassen, was sie wollen. Dass das nicht passiert, macht mir angst.

Den Höckes schon vor diesem höchst unvollständig aufgezählten Hintergrund irgend an Verständnis entgegenzubringen (z.B. wegen vermeintlich unfairer Behandlung durchs ZDF), es macht mich zornig.

»Extra-große Familienpackung Klopapier«

Immer wenn eine bestimmte meiner drei Mitbewohner/innen ihre zwei Wochen WG-Einkaufsdienst hat, gibt es bei LIDL das gute dreilagige Klopapier in der XXL-Packung (20 Rollen statt bloß 10) und ich beneide sie, dass sie immer nur maximal einmal pro »Schicht« welches kaufen muss. Denn wenn ich Pech habe – bei mir gibt’s die XXL-Packung nie –, muss ich zweimal. Ich frag sie mal, wie sie sich mit der 20er-Packung an der Kasse fühlt.

(Zu den restlichen »Braindroppings« auf Torsten Gaitzschs Blog »Kybersetzung« geht’s – wie es in den Nullerjahren hieß – hier lang: http://www.kybersetzung.net/2019/09/brain-droppings-2000.html)

Kurzkritik zu Anke Stellings »Schäfchen im Trockenen«

»Die Regel, die ich verletzt habe, heißt: ›Schmutzige Wäsche wird nicht in der Öffentlichkeit gewaschen.‹ Auch ein schöner Spruch, der Familien zusammenhält. ›Wäsche‹ steht für privat, ›schmutzig‹ steht für nicht herzeigbar und ›waschen‹ steht für ausplaudern, verraten, erzählen.« (Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen, 2018)

Was für ein mit seminararbeits-, ja fast wörterbuchartigem Kram aufgeblähter Quark heutzutage als Literatur verkauft wird, es ist kaum zu glauben. »Seminararbeitsartig« steht für wie in studentischer Hausarbeitsprosa auswalzelnd erklärend, »wörterbuchartig« steht für bedeutungserläuternd und »Quark« steht metaphorisch für zusammengerührten literarischen Mist, »Mist« steht für Schund, etc. etc. steht für stehtfür sTehT fÜr ja Wiederschaun