Also wie gesagt

Also wie gesagt: Es gibt nicht wenige Leute, die Äußerungen, denen nichts Geäußertes vorausgeht, anheben (?) mit »Also wie gesagt, …«. Mir scheint, als unterscheideten sie, gleich Kleinkindern, nicht zwischen sich und der äußeren Welt und unterstellten allen anderen, an ihren bloß innerlichen wie auch den Laut gewordenen Äußerungen ständig teilzuhaben. Aber wie gesagt: Es ist schön, dass sie damit Unrecht haben!

Le Salon du Fromage parisien et le Salon du Fromage

(For German version please click here.)

Le Salon du Fromage et des Produits Laitiers 2020 se déroule depuis le 23 Février à Paris. C’est un « Salon international pour les acheteurs professionnels de fromages et produits laitiers », bien entendu le « rendez-vous international des fromages de qualité ». Quand des gens en postent quelque chose sur Facebook, ils/elles créent un lien vers la page Facebook de ce blogue-ci, portant bêtement presque le même nom :

Je m’amuse depuis toujours d’avoir devancé les fromagers et fromageries avec la page FB (là j’avais spéculé il y a longtemps ce qui pourrait se passer si quelqu’un d’eux/elles n’aime pas ma page/mon blogue). L’évocation que j’aime le plus, c’est le post de « Prailu Selecta FOOD », parce qu’ils/elles ont même partagé ma page entière avec sa caricature de couverture bête d’un cow-boy :

À tous ceux/toutes celles qui sont mené(e)s vers moi par ce chemin : Soyez les Bienvenu(e)s, likez sans hésiter et bon appétit !

(Traduction en français : Julia Ingold. Divulgation : je parle à peine français.)

Die Pariser Käse-Messe und der Salon du Fromage

(For French version please click here.)

Seit gestern findet in Paris der Salon du Fromage et des Produits Latiers 2020 statt, die »Internationale Messe für professionelle Käufer von Käse und Milchprodukten«, das wohlgemerkt »Internationale Treffen für« notabene »Qualitätskäse«. Wenn Leute etwas darüber auf Facebook posten, markieren sie in ihren Beiträgen gerne die Facebook-Page des hiesigen, dummerweise fast gleich benamsten Blogs:

Es amüsiert mich seit je, den französischen Käseproduzenten und -ladenbetreiber*innen mit der FB-Page zuvorgekommen zu sein (hier stellte ich vor langer Zeit Überlegungen an, was passieren könnte, wenn jemandem von denen meine Page/mein Blog missfällt). Am besten unter den Erwähnungen gefällt mir der Post von »Prailu Selecta FOOD«, weil die gleich meine ganze Page mitsamt dem albernen Cowboy-Cartoon, der Titelbild der FB-Page ist, geteilt haben:

Allen, die auf diesen Wegen bei mir reinschauen: Grüß euch, herzlich hereingelikt und guten Appo!

»WEHR DICH!«

Weil rechtsextremer Terror in Deutschland wieder Normalität wird: Es ist halt auch so, dass hierzulande ›unschuldige‹ Reklame möglich ist, auf der in riesigen Lettern prangt: »WEHR DICH!« und niemand etwas dabei findet geschweige denn daran auszusetzen hat. Es ist ja nur harmlose Reklame für ein der Gesundheit zuträgliches Produkt.

Als wäre nicht – mindestens der Geschichtsunterricht zeigte es – in der NS-Zeit allerorten plakatiert worden: »Deutsches Volk! Wehr Dich! Kauf nicht beim Juden!«

Nun mag das Apothekenplakat etwas ganz anderes sagen als das NS-Plakat und alles andere als ein solches sein – geschenkt. Aber die Erinnerung an das NS-Plakat verbietet den Slogan »WEHR DICH!«

Dass in der ganzen Produktionskette dieser Reklame niemand ruft: »Halt, stoppt die Maschinen! ›WEHR DICH!‹ ist ein Nazi-Slogan! Den können wir nicht bringen!«, enttäuscht mich. Doch zugleich überrascht es mich nicht.

Ebenso verhält es sich etwa mit der Aufschrift über dem Lagertor des KZ Buchenwald: »Jedem das Seine«. Aber auch die ›rutscht‹ der Reklameindustrie alle paar Jahre ›durch‹.

»Satte Literschüssel«

Di., 18. Februar 2020, 16:22 Uhr: Soeben fiel mir bei, dass der Name »Satte Literschüssel« des Eigenbaumotorrads des »Werner«-Zeichners Rötger »Brösel« Feldmann dem Wort Satellitenschüssel assoniert bzw. daran anklingt. Joa, das war’s auch schon mit dem Infoteil dieses Beitrags, ich weiß nicht einmal, warum mir die Satte Literschüssel überhaupt durch den Kopf ging, es war während des Aufbrühens einer Tasse Früchteteemischung der Sorte »Wintertraum«. Vielleicht hilft er ja der einen oder anderen und ist mein »Lachgummi heißt Lachgummi, weil Gegenteil von Weingummi!«-Moment.

Drei Länder vs. ein Eck – ein Disput

LIL: die Hundertsiebzigtausend-Hansel-Stadt Basel hat d r e i Fernbahnhöfe, die von drei verschiedenen Ländern betrieben werden! Den Bahnhof Basel SBB (Centralbahnhof), den französischen Bahnhof Basel SNCF (Elsässerbahnhof) und den Badischen Bahnhof der DB (Basel Bad Bf). Klar, Dreiländereck => Dreifernbahnhofsstadt, könnte jetzt eingewandt werden. Dagegen würde ich argumentieren, es sei ja e i n Dreieck (?), in dem alles hübsch zusammenlaufen könnte. Warum also nicht den Schweizer Linien die ungeradzahligen Gleise – damit sie die 1 belegen können –, den französischen die geradzahligen und den deutschen die Primzahlen? Nicht bloß zur Gaudi oder gar zu meinem Privatgavdivm, sondern für den Frieden unter den Nationen. Werft die Maschinen an und macht es so!, meine Meinung

P.S.: LIL = lately I learned. TIL wäre gelogen und ich kann doch hier nicht einfach was daherlügen.

Die drohende Islamisierung

Wenn die von der Neuen Rechten zusammen- oder vielmehr herbeiphantasierte Islamisierung abgeschlossen und das Abendland endgültig unterworfen ist, wird der Kölner Dom nicht abgerissen werden, aber freilich geschändet und entweiht, und seine Türme werden, auf dass er als Zeichen auch ins Land rage, mit zwei Halbmonden versehen, und heißen wird er, über dem allen: »Kölner Sub«.

Zusammenhalt

Zusammenhalten im Neoliberalismus heißt, dass sich alle an ihren eigenen zaghaft und leicht krampfig ineinandergekrümmten Fingern halten dürfen; immerhin.


Update 30.03.2020: Die Wahlkampagne für Brehm fing meines Erachtens schon sehr schlecht an: »Dies ist nicht Thorsten Brehm«. Und wurde dann nicht besser.
Die nolens-volens Wahlkampfhilfe der NN für CSU-König dürfte auch ihren kleinen Beitrag geleistet haben, dass nun König im Rathaus sitzt statt Brehm: »Nürnberg: OB-Stichwahl«.

Der appe Knopf

Marke unkenntlich gemacht.

Und dann musste ich heute bei einer ärztlichen Untersuchung den Oberkörper entblößen. Nach dem Pullover zog ich das Poloshirt aus, und weil ich ein wenig hudelte, verließ der unterste der drei Knöpfe nicht nur das Knopfloch, sondern andererseits gleich auch noch die Knopfleiste. »Ah, da verabschiedet sich einer Ihrer Wertvollsten«, feixt der Arzt, wie er dem Knopf, ihn zu bergen, delfinesque hinterhertaucht und ihn am Patienteneck seines Schreibtisches ablegt. »Hahaha, ja«, bejahe ich lachend und tiriliere, die Calamität geradezurücken, dass die anderen beiden Knöpfe auch schon mal abgegangen gewesen wären, ich sie aber, merke ich mit meinen Handarbeitsfähigkeiten bauchhandelnd an, wieder angenäht hätte – wovon der Mediziner, so die Hoffnung, auf die Schlechtigkeit der Knopfbefestigung ab Werk schließen sollte.

Jetzt aber ach!, schießt es mir auf dem Nachhauseweg durch den Patientenkopf, denkt er gewiss, in welchen Lumpen ich bei ihm aufkreuze. Und mir schneidet die Befürchtung durchs Mark, aus der Hierarchie privat vs. gesetzlich noch downgegradet zu werden in die Kategorie »gesetzlich B« oder schlimmer. Dabei ist es gar kein billiger Lappen, sondern ein beim renommierten Warenhaus erworbenes Teil! Doch so armselig, wie es heute im Sprechzimmer performt hat – ich bin ganz ehrlich enttäuscht.

 

Übrigens: In Nullkommajosef war der Knopf wieder dran – wer auch mal einen appen hat, komme zu mir, ich nähe Dich aus der Patsche:

Ausdenknamen

Die schlechtesten Ausdenknamen der Fernsehgeschichte sind Sandra Nitka und Christian Storm (Ermittlerduo aus »Lenßen & Partner«), v.a. in ihrem ungustiösen Zusammenspiel. Wobei einschränkend anzumerken ist, dass der Darsteller der Figur Christian Storm ebenfalls Christian Storm heißt. Die Darstellerin der Sandra Nitka hat das Glück, ›in echt‹ nicht so zu heißen. LG

»unte«?!

Zärtliche zwölf Jahre war ich, da zog gegenüber, es war in der niederbayerischen Tundra oder vielmehr Plan-, Quatsch: Landwirtschaftsplanebene, eine Familie aus Mutter, Stiefvater und Kindern selbdritt von Franken herabsiedelnd ein. Als auffällig, bzw., ich war ja noch Kind und was wir nicht in einer Tour für Zeug daherredeten: außerirdisch markierte sie etwa der Umstand, dass sie für »nach unten« dialektal nicht wie normal »obe« [aww-be] sagten, sondern »unte«. Jetzt ist es so, dass ich seit drei Triaden selber in Franken lebe und noch nie, kein einziges Mal troff aus einem Munde das Wort »unte« unte. Du, ich glaube, die haben uns damals ganz schön was vorgespielt.

Johann Rosenmüller, Barockkomponist und mutmaßlicher Knabenvergewaltiger

BR Klassik spielt im sonntäglichen »Tafel-Confect« am Mittag Musik des Componirers Komponisten Johann Rosenmüller (1619–1684). Der Moderator informiert einleitend, bevor Rosenmüller die Stelle des angesehenen Leipziger Thomaskantors hätte einnehmen können, hätte er sich nach Italien »abgesetzt«, denn es waren »unappetitliche Gerüchte« aufgetaucht: Rosenmüller hätte mutmaßlich »mit mehr als 20 Chorknaben das sodomitische Knabenschänden getrieben«. Der Moderator weiter: »Zurück ließ er entrüstete Eltern, verstörte Kinder, eine machtlose Obrigkeit«. Vergewaltigte Knaben im Jahre 2019 des Herrn noch als »verstört« zu bezeichnen, was für eine schamlose Beschönigung. Und die arme Obrigkeit, die, so steht zu vermuten, froh gewesen sein dürfte, dass Rosenmüller mit seiner Flucht größere klerikale Unannehmlichkeiten von Leipzig ferngehalten hat, als »machtlos« zu adeln, te absolvo!

Nach dem Stück faselt der Moderator noch, es sei kaum glaublich oder wie, dass ein Kinderschänder solch schöne Musik hervorgebracht habe. Aber mei, was soll’s, wir ergötzen uns zum Mittagessen freilich dennoch daran, wollen aber natürlich nicht unterlassen, auf die »unappetitlichen« Vorgänge hinzuweisen! Schließlich haben wir im Internetz wie im Feuilleton der FAZ/SZ von den ungustiösen Liederlichkeiten um #metoo gelesen.

Meine Güte, was für eine widerliche und verlogene Ekelveranstaltung die sich als solche verkaufende Hochkultur bisweilen ist, es ist zum Cotzen. Als wäre die fortwährend bemüht verhüllte, integrale Kotigkeit der Kultur etwas Neues. Schönen Sonn- bzw. Tag des Herrn!

Die zwei Kirchen

Auf einem erdähnlichen Planeten existiert eine menschenähnliche, ja fast menschheitsgleiche Zivilisation. Wie auf der Erde trägt sich dort ab dem Jahr 1 u.Z. die christliche Auferstehungsgeschichte zu. Der Heiland heißt dort Jebus. Wie auf der Erde resultiert daraus eine Katholische-Kirchen-ähnliche Kirche. Sie heißt zufälligerweise (?) auch Katholische Kirche. Dann finsteres Mittelalter, schlachtende wo nicht mordbrennende Inquisition, Hexenverbrennung, überhaupt Misogynie als Motor des Ursprungsmythos, Kindesmissbrauch bzw. Vergewaltigung vornehmlich von Knaben – weil das alles im Universum nicht bloß auf der Erde, sondern auch dort geschieht, scheint es geschichtliche Notwendigkeit zu haben. Puh! (Three would be evidence.) Besonders zwingendes Detail: Nach gut oder vielmehr etwas mehr als zwei Millennien tritt der dortige Papst zurück, bevor aber ganz schön was rauskommt, du. Im Universum leben plötzlich vier Päpste. Statt zwei, was auch schon crass ist. Nur Gott weiß von alledem und schaut friedlich auf seine Schäfchen hinab. Ob eine der Zivilisationen je herausfinden wird, dass zur Rechten Gottes Jesus sitzt, zu seiner linken allerdings Jebus? Und dass die beiden (!) Heiligen Geister links und rechts so schräg über ihm sitzen, so dass es sich in Tat und Wahrheit um die Heilige Fünffaltigkeit handelt und die Theologen hier wie dort ganz schön ins Schwimmen kämen darob? Gott weiß: nein. Er hat die Entfernung zwischen den beiden Zivilisationen und die Physik extra so eingerichtet.

»knackig dragiert«

Geurteilt anhand des Designs und des wunderhübschen Ausdrucks ~knackig dragiert~ dürfte das MHD dieser delicaten Automatenrarität im Jahre 1993 liegen. Die Schriftart-und-Farben-Kombination von »Gebrannte Erdnüsse« weckt zudem süßliche Kindheitserinnerungen an den Reklame-Opa von Werther’s Echte. 8/10 aber ich habe nicht gekauft lg

Multimedia

Idee zur Neuauflage eines philosophischen Klassikers: »Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft. Was wir wissen können – und was nicht. Mit einem Anhang aus Texten, Podcasts und Videos zu Fakten, Daten und Hintergründen«