Harald Schmidt und das stark verschmutzte Rektum

»Ihr ernährt euch falsch, wenn ihr nach dem Stuhlgang ein stark verschmutztes Rektum habt!« Es ist dieser Satz, der mir von Harald Schmidt für immer am stärksten in Erinnerung bleiben wird. Er stand Anfang der Nullerjahre als groß herausgestelltes Kolumnenzitat in Schmidts Kolumne im »Focus« bzw. »Arschfocus« (M. Hürtgen).

Dies sei hier mal festgehalten, nicht dass Schmidt plötzlich verstirbt und ich es ihm dann postum hinterherrufen müsste. Denn das fände ich einigermaßen pietätlos. Obwohl es in der erwartbaren Chose des »Schmidt war einfach der größte!«, »Der Adorno der deutschen Fernsehunterhaltung« (Kölner Stadtanzeiger, kein Witz) und »Dieses depperte Arschloch Schmidt war doch der beschissenste Schmähfried von allen!« ein ganz netter Ballaststoff wäre.

Postscriptum: Wie Leser W. bemerkt, findet sich Schmidts Rektums-Ausspruch in einem 2007er Interview mit dem »Spiegel«. Wenn Schmidt den Ausspruch nicht einfach zweimal »brachte« (was mir sehr unwahrscheinlich scheint), würfle ich da womöglich zwei Sachen durcheinander. Was mich kaum wundern würde. Fast so stark erinnerlich wie der Ausspruch ist mir der oberstudienratartig angeberhafte und für Musiklaien praktisch unenträselbar hermetische Titel der Buchpublikation der »Focus«-Kolumnen, den ich seit je damit verbinde: »Quadrupelfuge«. Im Erscheinungsjahr 2002 war das für mich 16jährigen Realschulabgänger vom Lande einfach ein lustiges Wort. Heute, fast 20 Jahre später und mittlerweile – man soll auch nicht immer zu bescheiden sein und es auch mal raushauen – Elite-Master-Absolvent, kapiere ich den Titel allerspätestens und dann aber schon auch ohne alle Not beim Untertitel »Variationen über 4 Themen auf 240 Seiten«.
Wie die Dinge sich doch mitunter entwickeln; Harald Schmidt kooperierte zwischenzeitlich mit Oliver Pocher und ich nicht.