Bügeleisenersatz

Kürzlich trauerte ich um mein 2005 gekauftes Bügeleisen der Tchibo-Hausmarke TCM, weil es im 16. Dienstjahr seinen Heizdienst nicht mehr zu tun imstande war. Heute ärgere ich mich, all die Jahre mit diesem gleitbehäbigen, weil unten bloß chrombeschichteten Fossilmonstrum fürs Hausgerätemuseum mich herumgeschunden zu haben. Jetzt verfüge ich über einen Boliden mit »fortschrittlicher Titanschicht und (!) innovativer Beschichtung für ultimative (!!) Gleitfähigkeit auf allen Stoffen.«
LG Andreas der wieselflink Faltenfreie
PS: Schickt mir eure faltichten Sachen (mit Rückporto), die ersten drei, vier Wassertankfüllungen macht’s ja noch Spaß, am liebsten würde ich aus einem Faltenrock die Falten raus- und wieder reinbügeln
PPS: Bitte keine Bügelhasskommentare.
PPPS: Idee für einen Merchandise-Artikel: Ein Bügeleisen aus glänzendem schwarzem Plastik, das nicht nur ausatmet wie Darth Vader, sondern auch ein. Unter der Verkleidung verbirgt sich die ehemalige Jedi-Hoffnung Anakin Skywalker, es kann sich mit seinen dunklen Kräften selbst mit Wasser befüllen (durch die Luke!) und Leute aus der Entfernung würgen. UVP 189,99 € lol

Kurz notiert (103)

Warum heißt es Fangesänge und nicht Ultraschall

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Als Zahnarzt so dedicated sein, dass man seine Tochter Dentagard nennt

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Die vielspurigen Kreisverkehre Niedersachsens mit fünfzehneinhalb Ausfahrten – kennste einen, kennste einen.

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Produktidee Krokettenfahrzeug – der sähmige Knusperpanzer auf güldnen Kartoffelrollen (?)

Zwischenbericht zum 900.

Vorgestern erschien der 900. Beitrag dieses Blogs – und damit fast genau fünf Jahre, nachdem der Salon du Fromage am 02.03.2016 mit dem Text »Tradition vs. Energybrause« (notabene aufgewärmt aus 2014) gelauncht worden war. Die durchschnittliche Veröffentlichungsfrequenz von einem Beitrag alle zwei Tage stellt mich durchaus zufrieden.

Wobei Blog für diesen Blog nach wie vor die falsche Bezeichnung ist. Ich führe hier ja weder Onlinetagebuch, noch berichte ich von Reisen, Trips oder kürzlich gekochtem Essen, noch rezensiere ich, wie es ein vitaler Teil der (*brrrr*) Blogosphäre tut, Bücher. Vielmehr ist der Salon du Fromage eine Art fortlaufendes Archiv meiner komischen Beiträge in den diversen Social Media – schon weil deren Suchfunktionen so elendig schlecht sind und Texte sonst zu verschwinden drohten.

Als Seitendesign verwende ich nach wie vor das voreingestellte Standard-Theme »Penscratch«. Das ist zwar pretty low-key. Aber die allermeisten WordPress-Benutzer*innen schrauben doch, bevor sie irgend einen Content uppen, als erstes am Design herum like it’s 2004. Da sieht’s hier schon anders aus.

Meine größten Hits?
Der Schnipsel »Bereit, wenn Sie es sind!«, zu dem Leute nach (was sie sehr häufig tun) Internetsuche dieses Zitats gelangen; der mit einer kleinen Anekdote versehene Mahlzeitwunsch Guten Appo!, für den ebenfalls oft Suchmaschinen bemüht werden; die kleinen Kampagnenkritiken Dies ist nicht Thorsten Brehm und Zusammenhalt, die anlässlich von Wahlplakaten eines schließlich nicht in die Oberbürgermeisterstube gewählten Nürnberger SPD-Mannes entstanden; sowie die Fotografie eines musealisierten Werbeplakats des Fahrradherstellers Wartburg-Rad: HURRAH, ja,.

Bemerkenswerteste Begebenheiten in diesen fünf Jahren: (1) Ein zufällig über den Beitrag Jens Mander gestolperter Leser informiert mich per E-Mail liebenswürdigerweise, der in dem Text verhandelte Beispielname der Windows-Installationsroutine, Jens Mander, sei begründet in der ebenfalls angegebenen Beispiel-E-Mailadresse jemand@microsoft.com. Ich hätte Jeslie Mandoki genommen. (2) Ein Typ echauffiert sich per E-Mail darüber, dass man unter meinen Beiträgen nicht kommentieren kann. Er hat nämlich ordentlich Bedarf, etwas richtigzustellen: In Misbehavin’ Chippendales würde ich nämlich ein Chippendales-Werbeplakat völlig verkehrt interpretieren! Nicht, wie ich es verdreht hätte, die Chippendales sollten sich misbehaven – sondern ja wohl die Frauen, denen diese Reklame zugedacht ist! Ich habe ehrlich gesagt gar nicht geantwortet, weil ich, wo es geht, Reklamen gegen den Strich lese, wie ich es will. Amüsiert hat mich, und darum erwähne ich diese Geschichte, dass ich die von mir unerwiderte Klage im einen oder anderen Kommentarbereich anderer WordPress-Blogs herumposaunt wiederfand. Na hoffentlich hat da jemand zugestimmt. (3) Der Besitzer eines Ladens, über dessen Firmenschild ich mich witzig gemacht hatte, forderte mich per Facebookkommentar auf, ihm € 80,- für die unerlaubte Veröffentlichung seines Schildes zu bezahlen. Was willkürlich ausgedacht klang und ich natürlich nicht machte. Sondern eine befreundete Juristin fragte, die mich versicherte, an solchen öffentlichen Bildinhalten gäbe es keine Rechte, solange, wenn ich mich richtig erinnere, keine Rechte am eigenen Bild geltend gemacht werden könnten. Erleichtert schloss ich daraufhin sicherheitshalber eine Rechtsschutzversicherung ab.

What the …?

Älterer Mann beim Bäcker, während ich Milch in den Kaffee schütte: »Zwei Stück Schleimkuchen, bitte! Der ist ja heute frisch, oder?«

(Gibt es irgendwo, z.B. in der Region Hannover, Schleimkuchen und alte Leute mögen sowas, oder war das ein Radio Morning Show VerhörHammer?)

Maus-Malaise

Der Musiker John Maus will nicht absichtlich an den Krawallen ums US-Kapitol teilgenommen haben, wie er kürzlich bekannt gab. Er sei an dem Tag zufällig in der Nähe des Regierungsviertels gewesen, dann unglücklich mausgerutscht und so in die ganze Sache hineingeschlittert. Er bringe bald eine neue CD heraus, auf der die Malaise für alle verständlich aufgearbeitet werde, so der US-Amerikaner.

Kurz notiert (102)

»Du, in der Bahnhofsstraße hat n toller neuer Kaffeeladen aufgemacht – nimm doch den mal auf deine To-Go-Liste!«

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Warum heißt es Hörgeräte-Akustiker und nicht Hörrohr-Haus

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Barkeeper putzen ihre Zähne mit blender-med

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GTA Hoffmann der romantische Autodieb

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Bayern-Power gegen die Pandemie

Hu-bert Ai-wang-er gibt den Startschuss für die Produktion des bayerischen Impfstoffs BayVac. Neben mRNA soll das Bavariakzin, wie die Hersteller es liebevoll nennen, nichts als Wasser, Hopfen und Malz enthalten. Besonders wirksam soll es gegen migrantische Virusmutationen wie das England- oder das Südafrikavirus sein. Während der Starkbierzeit wird das Mittel den Namen Vakzinator tragen, 1,5 Mal so stark sein und als 1-Liter-Dosis verimpft.

Zum Komponieren des Marketingsongs »Gott mit Dir, Du Land des BayVac« will man die Biermösl Blosn verpflichten. »Die Biermösl Blosn gibt’s seit 2012 nicht mehr«, weigert sich Hans Well stellvertretend.

»Die-sen Kom-mu-nis-ten kann man es a-ber auch nicht recht ma-chen! Wo wir schon al-les an High-Tech und In-no-va-tion und Fi-nan-zie-rung ü-ber-neh-men. Vak-zi-niert wer-den wol-len sie dann a-ber frei-lich schon gleich, die-se Ba-zil-len«, ärgert sich Ai-wang-er auf Nachfrage.

Die Impfreihenfolge soll sich nach Parteizugehörigkeit, Spezltum und/oder heimatlicher Stammbaumlänge richten.

Faszination Cineasmus

Deutschlandfunk-Interview mit einem Autoren letzte Woche: »Sie sind ja auch Cineast …«
Autor: »Ja, also, ob ich Cineast bin, weiß ich gar nicht, aber ich kuck schon gerne Filme.«

Max Goldt monierte einmal die schlechte Angewohnheit von Journalist*innen, Leute, die halt an irgendwas Interesse haben, zu fragen: »Aha, was f a s z i n i e r t sie denn an …?«