Bayerische »Sommer«ferien

In Bayern finden die Sommerferien stets von Ende Juli bis Mitte September statt. Den schönsten Teil des Sommers hocken die Schüler*innen noch in der Schule, es ist schon Notenschluss gewesen, es werden nur noch Filme gekuckt, demütigende Sport»feste« abgehalten, niemand scheißt sich mehr was und nach vier Stunden ist hitzefrei; vorher schwitzen alle die Schule voll, dass die Wände feucht werden.

Warum das so ist? Damit die Schüler*innen im Agrar- und Bauernfreistaat Bayern im August bei der Ernte helfen können. »Aber für die Ernte schickt der Landwirt seine Fahrzeuge und Maschinen doch mittlerweile vom Bett aus per iPad auf die Felder, da brauchen doch keine Kinder mehr einen Pflug zu ziehen oder sich mit Dreschflegeln zu verprügeln!«

Als ein Großteil der Kultusminister, in deren Bundesländern die Sommerferien in gegenseitiger Abstimmung jedes Jahr wann anders stattfinden, letztes Jahr darauf drängten, Bayern solle sich an diesem flexiblen Sommerferienterminsystem beteiligen, beschied sie der bayerische Landesvater Markus Söder mit ca. den fränkelnden Worten: »Des ham wir scho immer so gmocht. Des basst scho und des bleibt etzadla auch so.«

Merwürdig, dass aus so vielen Schüler*innen irgendwann doch CSU-Wähler*innen werden. Naja, dann weiterhin viel Spaß im Freibad bei wechselhaften 19 °C und ab Ende August gar nicht mehr.

Urban

»Tut mir leid, Sie können nicht in unser Dorf ziehen.«
»Aber warum das denn nicht? Da ist dieses leerstehende Haus, ich hab die Kohle – mehr als alle anderen Interessenten sogar! Also warum sollte ich nicht herziehen dürfen?«
»Na, denken Sie doch mal scharf nach, Herr U r b a n .«

K1 zur Lage der SPD

K1 (8 W.) heute beim Frühstück beiläufig: »Also wenn die SPD zu alter s o z i a l demokratischer, wo nicht gar sozialistischer Stärke von vor 1914 (Kriegskredite!) bzw. 1875 (Gothaer Programm! Siehe Marx‘ »Kritik des Gothaer Programms«) zurückfindet, könnte es klappen mit K a n z l e r Scholz! Aber dann lad‘ ich euch zum Wahlsieg fei schon alle in den Paulanergarten ein!«

Der Rauchwarnmelder-Boomer

Zwei von fünf Rauchwarnmeldern sponnen und sandten in einer Tour willkürlich Warntöne, obwohl weit und breit kein Rauch zu detektieren war. Kommt also heute einer von der Rauchwarnmelder-Vermietfirma. Um die 60, durch und durch kartoffeliger Boomer, bestimmt im Schrebergarten gestern sieben Pils bei der Deutschland-Niederlage. Im Wohnzimmer steht er auf der Leiter und fragt: »Hat die Decke ein Maler gestrichen oder Sie selber? Wenn Sie selber, will ich nix sagen.« »Ich selber«, entgegne ich, und freilich interessiert mich, was er denn so brennend nicht sagen wolle: »Warum, sieht sie denn so schlecht aus?« Natürlich hält er es nicht aus und mir sofort einen Vortrag, wie so eine Decke richtig zu streichen sei, damit keine Übergänge zu sehen sind. Das habe er von einem Maler gelernt, »der wollte dann gleich, dass ich bei ihm als Geselle arbeite 😃 Hab ich aber nicht gemacht, weil is‘ nich‘ mein Metier.«
Sein Metier ist offensichtlich auch der Umgang mit Kund*innen nicht. Beurteilst du nämlich eine selbstgestrichene Decke als schlecht, hält dich jemand womöglich (zurecht) für einen Boomer-Wichser.
Auf die Frage nach dem Maler kam er wohl überhaupt erst, weil die Wände so extrem praecise und meisterpreiswürdig schön gestrichen sind. Dass Deckenstreichen meine Hassarbeit ist, bei der ich nach 2 m² keinen Bock mehr habe, weil mir trotz Verlängerung pausenlos der Arm halb abfällt und, ach was: -fault, kann er sich bei seinem vom Himmel gefallenen Gesellenblick doch eigentlich denken.