Der Rauchwarnmelder-Boomer

Zwei von fünf Rauchwarnmeldern sponnen und sandten in einer Tour willkürlich Warntöne, obwohl weit und breit kein Rauch zu detektieren war. Kommt also heute einer von der Rauchwarnmelder-Vermietfirma. Um die 60, durch und durch kartoffeliger Boomer, bestimmt im Schrebergarten gestern sieben Pils bei der Deutschland-Niederlage. Im Wohnzimmer steht er auf der Leiter und fragt: »Hat die Decke ein Maler gestrichen oder Sie selber? Wenn Sie selber, will ich nix sagen.« »Ich selber«, entgegne ich, und freilich interessiert mich, was er denn so brennend nicht sagen wolle: »Warum, sieht sie denn so schlecht aus?« Natürlich hält er es nicht aus und mir sofort einen Vortrag, wie so eine Decke richtig zu streichen sei, damit keine Übergänge zu sehen sind. Das habe er von einem Maler gelernt, »der wollte dann gleich, dass ich bei ihm als Geselle arbeite 😃 Hab ich aber nicht gemacht, weil is‘ nich‘ mein Metier.«
Sein Metier ist offensichtlich auch der Umgang mit Kund*innen nicht. Beurteilst du nämlich eine selbstgestrichene Decke als schlecht, hält dich jemand womöglich (zurecht) für einen Boomer-Wichser.
Auf die Frage nach dem Maler kam er wohl überhaupt erst, weil die Wände so extrem praecise und meisterpreiswürdig schön gestrichen sind. Dass Deckenstreichen meine Hassarbeit ist, bei der ich nach 2 m² keinen Bock mehr habe, weil mir trotz Verlängerung pausenlos der Arm halb abfällt und, ach was: -fault, kann er sich bei seinem vom Himmel gefallenen Gesellenblick doch eigentlich denken.