Vom ewiggestrigen Klaue

»Anders als heutige Jungakademiker glauben, die diese Satiren als Verspottung eines gedrechselten Jargons goutieren, handelt es sich bei dieser Überzeichnung um eine Würdigung, um die Reverenz an Menschen, die von gestern und eben deshalb dem Heute überlegen sind.« (Magnus Klaue: »Einer von gestern. 80. Geburtstag von Eckhard Henscheid«, tagesspiegel.de vom 14.09.2021)

Von Profi- bzw. Alt- resp. Superakademiker Magnus Klaue geburnt – meint er mich, dann habe ich wohl alles richtig gemacht. Wenn er tatsächlich glaubt, diese Menschen »von gestern« seien »dem Heute überlegen«, geht es letztlich doch wieder nur um ihn selbst. Er weiß eben noch, wie man gestern spazieren ging, um nicht zu sagen ergebnisoffen flanierte, und latscht nicht einfach dumm herum wie die Heutigen. Genau solche Selbstglorifizierung qua Sich-gleich-Machen mit den Säulenheiligen griff Henscheid – der etwa Adornos Schriften immer sowohl affirmierte als auch angriff – mit seiner Kritische-Theorie-Rezeption stets an. Klaue wird das bei mir halt nicht lesen oder hören wollen.