Die wahre Geschichte von den Maden

Berufsschulklasse Feinwerkmechanik, bestehend aus lauter niederbayerischen Grobianen, wir schreiben ca. das Jahr 2004. Aus dem Blockunterrichtsplan wird ersichtlich, dass der Klassenraum in den kommenden drei Wochen leer bleiben wird. Ein Mitschüler, u.a. begeisterter und versoffener Angler, bringt am letzten Tag vor diesem Leerstand ein Schächtelchen mit 50 Maden, gekauft für 50 Cent beim Anglerbedarf, mit. Nach der Pause placiert er diese Maden im Verein mit einem Stück Leberkäse von der Pausenverkaufsleberkässemmel in einem der Blumentöpfe auf dem Fensterbrett. Zeitsprung: nächster Blockunterricht. Der Klassenlehrer ermahnt uns beim Erstkontakt, ja schimpft uns richtiggehend aus, wir sollten doch nicht lauter Müll hinter die Heizkörper schmeißen (es sind so undurchsichtige, ohne Rippen), schließlich wozu gäbe es den Mülleimer. »Weil als ich letzte Woche wieder hier reingekommen bin, da war a l l e s schwarz an den Fenstern. So viele Fliegen habe ich überhaupt noch nie gesehen.« Er hat freilich komplett übertrieben, aber zu gerne hätte ich gesehen, wie viele Fliegen sich aus den Maden tatsächlich herausentwickelt, am Leberkäse gelabt und im Berufsschulklassenraum vergnügt hatten.

Was in der FAZ imo passieren soll

Hoffentlich überlebt die FAZ lange genug, dass in ihrer Leserbriefrubrik »imo«, »imho«, »afaik« und gar »imao« die Anachronismen – wo nicht dinosaurierartigen Ungetüme! – »meines Erachtens« und »meines Wissens« verdrängen können. Und hoffentlich muss der Verein Deutsche Sprache das auch noch erleben! Den dorthinnigen Ein- bzw. Siegeszug von »tbh« fände ich auch schön tbh

»Matratze« bzw. Turnmatte

5. Klasse, ein Mitschüler hat im Sportunterricht Scheiß gemacht und muss zur Strafe die zuvor gelernte (?) Übung vorturnen, und zwar korrekt kommentiert. »Ja, dann gniad ma si dò so aaf de Matratzn hii …«, versucht er es mit ostentativer Wurschtigkeit. Als nächster musste ich eine Strafübung vorturnen, weil ich wegen der Übungskommentierung des Mitschülers so viel und laut lachen musste. Das war aber nicht die Begebenheit, bei der mir derselbe Sportlehrer vor Wut über meine feixende Unaufmerksamkeit mit einem Handball fast den Kopf von den Schultern geworfen hätte. Er warf ein klein wenig daneben, den Einschlag an der Wand habe ich noch im Ohr. Und wenn die Turnhalle noch nicht abgerissen ist, dann lebt der Abdruck noch heute.
1/5 Handbällen, würde 0, wenn’s ginge.

Strohhalm

Vorschlag zur Güte: Kevin Kühnert will sich für die Aufhebung des EU-Verbots von Plastikstrohhalmen einsetzen. Etwa die beliebte Capri Sun solle dann wieder in alter Würde und Gloria ausgeliefert werden können.

Dann müsse es »aber auch mal gut sein« mit der Kritisiererei an der Taxonomieänderung bezüglich Gas und Atom, so der SPD-Generalsekretär. Demokratische Politik bedeute nunmal oft Sachzwänge und Mehrheitsentscheidungen, über die sich einzelne Mitgliedsstaaten nicht einfach hinwegsetzen könnten.

Und zum Thema Brückentechnologien müsste die eine oder der andere vielleicht noch mal den Hirnkasten einschalten statt bloß Populismus zu betreiben. Die Energiewende zur globalen Klimaneutralität sei eben nicht für umsonst zu haben, wie der ehemalige Juso-Chef bei Markus Lanz ausführte.