Teelöffel

Was mich immer noch, obwohl ich zuletzt vor ca. acht Jahren davon hören/lesen musste, maßlos wütend macht, ist das sog. TEELAMAẞ. Wikipedia weiß dazu Folgendes: »Das Teelamaß oder Teelamaß-Löffel ist ein Maßlöffel, beziehungsweise ein Portionslöffel der Firma TeeGschwendner. Hiermit gibt die Firma auf vielen ihrer Teeprodukte individuell an, wie viel dieser Maßlöffel bei gegebenem Wasser und Teesorte, für die Teezubereitung nötig sind.«

Dran denken machte mich der neue Kaffeelöffel, der kürzlich in einer French Press ins Haus gekommen war. Sofort schnürt mir die eingeschossene Hässlichkeit des Wortes TEELAMAẞ bund-, ja büschelweise Kapillaren ab, Rückenmark wird teilweise dampfförmig und entweicht über die spontan spröd werdende Wirbelsäule steißseitig. Die Augeninnenflüssigkeit flockt aus und zieht die Netzhaut rosinenförmig ein. Die Lippen gibt es nicht mehr, die Fußhaut abgelöst auf dem Küchenboden. Unter den Kniescheiben ameiselt es, die Schultern ganz borckicht. Der Rumpf klumpt TEELAMAẞ für TEELAMAẞ ab.

Und wer hat uns das eingebrockt? TeeGschwendner-»Mitarbeiter Edgar Halm, der heute noch immer in der Teeabteilung Projekte umsetzt, hatte damals die Idee, in Anlehnung an den damaligen Firmennamen [Teeladen] einfach „Teela-“ vor die Utensilien zu setzen. Die Idee war geboren, wurde für gut befunden und umgesetzt und bis heute aufrechterhalten.« (Ebd.)

Und warum der Extralöffel überhaupt? »Dadurch ist die Dosierung für den Verbraucher oft leichter, da er nicht mehr den Roh-Tee abwiegen muss.« Geh, nehmt’s halt einfach ’nen Teelöffel, ha?!