Kalter Arm

Gelegentlich wache ich nachts auf und hab kalten Arm. Sogleich verstaue ich ihn wieder unter der Bettdecke und mummle mich auch sonst wieder ordentlich ein. Da ich selbst es unangenehm finde, kalten Arm zu haben und sich wohl weder Frau noch Kind einen Spaß erlauben und ihn a u f die Decke legen: Wen soll ich anklagen. Worin unterscheiden sich Täter und Opfer.

In »Jungle World« und Sammelband: Über Eckhard Henscheid und Adorno

In der aktuellen Ausgabe der Jungle World: Mein Text über Eckhard Henscheid und Adorno, »Nonsenssatire und Komik« (Jungle-World-Feuilleton-Beilage Dschungel 12/2022, S. 18–23; für Online-Abonnent*innen hier).

Dabei handelt es sich um einen Komplettabdruck des Textes, der kürzlich im Sammelband Ästhetik nach Adorno. Positionen zur Gegenwartskunst (Robin Becker, David Hagen und Livia von Samson (Hrsg.), Berlin: Verbrecher Verlag 2022) erschien.

Kurz notiert (119)

Evangelische Prog-Rock-Band King Chrismon

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Bedienung: »«Wie möchten Sie ihr Steak? Rare, me…«

Stefan Niggemeier: »Übermedium.«

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Barkeeper, der bloß noch mit dem Kopf schüttelt

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*wird in der plastischen Chirurgie zum Antlitzbesuch erwartet*

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*schwamm drüber*

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Kartentisch

In Lissabon wurde ich mal, an so einem Vierertisch sitzend und Reisetagebuch schreibend, von Einheimischen auf Portugiesisch „weggebeten“, weil der Tisch im Schatten war und sie Karten spielen wollten. Ich verstand erst, was sie wollten, als sie sagten: Carta … 🤌 carta … 🤌

Die armen Dummen, dummen Armen

Aus dem SPIEGEL 4/1972 zum Zusammenhang von elterlichem „Bildungsniveau“, i.e. Vermögen, und dem „Intelligenzgrad“ von Kindern:

„Die Fernseh-Dauer wird außerdem bestimmt vom Intelligenzgrad des Kindes und dem Bildungsniveau seiner Eltern. [Bildungswissenschaftler Georg] Schottmayer belehrt: »Eine kleine Gruppe der oberen Schichten und oberen Mittelschichten verharrt heute noch in einer ablehnenden Haltung gegenüber dem Fernsehen und weigert sich, ein Gerät zu kaufen.« Nach [dem Soziologen James] Halloran läuft der Empfänger »häufiger in Familien der Arbeiterklasse als in Familien, die der Mittelklasse angehören«. […] »Je dümmer der Schüler, um so länger sein Fernsehen«, resümieren Stückrath und [sein Kollege Fritz] Schottmayer, und Halloran bestätigt: »je begabter das Kind, um so weniger wird es fernsehen; das heißt: Der Begabtere erreicht den Sättigungspunkt früher.«“