Fahrgeräusche

Der Hyundai IONIQ macht beim Rückwärtsfahren sanft warnend »🎵bimm… 🎵bimm… 🎵bimm…«, so dass es die Leute außerhalb des Fahrzeugs noch hören. Müsste ich damit rückwärts fahren, würde ich AURASTEN und dann NIE MEHR RÜCKWÄRTS FAHREN

Ganz und gar nicht komisch: Die »Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS e. V.« (HIAG)

Im zweiten Band von Marie Marcks’ gezeichneter Autobiografie, Schwarz-weiß und bunt (München: Frauenbuch Verlag 1989), lese ich in ihren Berichten vom USA-Jahresaufenthalt 1957 über Nachrichten aus der BRD: »Die KPD wurde als verfassungsfeindlich verboten, ehemalige SS-Angehörige hingegen schlossen sich legal zur HIAG zusammen. Den Kindern, sonst nett aufgenommen, wurde ab und zu ›Nazi‹ nachgerufen.« HIAG? Davon habe ich ja noch nie gehört. Wikipedia weiß:

»Die Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS e. V. (HIAG) wurde 1951 als ›Traditionsverband‹ in Deutschland begründet. Die Gründer, Funktionäre und Redner waren verschiedene Offiziere der Waffen-SS. Der Bundesverband löste sich 1992 auf, regionale Organisationen existieren aber vereinzelt weiter. Die HIAG wurde zeitweilig als rechtsextremistisch vom Verfassungsschutz beobachtet und war bei der Bevölkerung und in den Medien ab den 1960er Jahren zunehmend umstritten.« Umstritten sein und Beobachtung durch den VS machen Rechtsextremen das Leben extrem schwer, man kennt es. »Eines der erklärten Ziele der HIAG war die Änderung der gesellschaftlichen und juristischen Wahrnehmung der Angehörigen der Waffen-SS als normale Soldaten.«

Na servus. Außerdem: »Die HIAG hatte von ihrer Gründung bis in die 1970er Jahre nicht nur erheblichen Einfluss im Netzwerk der Soldaten- und Traditionsverbände, sondern pflegte auch intensive Kontakte zu den im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien. Sie erreichte so für die ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS deren ›Rehabilitierung‹ und uneingeschränkte Rentenversorgung, während die Parteien im Gegenzug hofften, durch solche Zugeständnisse die Mitglieder und Anhänger der HIAG in die demokratische Gesellschaft zu integrieren und ihre Wählerstimmen zu gewinnen. Erst in den 1980er Jahren kam es zur Distanzierung: CDU-Bundestagsabgeordnete beendeten ihre Mitarbeit; die SPD beschloss die Unvereinbarkeit, da die HIAG ›dazu beiträgt, nationalsozialistisches Gedankengut zu vertreten bzw. zu verharmlosen‹.« Danke, SPD, dass ihr schon nach 30 Jahren die Unvereinbarkeit mit einem Verein zur Rehabilitierung ehemaliger Waffen-SSler beschließt! Was euer Vorzeigemitglied und Waffen-SS-Mann Günter Grass da wohl gedacht haben mag?

Weiter lese ich, zu den Waffen-SS-Männern gehörte u.a. ein gewisser »Otto Beisheim (Metro-Mitbegründer, Unternehmer): 1. SS-Panzer-Division ›Leibstandarte SS Adolf Hitler‹«. Einleitend weiß dessen Wikipedia-Eintrag: »Otto Beisheim (* 3. Januar 1924 in Vossnacken bei Essen; † 18. Februar 2013 in Rottach-Egern) war ein deutsch-schweizerischer Kaufmann, Unternehmer und Mitgründer des Metro-Konzerns.« Erst unter »Leben« heißt es im Abschnitt »Zweiter Weltkrieg«: »Im Oktober 1942 trat Beisheim freiwillig der Waffen-SS bei und diente zeitweise als SS-Sturmmann (entspricht Gefreiter) in der SS-Division Leibstandarte Adolf Hitler an der Ostfront.« In Berlin steht seit 2004 fröhlich das Beisheim Center, »Otto Beisheim ließ es für 463 Millionen Euro errichten.« Dass der Bauherr und Namensgeber Waffen-SS-Mann war, davon weiß der hübsche Beisheim-Center-Eintrag freilich nichts.

Und nichts davon, aber auch gar nichts, erfährt man z.B. im bayerischen Geschichtsunterricht. Dass die BRD von ihrer Gründung an in Politik, Wirtschaft, Juristerei etc. von Nazis durchsetzt war, denen ein bequemes Auskommen verschafft wurde, während die Überlebenden von Holocaust und Porajmos sowie die Opfer und deren Hinterbliebene nach wie vor menschenunwürdig behandelt wurden, darüber lernt niemand etwas. Stattdessen bekommen die Schüler*innen etwas von »Entnazifizierung« und Wirtschaftswunder unter Adenauer und Erhard vorgelogen. Um etwas vom realen Dreck zu erfahren, musst du konkret o.ä. lesen, oder eben bei Marcks drüberstolpern. Es ist doch alles so verkommen.

Naja, ein bisschen weiterlesen könnte eins hier: https://en.wikipedia.org/wiki/HIAG

»Chocomel – ein Original«

Wenn ein Getränk sich bescheiden und vor allem kollegial »ein Original« nennt, ist meine Sympathie ihm sicher. Es erinnert mich an die herzerwärmende Aufschrift über einer Nürnberger Dönerbude: »Ein Besonderes unter den Besten«.
Gesehen habe ich dieses Schokoladengetränk am 4.5.21 zum ersten Mal, im Kühlregal einer Tankstelle. Weniger süß als die Mitbewerber aus den Getränkekartons und Flaschen – was ich sehr begrüße –, aber auch etwas »dünner« – was ich weniger begrüße –. 7,7/10

Josef aus Kastelruth

Die Bürgermeister der Gemeinde Kastelruth, des namensgebenden Ortes der Kastelruther Spatzen, von 1952 bis 1980 hießen:
  • Josef Egger: 1952–1956
  • Josef Trocker: 1956–1969
  • Josef Fulterer: 1969–1974
  • Josef Gasser: 1974–1980

Bonus, weil Premiumname:

  • Vinzenz Karbon: 1980–2004

Das »RedaktionsNetzwerk Deutschland« über Israels »Iron Dome« – in Kindersprache

Während der letzten Attacken der Hamas auf Israel erläutert RND-Chefautor Matthias Koch im Artikel »Iron Dome: Eine Maschine verteidigt Menschen« das israelische Raketenabwehrsystem, mit dem feindliche Raketen noch in der Luft zerstört werden können. Und zwar mit einer im ganzen Text nachgerade kindischen, ja sogar dümmlichen Wortwahl.

Über die Explosionen am Himmel, wenn eine israelische Abfang- auf eine palästinensische Angriffsrakete trifft, schreibt er: »Das eigentümliche Piff-Paff am Nachthimmel wirkte wie ein Feuerwerk.« Nur dass Feuerwerk am Himmel bunt zu sein pflegt und in aller Regel allerlei schöne Formen wie Kugeln, Sterne oder Pusteblumenköpfe hervorbringt. Bloß »Piff-Paff« machen Böller – auch da würde niemand bei Trost von »Piff-Paff« sprechen/schreiben –, und wer seinen Kund*innen als Himmelsfeuerwerk nichts als feurige Böllerexplosionen böte, wäre wohl schnell auftragslos und insolvent. Doch unmittelbar darauf kinderquatscht Koch entsprechend weiter: »Phasenweise aber, wenn das Abwehrsystem an seine Kapazitätsgrenzen geführt werden sollte, steigerte sich der Lärm zu einem bedrohlichen Dauergeknatter.« Knattern, ja.

Für dem Anlass angemessen hält Koch weiter unten: »Die Firma feierte, während es über Ashkelon und Tel Aviv blitzte und knallte [ja Mensch, genau wie zu Silvester!], auf ihrer Webseite gerade ›zehn Jahre Iron Dome‹.« Auch (wahrscheinliche) Übersetzungen geraten geradezu silvestrig: »›Auf jeden Fall wurden da in den letzten Tagen viele Millionen Dollar verballert‹, sagt ein Insider.« Ist der Artikel etwa insgeheim eine Aufforderung an all die ›legitimen Israelkritiker*innen‹, »Brot statt Raketen!« in den Nahen Osten zu rufen?

Ein Professor der Münchner Bundeswehr-Hochschule würde sich einer solchen Kampagne wohl nicht anschließen, beherrscht den infantilen RND-Koch-Ton aber offenbar ganz von alleine, wenn er mit dem ganzen Gewicht seiner wissenschaftlichen Expertise analysiert: »›Wenn wir in Deutschland eine vergleichbare Raketenattacke erleben würden, stünden wir dumm da‹, sagt Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Hochschule der Bundeswehr in München.«

Dem Text sei das Prädikat »Supi-lupi Schreibi-Schreibi« verliehen.

Kurz notiert (111)

Die ach so cultivirten Conditor*innen schauen im Fernsehen am liebsten TARTE

*

Dialektwissnschoft – oafach a pfundige Sach 👍

*

Die Lumberjack-WM wurde wegen Corona auch dieses Jahr abgesägt

*
Ich komme heute Nacht, wenn du schläfst, in dein Zimmer und verbreitere unrechtmäßig deinen Content.

*

YouTube-Causa »Prahlvideo ›Malerkanten‹«

23.05.2021 | Na servus: Ein Video, in dem ich schamlos mit den Malerkanten in unserer Küche herumprahle, wurde von irgendwem gemeldet und daraufhin von der Fa. YouTube mit der Altersfreigabe »ab 18« versehen. Wahrscheinlich, weil die Kanten einfach zu scharf sind und das Video deswegen too sexy?!

31.05.2021 | Na servus: Irgend jemand von der Fa. YouTube hat sich mein »Prahlvideo ›Malerkanten‹«* nochmal genau angesehen und ist zum Schluss gekommen, dass es sich doch nicht um 18+-Content handelt. So richtig stellt mich das nun aber auch nicht zufrieden – sind meine Malerkanten etwa nicht scharf genug?! Und jetzt, wo die Ü18-Restriktion weg ist, finde ich das Video prompt nicht mehr so auratisch. Oder erotisch? Gleichviel. Ein Sieg gegen einen Goliath, der sich einfach nicht wie ein Sieg anfühlen will.

Hu-bert und die schwe-ren Schin-ken

25. Juni 2021: Hu-bert Ai-wang-er rühmt sich auf Twitter, dass ihm der Kamm schwillt, weil im Allgäu MiT bAyEriScHeN fÖrDeRmiTtELn ein Mobilfunkmast aufgestellt wird. Der komplette Rest der ganzen Welt schickt sich deswegen hämische 😂-Nachrichten übers hyperschnelle Mobilnetz, den Hu-bert erreicht davon aber freilich nichts, weil niemand seine Quix-Nummer hat. Daher ficht ihn das auch gar nicht an, und so zeigt er noch stolz her, was er dem Landkreis Oberallgäu und der Stadt Immenstadt – quasi orbi et urbi –, in die goldenen Bücher bzw. »schweren Schinken« (Hub. Aiw., Schweinezüchter) dichtet:

»Dem Landkreis
Oberallgäu
eine gute Zukunft!
Wunderschöne Heimat
tüchtiger Menschen!
Hubert Aiwanger
Juni 2021«

»Immenstadt alles
gute für die Zukunft,
der Kommunalpolitik
allzeit gute Entscheidungen
für die Bürgerinnen
und Bürger!
Juni 2021
Hubert Aiwanger«

Er redet nicht nur stets, ohne vorher zu überlegen, irgendeinen vor Ressentiments berstenden Dünnfug daher, er schreibt freilich auch so.

https://twitter.com/HubertAiwanger/status/1408466614480211974

Gendern und das Deutsche

Gendern zerstöre die deutsche Sprache, plärren die Reaktionäre quer durchs Land bis in die allerhöchsten Feuilletons hinein – aber dass in dieser Quatschsprache z.B. »Maskenpflicht fallen lassen« und »Maskenpflicht aufheben« das Gleiche bedeuten, stört freilich wieder keine*n der sogenannten Kritiker*innen.

Das »RedaktionsNetzwerk Deutschland« über Israels »Iron Dome« – in Kindersprache

Während der letzten Attacken der Hamas auf Israel erläutert RND-Chefautor Matthias Koch im Artikel »Iron Dome: Eine Maschine verteidigt Menschen« das israelische Raketenabwehrsystem, mit dem feindliche Raketen noch in der Luft zerstört werden können. Und zwar mit einer im ganzen Text nachgerade kindischen, ja sogar dümmlichen Wortwahl.

Über die Explosionen am Himmel, wenn eine israelische Abfang- auf eine palästinensische Angriffsrakete trifft, schreibt er: »Das eigentümliche Piff-Paff am Nachthimmel wirkte wie ein Feuerwerk.« Nur dass Feuerwerk am Himmel bunt zu sein pflegt und in aller Regel allerlei schöne Formen wie Kugeln, Sterne oder Pusteblumenköpfe hervorbringt. Bloß »Piff-Paff« machen Böller – auch da würde niemand bei Trost von »Piff-Paff« sprechen/schreiben –, und wer seinen Kund*innen als Himmelsfeuerwerk nichts als feurige Böllerexplosionen böte, wäre wohl schnell auftragslos und insolvent. Doch unmittelbar darauf kinderquatscht Koch entsprechend weiter: »Phasenweise aber, wenn das Abwehrsystem an seine Kapazitätsgrenzen geführt werden sollte, steigerte sich der Lärm zu einem bedrohlichen Dauergeknatter.« Knattern, ja.

Für dem Anlass angemessen hält Koch weiter unten: »Die Firma feierte, während es über Ashkelon und Tel Aviv blitzte und knallte [ja Mensch, genau wie zu Silvester!], auf ihrer Webseite gerade ›zehn Jahre Iron Dome‹.« Auch (wahrscheinliche) Übersetzungen geraten geradezu silvestrig: »›Auf jeden Fall wurden da in den letzten Tagen viele Millionen Dollar verballert‹, sagt ein Insider.« Ist der Artikel etwa insgeheim eine Aufforderung an all die ›legitimen Israelkritiker*innen‹, »Brot statt Raketen!« in den Nahen Osten zu rufen?

Ein Professor der Münchner Bundeswehr-Hochschule würde sich einer solchen Kampagne wohl nicht anschließen, beherrscht den infantilen RND-Koch-Ton aber offenbar ganz von alleine, wenn er mit dem ganzen Gewicht seiner wissenschaftlichen Expertise analysiert: »›Wenn wir in Deutschland eine vergleichbare Raketenattacke erleben würden, stünden wir dumm da‹, sagt Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Hochschule der Bundeswehr in München.«

Dem Text sei das Prädikat »Supi-lupi Schreibi-Schreibi« verliehen.

Kurz notiert (110)

einen Leserbrief an die SZ mit Dipl.-Ing. h.c. unterzeichnen und dann drucken die das wahrscheinlich auch noch

*

»Bitte freimachen, falls Marke zuhanden« (M. Heidegger an J.-P. Sartre)

*

»Hab, und gut« – die Maxime für ein gelungenes Leben

*

Nach Kenntnisnahme verschiedenster Modelle: Das erste Hemd hat auch keine Taschen.

Bio(N)Tech

BioNTech – wer muss da nicht an den Sepultura-Song »Biotech Is Godzilla« (1993) denken? Textlich ein astreiner Deppensong, verfasst vom offenbaren Volldeppen Jello Biafra (Ex-Dead Kennedys und eines von Sepulturas »biggest idols«). Biafra haut darin die Verschwörungstheorie raus, Biotechnologie werde in finsterer Absicht für geheime Zwecke unserer »rulers« und der »corporations« betrieben. Das ganze gipfelt in der Zeile »Biotech Is AIDS« und schließt damit an an das nicht aus der Welt zu kriegende Hirngespinst, die CIA habe das HI-Virus erschaffen, um Homosexuelle und Afroamerikaner auszurotten.
Musikalisch aber ein recht guter Hardcore-Song für eine Thrash-Metal-Band 😃

Arno Frank soll sich entschuldigen

ABER FÜR DEN AUSDRUCK »Fußball-Fatigue« ENTSCHULDIGST DU DICH GEFÄLLIGST, DU ALBERNER ALLITERATIONS-ARNO 😡😡😡


Beim SPIEGEL wird einfach jeglicher Sinn sturheil dem Stabreim-Zwang geopfert. >M<alefiz, >m<an >m<öchte >M<äuse >m<elken, >M<ensch >M<eier!

Und dann lese ich mir das auch noch durch. Z.B.: »Überhaupt hat das Vorübertreibenlassen der Veranstaltung den drolligen Effekt, dass die meiste Werbung überhaupt keinen Sinn ergibt. Normalerweise bleckt uns aus den Anzeigen nur das weiße Kampfgebiss von Jürgen Klopp entgegen, aber nun? Wer sind diese Leute? Warum freuen sie sich so? Will ich mit ihnen Chips futtern?« Wer in diesem Schmonzes einen Sinn erkennen kann, möge sich melden. Aber Hauptsache, sich von Bastian Sick gemerkt haben, dass es unbedingt »Sinn ergeben« heißt, und nicht »Sinn machen« (was halt gar nicht stimmt). Oben schrieb ich von Sinn-Opferung an den Stabreim-Zwang? Der SPIEGEL-Frank weiß schon nicht mal mehr, was Sinn ist, wenn er ihn hinschreibt.

Debattenjournalismus über E-Roller

Debattenjournalismus: »Davor, die Person vorschnell als gleichgültiges, rücksichtsloses, egoistisches Arschloch vorzuverurteilen, kann, darf und muss gemahnt und gewarnt werden! Bestimmt wollte sie nur an dieser abschüssigen Stelle den Verkehr etwas bremsen und beruhigen und regulieren. Und das ist doch eigentlich nichts Schlechtes. Hingegen wer meint, auch mitten in der Mitte des Wegs bzw. gar auf der vollen Wegbreite fahren oder gehen zu dürfen oder zu müssen, der ist der tatsächliche Gleichgolt, Rücksichts-Loser und Ergoman(n)e. Das wussten schon die alten Römer, wenn sie einen Ostrazismus abhielten.«

Kurz notiert (109)

FAKTEN: Die Stadt Herne hieß bis zur Erfindung der QWERTZ-Tastatur Gerne und der Fußballstar Gorst Grubesch ist ihr Prophet

*

Warum heißt es Shouter einer Hardcore-Band und nicht Schlägersänger

*

Geschäftsidee: Babys durch die Luft transportieren mit Seilwindeln❔❓

*

Deutscher Kriegsminister Heiko Mars❔❓

*

Spargelernte

»Guten Tag 😃 Kann ich Ihnen vielleicht bei der Spargelernte behilflich sein 😃«
»Oh, klar, gern! Voll nett von dir, dass du fragst 😃🤝 dann brauch ich’s nicht ganz allein zu machen! Aber umsonst brauchst du’s fei nicht tun, ich geb dir dann auch was, logo!«

Kurz notiert (108)

Triff uns wie wir vor den Stadtwerken stad twerken

*

Warum heißt es Karaoke-Bar und nicht Stimmlokal

*

Horrorsturz mit dem Skateboard weil Schuhe der Marke Stephen King’s éS an den Füßen

*

Mit geübten Handgriffen aber solchen die schon ewig in der U-Bahn befestigt sind und daher schon viel Erfahrung haben

Blutdruck messen

Blutdruck messen ist doch auch so eine faule Wissenschaft der Zeiger geht die ganze Zeit hin und her und insgesamt runter und wenn die Messperson keine Lust mehr hat denkt sie sich irgendeines von den in der Berufsschule gelernten Zahlenpaaren aus und sagt ou ou ou da müssen wir zum Blutdrucksenker greifen ich sag dem Doktor Bescheid oder ou ou ou so niedrig sind sie nicht die ganze Zeit müde oder bei gar keinem Bock einfach alles paletti und tschüs
Lassts euch nix erzählen Blut hat immer den gleichen Druck abhängig vom Umgebungsluftdruck und Blutdruckmesser sind wie the machine that goes beep

Zukunftsforscher Mathías Horxxx

Der Zukunftsforscher Matthias Horx hieß ursprünglich Matthias Horst. Dass er nicht auch gleich seinen Vornamen zu Mathías hat ändern lassen, ärgert ihn bis heute, aber er wollte die dann echt nicht schon wieder nerven. Heute wünscht er sich auch ein zweites oder gar drittes x für den Nachnamen. Vielleicht macht e

»Der Spiegel« erzählt aus einem »Bunte«-Interview mit Markus Söder

spiegel.de, 11.05.2021

»Noch harmloser kann Wahlkampf kaum daherkommen.« Belanglose Söder-Antworten aus einem »Bunte«-Interview kolportieren (z.B. entgegnet er auf eine grunddumme »Bunte«-Frage, von einer »Männerfreundschaft« zu Robert Habeck zu sprechen, sei dann doch »stark übertrieben«) – noch dümmer kann »Der Spiegel« kaum daherkommen.

Naja, in der Vergangenheit hat er schon oft bewiesen, dass er doch kann.

Olaf »alle Chancen« Scholz

Neue Presse Hannover, 8./9.5.21

Olaf. »Chancen, dass sie am Ende vorn« liegen, haben auch Die Grauen, Die Violetten und – so sie denn (wieder) antreten – die Magdeburger Gartenpartei oder Die Gerade Partei*. Herumposaunen würden aber selbst die das nur, wenn sie ähnlich hemmungslos den FDP- bzw. liberalen Quatschbegriff der »Chancengleichheit«, mit der schon alles seinen rechten und gerechten Gang ginge, akzeptierten.

* Teilte unter @dieGERADE häufig Welt– und FAZ-Artikel und kommentiert drüber: »Was soll man dazu sagen nichts« oder »Was soll man dazu sagen nichts Grüße« und scheute sich auch nicht, auch mal das große Ganze in einem Tweet zu analysieren und in Bausch und Bogen abzuurteilen: »Es geht alles drunter, drüber,keiner hat eine Lösung für unsere Probleme,alle kämpfen um Wähler Quote Macht,aber keiner hat Ahnung wie wir unsere großen Fehler lösen,die Regierung hat Sie gemacht,tut es weiter ohne auf die Bürger zu hören,so kann sich AfD Rechts Ost freuen leider«.

Dem Rotkehlchen, Vogel des Jahres 2021

Beim Betrachten der heimischen Rotkehlchen-Tasse – die sich nicht in diesem Haushalt befindet, weil das possierliche Tierchen (?) zum Vogel des Jahres 2021 gewählt wurde – fällt mir auf, dass ich diesem Siegertier schon mal ein Gedicht gewidmet habe. Der Einfachheit halber sei es hier zitiert:

»Rotkehlchen
Trinken aus
Sektkelchen
Essen gern
Enkelchen
Werden ge-
Tötelchen
Mit einem
Beielchen.
«

Dass ein Allerweltsgetier wie das Rotkehlchen Vogel des Jahres werden kann, liegt zuvörderst daran, dass der Titel dieses Jahr nicht einfach vom NABU vergeben wurde, sondern zum 50. Aktions-Jubiläum per Bevölkerungswahl. Und der Bevölkerung fällt freilich kein gesichtsloserer Piepmatz als das Rotkehlchen ein. Bzw. doch, belegen die weiteren Topplätze unter den 307 Arten nämlich: 2. Rauchschwalbe, 3. Kiebitz, 4. Feldlerche, 5. Stadttaube, 6. Haussperling, 7. Goldregenpfeifer, 8. Blaumeise, 9. Eisvogel, 10. Amsel. Gähn! (Not-so-fun-fact: 1992 wurde das Rotkehlchen schon mal Vogel des Jahres, damals vom NABU gekürt. Gähn!)

Mein Favorit aus der Liste der bisherigen Vögel des Jahres ist übrigens der Pirol (1990). Er heißt und ist von allen Ausgezeichneten imho am schönsten und dieses Mal nur 35. geworden.

Meine persönliche Hitliste 2021 (in Klammern die tatsächliche Platzierung):

  1. Sumpfläufer (307); gerne als Sum-pfläufer auszusprechen
  2. Spornpieper (306); Mords den Jieper auf Spornpieper?!
  3. Rohrschwirl (305); wer rohrschwirlt, hat’s leichter?
  4. Skua (304); klingt wie ein merkwürdiges Musiksubgenre
  5. Rohrammer (282); der Rohrammer ist nicht zimperlich und stößt dem Nachwuchs das Essen stets ungegart und mit Schmackes in den Rachen
  6. Dunkler Sturmtaucher (263) / Dunkler Wasserläufer (297); death to all but metal
  7. [n.v. wg. Doppelbeleg. Pl. 6]
  8. Orpheusspötter (274); pfeift Orpheus beim Verlassen der Unterwelt hämisch hinterher, will sich dessen hinter ihm der Unterwelt entsteigende Gemahlin Eurydike schnappen, die aber von Hermes endgültig ins Reich der Toten verbracht wird, weil Orpheus sich nicht an das Verbot der Persephone hält, sich nach der Gemahlin umzusehen; eine Geschichte, die der Orpheusspötter seither von allen griechischen Dächern pfeift
  9. Gryllteiste (189) / Tordalk (128); so könnten skandinavische Metalmusiker heißen
  10. [n.v. wg. Doppelbeleg. Pl. 10]
  11. Ortolan (81); klingt wie Medizin

 

Missstand!

Missstand: Auf Klassikradiosendern wird zuviel gelabert.

Außer Nachrichten und Titelansagen sollte dort außerhalb der Stücke niemand etwas ins Mikrofon sprechen dürfen.

Anders ausgedrückt: Wenn die nicht alle bald ihr Maul halten, beschwere ich mich beim Intendanten, dem Herrn Joachim Knuth (NDR), und drohe mit dauerhafter Abwanderung nach Spotify. »Das schwöre ich euch.«

Was »NDR Kultur« sich oft leistet, es ist ja nicht auszuhalten und anzuhören. Jazz und Tango und was nicht alles auch soll ebenfalls woanders laufen. Der ›Alternative‹ »Klassik Radio« mit ihrer noch dazu Werbung kann von mir aus die Sendelizenz entzogen werden und sie kann aus dem Äther verschwinden.

Süßer nie klingen

»5 Klingen 😂«, lachte ich früher, »so ein Schmarrn! Irgendwann haben die Rasierer wohl 17 Klingen, weil die Hersteller jede Saison eine neue dazuerfinden, denn sie wissen ja sonst nicht, wie sie ihr Produkt ›verbessern‹ sollen.« Mir kamen ja die drei Klingen meines Modells bereits etwas albern vor.

Was ich aber eben, nach den elf Jahren Nassrasierpause und 3-Klingen-Einweg-Wiedereinstieg, mit meinem neuen 5-Klingen-Rasierer erlebt habe, war nicht weniger als eine Offenbarung. Wie leicht er gleitet, wie glatt alles wird, wie wenig Schnittgefahr überhaupt besteht – ich müsste mich schon sehr anstrengen, um mich weiterhin zu schneiden.

*kann gar nicht mehr erwarten, bis 6, 7, 8 und mehr Klingen Standard werden*

Böshe Onklez

Stark auch, wie sehr sich die Böhse-Onklez-Liedzeile »Wür sünd der Stachöl / üm Aasch der Natioon!« bis heute bewahrheitet. Noch bei jeder Corona-MPK muss irgendwann ein armer Tropf kleinlaut eingestehen: »Und ja, die Böhsen Onkelz piesacken uns auch immer noch. Nach wie vor wissen wir nicht, wie wir ihnen Herr werden können.«

ABUS gegen die räuberischen Reinigungskräfte

Die Firma ABUS weiß, wo die Gefahren lauern: »Wird ein Schließzylinder mit Sicherungskarte ausgegeben, dann darf ein Nachschlüssel beim Händler nur bei Vorlage der Sicherungskarte in Auftrag gegeben werden. Geben Sie zum Beispiel einen Haustürschlüssel an Ihre Reinigungskraft heraus, können Sie sicher sein, dass diese den Schlüssel nicht nachmachen lassen kann.« Was wieder nicht dasteht: Bedenkenlos können Sie solche Schlüssel auch an CDU- oder CSU-Abgeordnete, Aufsichtsräte, Professor*innen, Polizist*innen oder katholische Würdenträger herausgeben!

Ein letztes Mal Honig-Salz-Mandel

Ein fiktionaler Brief, auf den ich für immer vergeblich warte, an den ich aber kürzlich gleich zweimal erinnert wurde:

»Lieber Andreas Maria Lugauer,

es schreibt Ihnen Andreas Ronken [😃], meines Zeichens Geschäftsführer der Alfred Ritter GmbH & Co. KG. Im Namen des Unternehmens möchte ich mich für die Unannehmlichkeiten, die Ihnen mit der Falschbeschriftung unserer Honig-Salz-Mandel-Schokolade ›Honig-Salz-Mandel‹ entstanden sind, entschuldigen.

Es tut uns leid, dass Sie endlose Auseinandersetzungen mit so vielen Leuten führen mussten, die partout nicht einsehen wollten, dass und warum die Schokoladensortenerläuterung ›mit Honig und Salz verfeinerten, gerösteten Mandeln‹ falsch war. Es tut uns leid, dass diese Leute es auch dann noch nicht kapierten, als Sie ihnen auf einem Blatt Papier mit verschiedenfarbigen Finelinern eine Phrasenanalyse mit allen Phrasenebenen der besagten Erläuterung aufmalten, aus der zweifelsfrei hervorging, warum es wenn dann ›mit mit Honig und Salz verfeinerten, gerösteten Mandeln‹ heißen müsste. Es tut uns leid, dass es für uns aus marketingtechnischer Perspektive wurscht war, dass das mit nur einem ›mit‹ falsch war.

Bzw. ehrlich gesagt war uns das selbst nicht so ganz klar und wir waren ganz zufrieden mit der Aufschrift, aber der Depperlsohn eines unserer Manager hat Germanistik studiert und uns glaubhaft versichert, dass Sie recht haben.

Seien Sie getröstet und gewiss haben Sie es schon gesehen: Mittlerweile ist der Aufdruck geändert zu ›mit Honig und Salz verfeinerte, geröstete Mandeln‹. Wir hoffen, Sie damit zufriedenstellen zu können. Ganz wollen wir auf die Erläuterung nicht verzichten, nicht dass noch jemand am Ende nicht weiß, was ihn bei der Sorte ›Honig-Salz-Mandel‹ erwartet.

Als kleine Aufmerksamkeit finden Sie anbei den aktuellen Prospekt mit all unseren momentan vertriebenen Ritter-Sport-Sorten. Wir hoffen, dass auch für Sie wieder viel dabei ist und wünschen quadratisch-praktisch-gutes Genießen!

Zum Beschlusse eine kleine freundliche Bitte: Sollte Ihnen abermals auffallen, dass sich bei uns das Fehlerteufelchen eingeschlichen hat, wenden Sie sich doch an unseren Kundenservice. Dort hilft man Ihnen schnell und unbürokratisch weiter und Sie brauchen sich nicht mit der Social-Media-Intelligenzia herumzuschlagen.

Hochachtungsvoll, Ihr
Andreas Ronken [😃]
Geschäftsführer der Alfred Ritter GmbH & Co. KG

PS: Wenn Sie diesen Brief jemandem zeigen, klagen wir die Scheiße aus Ihnen heraus.«

»Marktplatz – das Verbrauchermagazin des Deutschlandfunks«

Deutschlandfunk sendete am 25.03.2021 um 10:08 Uhr die Sendung Marktplatz – das Verbrauchermagazin des Deutschlandfunks.

Thema: »Wischtücher, Reinigungsmittel, Roboter – Frühjahrsputz mit System und Spaß«.
»Gesprächsgäste:
Kerstin Effers, Verbraucherzentrale NRW, Düsseldorf
Reiner Metzger, Stiftung Warentest, Berlin
Bernd Glassl, Industrieverband Körperpflege Waschmittel, Frankfurt
Jens Lönneker, Rheingold Salon, Köln
Am Mikrofon: Susanne Kuhlmann«.

Und das alles – Moderation, Expert*innen, Anrufer*innen – so sturheil und bierernst und ohne jede Scham, als hätte es Heino Jaegers Fragen Sie Dr. Jaeger (1976)* nie gegeben. Was für ein Wahnsinn!

Einer beispielsweise ruft beim Dlf-Marktplatz an und gibt Folgendes durch: Bücher- und sonstige Regale könne man absaugen, indem man über die Saugdüse einen Nylonstrumpf ziehe; so würde der Staub eingesaugt, nicht aber etwaige Kleinteile. Sein altes Transistorradio, auf dem oben Knöpfe fehlten, fege er mit einem alten Rasierpinsel ab, damit ginge der Staub und alles gut weg. Und wer es kennt: Bei der Autoinnenraumreinigung kommt man neben dem Gaspedal immer schlecht hin – dafür nehme man einfach eine alte Zahnbürste, damit geht es kinderleicht!

Die Moderatorin bedankt sich für die Tipps und fragt in die Expertenrunde, ob jemand etwas hinzuzufügen hätte. Zwei Sekunden Stille. Einer sagt dann, der Anrufer habe ja praktisch schon alles gesagt.

Damit wäre alles gesagt.

(* Vgl. z.B. Heino Jaeger: »Passkontrolle« (YouTube))

C O M P L I A N C E

Das Wort COMPLIANCE-Verfahren klingt so schön schön, ich will mich darin einwickeln und auch so ein COMPLIANCE-Verfahren gegen mich starten lassen

#reichelt #julianreichelt #compliance


Na da schau her: »Das Compliance-Verfahren gegen Reichelt hat laut Springer keine Anhaltspunkte für sexuelle Belästigung oder Nötigung ergeben.« (Zeit Online)

TSCHICK BLURB GRMPF

Warum ich Wolfgang Herrndorfs entzückenden Roman »Tschick« um ein Haar nicht gelesen hätte? Weil mich die 15 (!) Blurbs gleich nach dem Umschlag so aufgeregt haben. Am schlimmsten ist der von Christine Westermann. Der erste Satz klingt so komplett ausgedacht, er macht mich noch heute stocknarrisch.Slightly off-topic: Als Rocko Schamoni in der WDR-Sendung »Zimmer frei!« mit Götz Alsmann und der notorischen Christine Westermann zu Gast war, sagte er während der intimen Fragerunde mit Christine W., er wate eigentlich kontinuierlich durch das Blumenbeet der Depression. Woraufhin ihr nichts Besseres einfiel, als zu fragen: »Aha… und welche Farbe haben diese Blumen?« ACH DU MEINE GÜTE.

Kurz notiert (106)

Einen festangestellten Einbrecher suchen und ein überdurchschnittliches Einstiegsgehalt + top Aufstiegsmöglichkeiten bieten

*

LastFM das Güteraufzugsradio

*

*lernt klassischen Gesang, um unserem lieben lebensspendenden Stern bei schönem Wetter Solarien singen zu können*

*

»Verzeihung, aber Ihre Kunst ist so schlecht, die können Sie höchstens Zahnärzten für die Decke überm Behandlungsstuhl verkaufen.«

*

Nach dem Boxen

Doof fand ich Boxen erst, als ich mit 13 und 14 Jahren die erstausgestrahlten ersten beiden Staffeln von South Park aufgenommen habe. Die liefen kindgerecht samstags im RTL-Nachtprogramm. Übertrug RTL an solchen Abenden Boxveranstaltungen, wurden die Sendetermine der Serie extrem unzuverlässig; weit schlimmer, als wäre sie unmittelbar nach Wetten, dass…?! ausgestrahlt worden. Bis die endlich mal zu Potte kamen, sich die Fressen zu polieren und anschließend im Ring voller Krimineller und Halbweltler sich auf den Schultern tragen zu lassen!

Programmieren und am nächsten Morgen ansehen war also nicht. Eine Taste für manuelles Aufnehmen hatte der Videorekorder nur am Gerät selbst, nicht auf der immerhin gut achtzigtastigen Fernbedienung. Um während des Aufnehmens die Werbung rauszuschneiden, stob ich bei Reklamebeginn vom Sofa auf den Teppich, drückte die vergleichsweise saukleine Aufnahmetaste, die auch noch schützend eingefasst war, und wartete, bis ich die Aufnahmetaste wieder drücken konnte.

Im Anschluss schaute ich vielleicht noch einen Erotik- oder gar einen Sexfilm auf Kabel 1 oder Vox. (Siehe den Text »Blue Velvet – Verbotene Blicke«.) Nach welchen Kriterien der Programmanzeiger Fernsehwoche zwischen Erotik- und Sexfilm unterschied, ich weiß es bis heute nicht.

Im montäglichen Schulsport wollte ich mich einmal an den Allercoolsten der Klasse ankumpeln. Er, ein early adopter, hatte bereits oben inselartig blondierte Haare, mit Gel aufgestellt, und mit 14 sogar schon die erste Alkoholvergiftung hinter sich sowie gewiss Geschlechtsverkehr am laufenden Band! Ich frug ihn also nach einer besonders coolen und besprechenswerten South-Park-Episode ganz angespannt, ob er sie am Wochenende auch gesehen hätte. Was er uninteressiert beschied mit: »Ach, ich hab die alle schon auf DVD …«, und sich anderen zuwendete. Was ihn in meinem Ansehen nur noch mehr steigen ließ, weil WAHNSINN, ein DVD-PLAYER! Wahrscheinlich auch Premiere und früher einen elektrisch betriebenen Bulldog zum Draufsitzen und durch den ein Dreiviertel Fußballfeld großen Garten Fahren und ein Tastentelefon, um auf Kabel 1 bei Hugo mitspielen zu können.

Als Hugo einmal auf dem Stadtplatz meiner niederbayerischen Heimatstadt gastierte, durfte ich nicht hin, weil ich irgend einen Mist gebaut hatte. Oder weil »morgen ist Schule, da fahren wir doch nicht um 19 Uhr in die Stadt zu so einem Zeug!«, ich weiß es nicht mehr genau.

›Autonomes‹ Fahren

Es tut doch in der Seele weh, dass der next step des motorisierten Individualverkehrs, das autonome Fahren, den Namen autonomes Fahren trägt und nicht den korrekten automatisiertes Fahren. Ein Sensibling wie Adorno, der sich noch trefflich über Intellektualgemeinheiten wie das griechisch-lateinische Mischwort Automobil ärgern konnte – und das auch nicht gerade zurückhaltend kundtat –, hätte wohl einen geharnischten Brief an die Automobilverbände und -hersteller bzw. gleich ans SZ-Feuilleton geschrieben, dass diese Fahrzeuge sich ja wohl nicht, wie uns die Rede von der Autonomie solcher PKWs vorgaukelt, selbst das Gesetz gäben, sondern, ähnlich der in Homers Ilias sich selbst öffnenden Türen des Olymp, bloß von selbst sich bewegten.

Kurz notiert (105)

Spielt ausschließlich Synopsen der bekanntesten Hits berühmter Bands: Medleÿ Crüe

*

Sich mit Familie Trost anfreunden, um Zeit in ihrem Haus verbringen und das Telefon mit »Bei Trost – 😂« entgegenzunehmen zu können
*
Polizeiwache, die ihren Verhörraum »Vernehm-Bar 🤣« nennt
*

Warum heißt es Epistemologie und nicht Wunderwelt Wissen

 

Anderswo veröffentlicht (10)

Wenn die Philosophin Gudrun von Düffel und der Universitätsdozent, Gymnasiallehrer und Übersetzer Peter von Düffel wissen wollen, was am Namen ihres Sohnes so befremdet, müssen sie sich die Titanic-Ausgabe 02/21 zulegen.

Fun fact: Bei dieser Ausgabe handelt es sich um einen von seit Titanic-Gründung drei Fehldrucken mit falschem Veröffentlichungsdatum auf dem Cover (»Februar 2020« statt »Februar 2021«).

Titanic-Magazin 02/21, S. 12

Bärenstark, tagesschau-Faktenfinder!

Als könnte »Kinder in der Corona-Krise« nicht durch Beliebiges ersetzt werden.

*

Und sinnvolles Deutsch kann da auch wieder niemand: »Im Februar hatte das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) den zweiten Teil seiner COPSY-Studie vorgestellt, an der mehr als 1000 Kinder und Jugendliche und mehr als 1600 Eltern teilgenommen hatten. Besonders aufschlussreich ist, dass mehr als 80 Prozent der Beteiligten bereits im Juni 2020 bei der ersten Umfrage mitgemacht hatten.« Der letzte Satz müsste lauten: »Besonders aufschlussreich ist die Studie, weil …«

Quelle: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-kinder-jugendliche-101.html

Bügeleisenersatz

Kürzlich trauerte ich um mein 2005 gekauftes Bügeleisen der Tchibo-Hausmarke TCM, weil es im 16. Dienstjahr seinen Heizdienst nicht mehr zu tun imstande war. Heute ärgere ich mich, all die Jahre mit diesem gleitbehäbigen, weil unten bloß chrombeschichteten Fossilmonstrum fürs Hausgerätemuseum mich herumgeschunden zu haben. Jetzt verfüge ich über einen Boliden mit »fortschrittlicher Titanschicht und (!) innovativer Beschichtung für ultimative (!!) Gleitfähigkeit auf allen Stoffen.«
LG Andreas der wieselflink Faltenfreie
PS: Schickt mir eure faltichten Sachen (mit Rückporto), die ersten drei, vier Wassertankfüllungen macht’s ja noch Spaß, am liebsten würde ich aus einem Faltenrock die Falten raus- und wieder reinbügeln
PPS: Bitte keine Bügelhasskommentare.
PPPS: Idee für einen Merchandise-Artikel: Ein Bügeleisen aus glänzendem schwarzem Plastik, das nicht nur ausatmet wie Darth Vader, sondern auch ein. Unter der Verkleidung verbirgt sich die ehemalige Jedi-Hoffnung Anakin Skywalker, es kann sich mit seinen dunklen Kräften selbst mit Wasser befüllen (durch die Luke!) und Leute aus der Entfernung würgen. UVP 189,99 € lol

Kurz notiert (103)

Warum heißt es Fangesänge und nicht Ultraschall

*

Als Zahnarzt so dedicated sein, dass man seine Tochter Dentagard nennt

*

Die vielspurigen Kreisverkehre Niedersachsens mit fünfzehneinhalb Ausfahrten – kennste einen, kennste einen.

*

Produktidee Krokettenfahrzeug – der sähmige Knusperpanzer auf güldnen Kartoffelrollen (?)

Zwischenbericht zum 900.

Vorgestern erschien der 900. Beitrag dieses Blogs – und damit fast genau fünf Jahre, nachdem der Salon du Fromage am 02.03.2016 mit dem Text »Tradition vs. Energybrause« (notabene aufgewärmt aus 2014) gelauncht worden war. Die durchschnittliche Veröffentlichungsfrequenz von einem Beitrag alle zwei Tage stellt mich durchaus zufrieden.

Wobei Blog für diesen Blog nach wie vor die falsche Bezeichnung ist. Ich führe hier ja weder Onlinetagebuch, noch berichte ich von Reisen, Trips oder kürzlich gekochtem Essen, noch rezensiere ich, wie es ein vitaler Teil der (*brrrr*) Blogosphäre tut, Bücher. Vielmehr ist der Salon du Fromage eine Art fortlaufendes Archiv meiner komischen Beiträge in den diversen Social Media – schon weil deren Suchfunktionen so elendig schlecht sind und Texte sonst zu verschwinden drohten.

Als Seitendesign verwende ich nach wie vor das voreingestellte Standard-Theme »Penscratch«. Das ist zwar pretty low-key. Aber die allermeisten WordPress-Benutzer*innen schrauben doch, bevor sie irgend einen Content uppen, als erstes am Design herum like it’s 2004. Da sieht’s hier schon anders aus.

Meine größten Hits?
Der Schnipsel »Bereit, wenn Sie es sind!«, zu dem Leute nach (was sie sehr häufig tun) Internetsuche dieses Zitats gelangen; der mit einer kleinen Anekdote versehene Mahlzeitwunsch Guten Appo!, für den ebenfalls oft Suchmaschinen bemüht werden; die kleinen Kampagnenkritiken Dies ist nicht Thorsten Brehm und Zusammenhalt, die anlässlich von Wahlplakaten eines schließlich nicht in die Oberbürgermeisterstube gewählten Nürnberger SPD-Mannes entstanden; sowie die Fotografie eines musealisierten Werbeplakats des Fahrradherstellers Wartburg-Rad: HURRAH, ja,.

Bemerkenswerteste Begebenheiten in diesen fünf Jahren: (1) Ein zufällig über den Beitrag Jens Mander gestolperter Leser informiert mich per E-Mail liebenswürdigerweise, der in dem Text verhandelte Beispielname der Windows-Installationsroutine, Jens Mander, sei begründet in der ebenfalls angegebenen Beispiel-E-Mailadresse jemand@microsoft.com. Ich hätte Jeslie Mandoki genommen. (2) Ein Typ echauffiert sich per E-Mail darüber, dass man unter meinen Beiträgen nicht kommentieren kann. Er hat nämlich ordentlich Bedarf, etwas richtigzustellen: In Misbehavin’ Chippendales würde ich nämlich ein Chippendales-Werbeplakat völlig verkehrt interpretieren! Nicht, wie ich es verdreht hätte, die Chippendales sollten sich misbehaven – sondern ja wohl die Frauen, denen diese Reklame zugedacht ist! Ich habe ehrlich gesagt gar nicht geantwortet, weil ich, wo es geht, Reklamen gegen den Strich lese, wie ich es will. Amüsiert hat mich, und darum erwähne ich diese Geschichte, dass ich die von mir unerwiderte Klage im einen oder anderen Kommentarbereich anderer WordPress-Blogs herumposaunt wiederfand. Na hoffentlich hat da jemand zugestimmt. (3) Der Besitzer eines Ladens, über dessen Firmenschild ich mich witzig gemacht hatte, forderte mich per Facebookkommentar auf, ihm € 80,- für die unerlaubte Veröffentlichung seines Schildes zu bezahlen. Was willkürlich ausgedacht klang und ich natürlich nicht machte. Sondern eine befreundete Juristin fragte, die mich versicherte, an solchen öffentlichen Bildinhalten gäbe es keine Rechte, solange, wenn ich mich richtig erinnere, keine Rechte am eigenen Bild geltend gemacht werden könnten. Erleichtert schloss ich daraufhin sicherheitshalber eine Rechtsschutzversicherung ab.

What the …?

Älterer Mann beim Bäcker, während ich Milch in den Kaffee schütte: »Zwei Stück Schleimkuchen, bitte! Der ist ja heute frisch, oder?«

(Gibt es irgendwo, z.B. in der Region Hannover, Schleimkuchen und alte Leute mögen sowas, oder war das ein Radio Morning Show VerhörHammer?)

Maus-Malaise

Der Musiker John Maus will nicht absichtlich an den Krawallen ums US-Kapitol teilgenommen haben, wie er kürzlich bekannt gab. Er sei an dem Tag zufällig in der Nähe des Regierungsviertels gewesen, dann unglücklich mausgerutscht und so in die ganze Sache hineingeschlittert. Er bringe bald eine neue CD heraus, auf der die Malaise für alle verständlich aufgearbeitet werde, so der US-Amerikaner.

Kurz notiert (102)

»Du, in der Bahnhofsstraße hat n toller neuer Kaffeeladen aufgemacht – nimm doch den mal auf deine To-Go-Liste!«

*

Warum heißt es Hörgeräte-Akustiker und nicht Hörrohr-Haus

*

Barkeeper putzen ihre Zähne mit blender-med

*

GTA Hoffmann der romantische Autodieb

*

Bayern-Power gegen die Pandemie

Hu-bert Ai-wang-er gibt den Startschuss für die Produktion des bayerischen Impfstoffs BayVac. Neben mRNA soll das Bavariakzin, wie die Hersteller es liebevoll nennen, nichts als Wasser, Hopfen und Malz enthalten. Besonders wirksam soll es gegen migrantische Virusmutationen wie das England- oder das Südafrikavirus sein. Während der Starkbierzeit wird das Mittel den Namen Vakzinator tragen, 1,5 Mal so stark sein und als 1-Liter-Dosis verimpft.

Zum Komponieren des Marketingsongs »Gott mit Dir, Du Land des BayVac« will man die Biermösl Blosn verpflichten. »Die Biermösl Blosn gibt’s seit 2012 nicht mehr«, weigert sich Hans Well stellvertretend.

»Die-sen Kom-mu-nis-ten kann man es a-ber auch nicht recht ma-chen! Wo wir schon al-les an High-Tech und In-no-va-tion und Fi-nan-zie-rung ü-ber-neh-men. Vak-zi-niert wer-den wol-len sie dann a-ber frei-lich schon gleich, die-se Ba-zil-len«, ärgert sich Ai-wang-er auf Nachfrage.

Die Impfreihenfolge soll sich nach Parteizugehörigkeit, Spezltum und/oder heimatlicher Stammbaumlänge richten.

Faszination Cineasmus

Deutschlandfunk-Interview mit einem Autoren letzte Woche: »Sie sind ja auch Cineast …«
Autor: »Ja, also, ob ich Cineast bin, weiß ich gar nicht, aber ich kuck schon gerne Filme.«

Max Goldt monierte einmal die schlechte Angewohnheit von Journalist*innen, Leute, die halt an irgendwas Interesse haben, zu fragen: »Aha, was f a s z i n i e r t sie denn an …?«

Katachresen-Alarm

Nach langem Weg durch die Wüste fast verdurstet zur Oase gelangen und denken: »Geil, hier muss ich besonders wenig abgeben!« So funktioniert die Metapher »Steueroase«, die deswegen keine ist.

Kurz notiert (101)

Ich: Ist das Vanilla Coke?
Neneh Cherry:

*

Berliner Liebling: Moller’s der Joghurt mit der Eckkneipe (?)

*

»Selfie« kommt übrigens von »cell phone« 🤯

*

Ihren Schokobons-Bruch verkauft die Firma kinder im Werks Store als Schokomals. (Der Geruch in dem Store heißt Fleurs du Schokomal.)

*

MäDn®

Bitte um ehrliche Antworten: Wem ist der Brettspielklassiker Mensch ärgere Dich nicht auch bekannt als MäDn? Schmidts Spielesammlung mit über 100 Spielmöglichkeiten behauptet auf der Unterseite: »Wer kennt es nicht, das original Mensch ärgere Dich nicht® – auch bekannt als MäDn®«, und das klingt doch daherbehauptet.


Übrigens: Der prahlerisch so genannten Spielesammmung mit über 100 Spielmöglichkeiten liegen u.a. sechs Würfel bei. Genau 15 der exactamente 120 Spielmöglichkeiten sind keine reinen Würfelspiele, sondern Mikado, Chip- und Brettspiele. Korrekter wäre die Spielesammlung bezeichnet als Spielesammmung mit über 100 Würfel-Spielmöglichkeiten und ein paar anderen.

Spielhalle Flippothek

Leider nicht mehr geöffnet: Spielhalle flippothek, von sich selbst auch genannt FLIPPO. Wie schade! »Ich geh noch in die Flippo!«, »Wo ich spiel, das ist doch klippo: Nirgends außer in der Flippo!«, »Morgens brauch ich nur Kaffee, Klo und Flippo« oder »Hallo, bin ich bei der Flipo? Hier Grobhans von der Kripo…« – all sowas, bedauerlicherweise nicht mehr möglich.

Kurz notiert (99)

Wenn Säuglinge in einer Tour Hirtengedichte rezitieren: die Drei-Monats-Bukoliken

*

Wer fragte »Welche Währung haben sie denn in den USA« und nicht »Weißt du wie in Amerika das Money Heist«

*

Wer nannte es Predigt Slam und nicht Poetry Pslam

*

Wöche Zigaröttenfülter vawöndn s’ in Wean am gernstn? Giz eh

*

Kurz notiert (98)

Bei Bandscheiben z.B. ist es gar nicht so gut, wenn sie hervorragend sind

*

»Kaufland – Hier bin ich richtig!«, aber als existenzphilosophisches Frohlocken

*

Synästhetik-News: Rentnerkleidung hat oft so einen faden Beigeschmack

*

Wo ist in Banken die TK-Abteilung für eingefrorenes Vermögen

*

FAKTEN (1)

FAKT: Das Katzenfutter Brekkies sind die Fans der Serie Star Brek

*

FAKT: Der Slogan »Lass dir raten, trinke Spaten« heißt auf Englisch »Take advice, drink spice«

*

FAKT: (deutsch) Franzbrötchen = (bairisch) Kaisersemmel

*

FAKT: »Spot the difference!« heißt auf Deutsch »Spotte den Unterschied aus!«

*

Klassiker des Gesellschaftsspiels

28.12.2020, spätabends – Habe heute beim Kniffeln sauknapp gewonnen (245:243), aber bei diesem Höllenspiel fühle ich mich vorher, währenddessen und, trotz Sieg, noch danach als haushoher Verlierer, schon der Gedanke daran ramponiert, ja demoliert mich völlig.

Ganz anders wiederum bei Mikado, da brauche ich bloß daran zu denken und schon umflort mich balsamisch das Air der Siegesgöttin Victoria – wie es denn auch kommen sollte. Titanengleich über dem unbewegten Olympe wandelnd, iwo: Aristoteles’ unbewegten Beweger zum bewegenden Unbeweger verkehrend gleich sammelte ich die Staberl usw.

Ab- vs. angehalftert

Das selten und nur fachspezifisch vorkommende Gegenteil des journalistischen Alltagsworts abgehalftert ist übrigens nicht *gehalftert, sondern angehalftert ☝️ »Der angehalfterte Star/Schauspieler/Privatdetektiv/Astronaut/Virologe/Facebooker/Bundespräsident« klingt aber auch nicht besonders nett imo

Ganz hübsch fände und ausnahmsweise gerne läse ich einen Spiegel-Artikel unter der Überschrift: »Benedikt XVI. und Franziskus: Der große Vergleich des abgehalfterten und des angehalfterten Papstes«. Ach, und übrigens, am 20.01. werden Joe Biden und Kamala Harris zu Präsident und Vizepräsidentin der USA angehalftert. Hoffentlich lässt Trump sich schließlich doch wehrlos abhalftern. Dass mit Sandra Ciesek einer Kollegin Christian Drostens das Podcastmikro im Kampf gegen das Virus angehalftert wurde, war auch eine gute Entscheidung, da konnnten die leider immer noch angehalfterten Sexisten vom Spiegel noch so katastrophal schäbig daherinterviewen. Welcher Rechtsradikale nach der Abhalfterung Horst Seehofers als Innenminister angehalftert wird, steht auch noch in den Sternen. Aber auch die dann womöglich angehalfterten Mehrheitseigner Bündnis 90/Die Grünen dürften da, siehe Boris Palmer, keine Anhalfterungsschwierigkeiten haben.