»Blue Velvet – Verbotene Blicke« (David Lynch, 1986), Inhaltsbeschreibung:

Es geht um einen Privatdetektiv (»Verbotene Blicke«), der sich in eine Frau verguckt, die er beobachten soll. Denn was er da zu beobachten hat, gefällt ihm schon ziemlich gut, muss er sagen. Er macht sich also an sie ran, natürlich erfolgreich, denn er sieht aus wie ein Filmstar mit schneidiger brünetter Kurzhaarfrisur (voll ange80ert) und Brusthaar, aber nicht zu viel, außerdem ist er sehr eloquent und charmant und hat blaue Augen, in deren weichen, doch klar konturierten Blicken er Leute samten betten kann (»Blue Velvet«). Logisch, dass sie erstmal ordentlich Sex haben, aber noch mehr tastend und suchend und nicht gleich aus dem Vollen schöpfend, denn sie kennen sich ja noch nicht so gut und außerdem gebietet dies die Sexfilmdramaturgie.

Freilich findet sie, die Ausgespähte, heraus, dass er als Detektiv auf sie angesetzt ist. Es wird ihr von einem Bekannten erzählt, in einem Café, und sie hätte niemals damit gerechnet. Er sagt nicht, woher er das weiß, es ist sehr geheimnisumwölkt. Es gibt beim nächsten Treffen – er, der Detektiv, hat Blumen dabei – Streit, sie ist sehr sauer auf ihn, es fallen böse Worte von ihr und besänftigende von ihm, die aber, zurecht, alle ins Leere laufen bei ihr. Sie wirft ihm den Blumenstrauß an die Birne, wobei der Topf daran kaputt geht, von dem kaum jemand weiß, wo der jetzt herkommt, denn Blumen kauft man ja in so Papier eingewickelt und zu Dates bringt man nicht schon Töpfe mit.

Spätabends, wieder alleine, vertraut sie ihrem Tagebuch an – man hört sie aus dem Off –, dass sie es eigentlich ganz anregend und aufreizend findet, von ihm beobachtet worden zu sein, und sie hofft, er habe ihr auch beim Umkleiden zugeschaut. Sie erinnert sich an ihr letztes, wie immer erotisches Umziehen – man sieht die Erinnerung, abgesetzt durch starken Weichzeichner – und den Zuschauern wird klar, warum es für den Detektiv auch rentabel gewesen wäre.

In dieser Nacht schläft unser Detektiv mit seiner Auftraggeberin, mehr einfach so und es wird auch gar nicht klar, warum (gibt aber gute Bilder her). Wahrscheinlich hat er ihr Auftragsergebnisse vorgeflunkert, ohne zu erwähnen, dass er aufgeflogen war. Logisch, dass die beiden davon heiß aufeinander werden, also ist es doch nicht so unklar, warum sie es im letzlich Straßenlichtschein ~tun~.

Am nächsten Tag oder vielmehr eine Woche drauf dann die große Versöhnung unserer beiden ProtagonistInnen, es gibt bald auch Sex, logo. Dann lernt die Ausgespähte irgendwie die Auftraggeberin des Detektivs kennen und auch sie schlafen miteinander.

Zufällig stößt danach, die beiden liegen noch sich bezärtelnd beieinander, der Detektiv dazu, er kommt gerade vom Sport, und dann haben alle aber noch genug Energie und veranstalten eine menage à trois, wo sämtliche Sexregister gezogen werden und wirklich alle auf ihre Kosten kommen. Leider werden irgendwann die Credits eingeblendet und am Ende fadet das Bild der ekstatisch wogenden Drei dann einfach aus. Kabel-1-Werbung wird eingeblendet und dann Werbung normal.

Kurz notiert (65)

Pommes Frites heißen in gehobenen Kreisen übrigens Pommes Friedrich 🧐

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FYI-Schalter der interessante Kippschalter im Sicherungskasten 🤝☺️

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Wolfgang M. Schmitt, Ideologiekritik fürs Wartezimmer

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Kevin + Richie Rich das Mashup: »Kevin allein zu Hausse«

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Black-Metal-Subgenre

Nach Trve Black Metal, Funeral Doom Black Metal, Depressive Suicidal Black Metal, Nazi Black Metal, im Schlafzimmmer recordetem Ein-Mann-Projekt-Black Metal, Black Metal wo alle nur lachen und sagen »He das ist doch kein  B l a c k  Metal!«, Black Metal mit nur Kellerkonzerte ohne Publikum und so Underground, dass die Bands von ihrer Existenz selber gar nix wissen, und Black Metal mit echt Leute umbringen und Kirchen abfackeln dachte sich eine junge, mittags in der Mensa einer philosophischen Fakultät gegründete BM-Band schließlich: »He zefix, es gibt ja in Dreiteufelsnamen alles an BM-Varietäten schon! Bzw. … Moment mal, ja teufelnocheins –: Kommt’s, wir machen jetzt Dialectical Black Metal!« und nannte sich flugs und bevor jemand anderes sich den Namen schnappte: Negator.

Zusatzinfo: Die Mitglieder der ursprünglichen Besetzung hießen Nachtgarm, Trolfbert, Tramheim, Berthelm.

IT Success

»successfully bring ideas to the future of IT« steht auf dem T-Shirt eines Mannes, der vor mir auf der Fahr-, Quatsch: Rolltreppe steht. Es ist wohl ein Firmen-Shirt, aber seine Front kann ich nicht sehen. Successfully make sense to the grammar of this sentence ⁉️

Kosmopolit

Ja hallo ich wollte nur sagen dass sich ein guter Freund ausm RL neuerdings als Kosmopolit begreift und ich finde das ganz entzückend (er wohnt in einer rheinischen Großstadt und kommt eigentlich nicht oft groß rum insgesamt, hatte aber neulich z.B. Besuch aus der belgischen Hauptstadt Brüssel)

Entdecke Adenauer mit „Jupp“!

Denen ist doch – diesen Drunterkommentar abzuliken – auch schon alles wurscht.

Btw: Statt »Entdecke Adenauer mit „Jupp“!« wäre etwas wie »Entdecke Adenauer mit Hermann L. Gremliza!« angebracht, wo er beispielsweise über Gestalten wie den Nazi Hans Globke, Kanzleramtschef bzw. rechte Hand Adenauers im Kanzleramt sowie, jamei ›früher‹ halt, einer der beiden juristischen Kommentatoren der Nürnberger Rassegesetze unter den Nazis, erzählt. Aber Globke war ja nie in der NSDAP, wer könnte ihn als Nazi im Kanzleramt bezeichnen.

Tagebucheintrag

05.08.2019, 23:00 Uhr – Den 5. August 2019, ich hätte ihn nicht gebraucht. Nicht dass mir etwas Schlimmes widerfahren wäre oder sogar ein Haufen davon. Doch in der Rückschau wird er sich wie ein Fleck nix gewordene Mehlschwitze auf dem Tableau meiner Biographie erweisen. Gute Nacht

Horoskop des Hundes

05.08.2019 – Eine Frau und ein Mann, beide in den 50ern, fränkische Bierdimpfel und Schäufelefiesler, spazieren mit ihren beiden Hunden durch die Innenstadt. Sie unterhalten sich über Sternzeichen. Es geht gerade darum, welches davon im November aktuell sei. Sie sagt Steinbock, er Schütze, beide haben bestenfalls geringfügig recht, bis 22.11. regiert der Skorpion. Sie fragt nach dem Geburtsdatum des Hundes, anscheinend zum zweiten Mal, denn es kristallisiert sich, die ganze Tierkreiszeichenunterhaltung kreißt um den Hund. Dann aber schreitet er endlich wie nach vorne preschend und jedenfalls triumphierend, dennoch greinend ein: »Der is ka Fisch, ka Waaage, ka … … …


… …

ka Skorbjoohn…, der is a HUND!« Womit er es völlig verkackt. Sein Hund kann nun zehnmal ein Hund sein und keine etwa Materialisierung eines Sternzeichens – mit der so langen Pause, gierend, das restlos beliebige Sternzeichentripel aufzufüllen, verscheißt er es sich unumkehr- und planiert jegliche Autorität nicht revidierbar. Sollte das Gespräch irgend flirty gemeint sein, alle zart nach Amorbach weisenden Pflänzelchen schwärzen nun verbrannt die nunmehr tote Erde. Doppelte Niederlage: Mit dem Skorpion spricht er unwissend die Wahrheit und zerschießt sein Gestottere zur steindummen Unwahrheit. Ich scharwenzele, meinen Regenschirm balancierend, jungvergnügt nach vorneweg.

Bierbaum/Brinkmann

»Wie kann einer Bierbaum heißen und Dichter sein wollen!« Stefan George um die vorletzte Jahrhundertwende über den Münchner Schriftsteller Otto Julius Bierbaum. Looking at you,  R o l f  D i e t e r  B r i n k m a n n !

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(Bierbaum hatte eine abfällige Persiflage auf George verfasst, was diesem, in seiner weihrauchumflorten Dignität angerührt, Groll verursachte.)

Vergessene Kräuter

Vergessene Kräuter. Ja apropos, da kommt mir diese Anekdote an: Es muss um 2004 gewesen sein, als wir im Elternhaus eines Freundes, Arztsohn, in der Küche im Würzmittelfach der Hängezeile eine Flasche Maggi-artige Würze fanden. Ihre Marke war uns unbekannt und ihr Etikettendesign seltsam aus der Zeit gefallen.

Als wir sie hervorgeholt hatten, sie hatte hinten links in der Ecke gefristet, wo nicht gedarbt, begutachteten wir sie ergiebig und erschraken in schalkendem Erstaunen, so wie uns das MHD in die Augen fiel:  1 9 9 2 . I shit you not. Wir erinnern uns: es ereignete sich um 2004 und das braune Suppenaugmentativum hatte somit über 12 Jahre dort ausgeharrt.

Wir, wiederum der Arztsohn und ich, tändelten ein wenig herum, flachsten gar ob der womöglichen inzwischen völligen Giftigkeit dieses Maggi-Surrogats und rochen, nun schon sensationstrunken und zur Blödigkeit ent-, nein: begeistert, mit der vom Chemielehrer abgeschauten oder vielmehr eingetrichtert bekommenen Handzufächel-Methode – doch zu probieren traute sich letztlich keiner. Was taten wir beziehungsweise was ließ sich mit diesem Gwasch noch anstellen? Jung und keck, wie wir waren, stellten wir das Fläschchen einfach wieder zurück in seine Ecke und hofften, es würde weitere zwölf Jahre dort stehen und evtl ja auch länger.

(Andernorts, wo diese Anekdote in leicht anderer Gestalt erstveröffentlicht worden war, wurde bereits nachgefragt, aber ich meine, dass es mittlerweile nicht mehr möglich ist, nachzuschauen, ob das Würzfläschelchen noch immer herumsteht; mag doch schon eine oder vielleicht auch eine andere Küche die damalige ersetzt haben, wer weiß)

Kurz notiert (62)

Kran Chips
der Baustellen Snack

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Das ild in Frei.Wild ist deren uneingestandene, nein: unbewusste Kuschelrock-LP zwischen Störkraft und den Onkelz

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3 h – wenn aus dem nachmittäglichen Nickerchen ein astreiner Nicker wird

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FAKT: Annegret Kramp-Karrenbauer gehört der Reißverschlusshersteller und »Hidden Champion« YKK. Politik macht sie nur nebenbei und zu ihrem Gaudium und weil sie »die Welt zu einem besseren Ort machen« möchte.

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Die schlecht adressierte Postkarte

Weil von mir schon so manches grambehaftete Wort über die mitunter offensichtliche Zustellunlust der Deutschen Post, was Postkarten anlangt, fiel: Will ich sie heute auch mal lobend mit einem Beitrag bedenken. Denn neulich schrieb ich wohl auf eine Karte an Großmutter ihren Namen, ihre Straße und Hausnummer, darunter aber weder Postleitzahl noch Ort. Habe ich halt vergessen. Die unverschämt teure 60-Cent-Marke klebte ich aber drauf. Ankam die Karte trotzdem.

Wie Mutter soeben mitteilte, hatte ein Zettel an der Karte geklebt, auf dem stand, die Adressatin, Großmutter, möge sich doch mit dem Absender, also mir, in Verbindung setzen und ihn, also mich, bitten, zukünftig die Adresse komplett anzugeben; habe man doch erheblichen Aufwand betreiben müssen, um die korrekte Empfängerin ausfindig zu machen.

Und das finde ich nicht nur äußerst löblich, sondern auch sehr erstaunlich. Denn aus dem Stegreif würde ich bei einem solchen Fall vermuten, dass die Post eine derart rätselhaft adressierte Karte mangels Rücksendeadresse einfach wegschmeißt, und zwar nicht zu unrecht. »Ist doch nur eine Grußkarte und wenn die*der zu deppert ist, PLZ und Ort anzugeben, selber schuld, und jetzt geht’s weg, weil sich die restlichen Postberge kaum von alleine erledigen, außerdem ist in 7 Minuten Brotzeit.«

Jetzt freilich heißt meine Großmutter nicht Anneliese Müller oder Gerda Bauer und wohnt in der Hauptstraße 34 oder im Amselweg 3a, sondern verfügt über eine Namens- und Straßenkombination, die es recht viel öfter als die ihre nicht geben dürfte. Dass sich bei der Post jedoch überhaupt jemand hinhockt und detektiert: »Ja Menschenskinder, Frau […] in der […]straße […], laut Anrede offensichtlich liebe Oma und von ihrem Enkel angeschrieben, wo wohnt die bloß?! Da gehe ich doch glatt an den Computer, der ans Rechenzentrum mit den R I E S I G E N Adressdatenbanken angeschlossen ist, es wäre doch gelacht, wenn ich damit nicht schon heute um 5:34 Uhr meine gute Tat des Tages vollbringen könnte, dann können mich diese Wichser alle bis morgen wieder am Arsch lecken haha« – dass das jemand tut, findet meine ganze heute tagsüber angesammelte, noch ungespendete Anerkennung und Dankbarkeit *anerkenn anerkenn dankbare dankbare*

P.S.: Die Karte war übrigens eine der Stadt Schwarzenbach an der Saale, wo ich mit Freund M. das Erika-Fuchs-Haus, das Museum zu Ehr und Huld Dr. Erika Fuchs’, der kongenialen Übersetzerin der Donald-Duck-Comics, besucht hatte. Aber das ist eine andere Geschichte.

WIND und Peter Wieland

Diese beiden Autogrammkarten auf dem Trottoir, ich hätte sie so gerne mitgenommen. Ohne zu wissen, wer WIND und Peter Wieland überhaupt sind.

Peter Wieland – schon weil er so frappant an Leslie Nielsen erinnert, hätte ich seine Karte haben müssen. Aber es wäre falsch gewesen. Vielleicht hätte die Person, die sie verloren hatte – es war auf einem wohngebietnahen Trottoir –, zurückkommen und sie auflesen wollen. Vielleicht hat sie es schon getan. Ich wünsche es ihr.

(Als das Foto 24 Stunden alt war, ging ich abermals zum Fundort, und wenn die Karten noch dagelegen hätten, waren sie wohl nicht mehr gewollt worden und dann hätte ich sie einfach genommen hehe. Aber sie waren nicht mehr da.)

Hundi

Dieser kleine Racker grüßte mich gestern aufm Nachhauseweg vom Supermarkt und schon war der kaum erträglich lästige Samstagseinkauf (Kaufland, wo K laut Lautsprecherdurchsage für Kwalität steht) nicht mehr so schlimm

Spitzbuberei

32 Jahre hatte ich alt werden müssen, um im Januar dieses Jahres Sätze aufschreiben zu können wie diesen: »Dieser Anachronismus hat demnach den Zweck, zeitlich Disparates in einen situativen Zusammenhang zu bringen und damit kontrafaktisch auf eine realhistorische Entwicklung hinzuweisen.« Jetzt, mit inzwischen 33, beim Lesen der Druckfahne, muss ich durchaus schon schmunzeln über diese intellektualisierelnd-aufschneiderische Spitzbuberei. Stimmen tut sie dennoch wie sonst alles, was im kommenden November um dieses Zitat herum im »Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft« erscheinen wird.

Saskia

Die erste Saskia, die ich kannte, war – es war 1995 und ich 9 Jahre alt – Saskia Valencia in ihrer Rolle der Saskia Rother bei »Gute Zeiten, schlechte Zeiten« im Fernseh auf RTL (Aussprache Großeltern: »Rittl«) Saskia Saskiasaskia

Kurz notiert (60)

Hehemoth das biblische Gaudimonstrum 🦛

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»Der Jupp ist alles, was Derwall ist.«

Ludwig ›Die Katze von Cambridge‹ Wittgenstein, ›Tacticus logico-phußballicus‹, §1

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Einfach ein Menschenfreund: Kein Mensch ist Ill egal!

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Svarabhakti MC feat. Affrikata Bambaataa

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Skippy Super Chunk Peanut Butter (Extra Crunchy)

Die Erdnussbutter-Alternative aus dem Asiasupermarkt. Am 21.08., nach wochen-, ach was: monatelang ungestillter Erdnussbutter-Sehnsucht durchglückt gekauft, abends gleich probiert, tags darauf zweiter Kostlauf. Beide Male gleiches Ergebnis: Die Buttermasse ist angenehm butterig bzw. cremig, ja fast schon buttercremig. Cremiger und weniger zäh als z.B. das Konkurrenzprodukt von »Ültje«.Die Erdnussstückchen, die die Masse in angemessener oder vielmehr angenehmer Dichte bewohnen, kontrastieren sie hervorragend. Dieses Kontrastverhältnis evoziert (?) eine größere Spannung zwischen Masse und Stückchen als bei so manchem Wettbewerber. Gut: Skippy kleistert die Zahnzwischenräume nicht ganz so zu, wie es viele andere Buhler tun.

Schlecht, und das ist kein geringes Manko: Der Salzanteil. Der ist schmeckbar und zwar ungustiös niedriger als bei anderen Fabrikaten (z.B. »American Style«). Da muss leider nachgesalzen werden. Bestenfalls mit grobkörnigem Meersalz. Doch wer hat das schon daheim.

Insgesamt 5,8/10. Ach komm, weil sie mich aus schwerer Not erlöste: 6,1/10

LG euer Erdnussboutros Erdnussboutros-Ghali

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PS: Sehr gerne esse ich »peanut butter & jelly«, und zwar mit stückiger Kirschkonfitüre (hallo, Floris Biskamp lg). Fun fact und Kulinariktipp: Darüber rasple (erst schrieb ich »rapsle«, was sehr süß, aber auch sehr Lello-sprechgesangig klingt) ich gerne ein klein wenig Chiliflocken aus der Mühle. Klingt »ewww«, aber probiert’s es, dann gspürt’s es!

»A Gschicht über d’ Lieb«

»A Gschicht über d’ Lieb«, erster Gedanke: »Lasst’s euch nix verzapfen: Auch in Bayern sagt niemand einen solchen Vollquatsch wie ›d’ Lieb‹ statt ›die Liebe‹. Die Leute hier können auch nicht mal ›Ich liebe dich‹ sagen, weil das Hochdeutsch wäre und ›I liab di‹ wegen vollkommener Kartoffelackerität halt ausscheidet.«

Dann lese ich, der Film spiele in Baden-Württemberg und denke: »Wenn dort jemand tatsächlich ›d’ Lieb‹ sagt, ja dann Wiederschaun«

Kurz notiert (59)

Warum heißt in der Literaturwissenschaft French theory eigentlich French theory und nicht Théorie française

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An der Uni gibt wieder Quatsch mit SoSe

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Wenn man am Südpol steht, sieht man, egal in welche Himmelsrichtung man blickt, Aldi Nord

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FAKT: U2-Gitarrist The Edge heißt eigentlich Edgar Der. Seinen Künstlernamen verpassten ihm Gaudibuam beim Saufen auf einer ganz frühen U2-Deutschlandtournee

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Der Junggeselle und die Sprachphilosophie

In der Sprachphilosophie wie in der Semantik taucht als Beispiel für Bedeutung häufig das Beispiel »Junggeselle« auf, dessen Bedeutung dann mit »erwachsener unverheirateter Mann« angegeben wird.

Weil in diesen (wie überhaupt allen wissenschaftlichen) Disziplinen per erhobenem Zeigefinger großer Wert auf Präzision gelegt wird, sei hier präzisiert: »Junggeselle« heißt »erwachsener, noch nicht verheirateter Mann«. Denn »unverheiratet« schlösse ja auch Geschiedene und Witwer ein, und die würde man wohl kaum als Junggesellen bezeichnen.

Man stelle sich diesen Sprachgebrauch mal vor: »Do hintn am Stammtisch, der Schorsch, dem is sei Frau weggstorm, mit 89 Joah. Sakrament, des hätt a koana glaubt, dass da Schorsch mit 90 nomoi Junggsell werd! A so wia der seit zehn Joah sei Raucherlung raushuast. Ja vareck, Kaffäähaus, er is scho a zäher Hund, des sog i da! – Heiratn mog a aber nimmer, aber so schee wia mit 20 is as Junggsellndasein a nimmer, sogd a. I hob na ned gfragt, weil des duad ma ja ned, aber mid da Potenz werd’s wahrscheinlich nimmer goa so guad ausschaun, ’ha’ha! Und Altersinkontinenz is für de wenigsten a schoafmochnds Substitut. – Da Schorsch wieder a Junggsell, zefix! Du, do wenn unsere junga Burschn am Sonntag in da Friah um 6e von da Stanz hoam keman, is er scho wieder zwoa Stund wach und schaut Fernseh, weil a nimmer schloffa konn seit 4e.« Nein, nein, hier wäre der Ausdruck »Junggeselle« crass fehl am Platz.

So, jetzt wisst ihr’s!

Aussprachehilfen (2)

Tornados nur noch wie eine griechische Gottheit aussprechen, alle flippen völlig aus, außer am Auge, kaufen ihre Hosen in Chicago, dachten an Poseidon, installieren uralte Betriebssysteme

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Mode nur noch Made aussprechen, alle flippen völlig aus, lavieren nicht lange herum, sind stark introvertiert, kleiden sich in Speck, werden Slipknot-Fans

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Sheriff nur noch she-riff aussprechen, alle flippen völlig aus, hören nur noch Gitarristinnen, zerbrechen The Police-Platten, werden Feministen, würden sich »aber von der schon mal gerne verhaften lassen höhö 🤣🤣🤣«

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#WerteUnion nur noch Wer-teu-nion aussprechen, alle flippen völlig aus, verfaschen ungeschminkt, halten sich mit der ganzen Scheiße nicht länger auf und gründen kurzerhand die NSDAP neu

 

Sexfilm

Ich drehe einen Sexfilm, fest steht bislang nur der Titel: »Im Intimbereich des Imkers«

Wer Bock hat, ist gerne eingeladen mitzumachen (z.B. als Imker*in, Biene, Bienenstock, zufällig daherstolpernde*r Nachbar*in (huch!), Polizei (?), Forstminister*in, Kompars*in, Best Boy, Gaffer, da diese Sonnenblende da halten, uvm!)

Aussagekräftige Bewerbung bitte in die Kommentare oder wenn’s ganz aus is per Email

Edit: Wo es hier ursprünglich »Pornostreifen« geheißen hat, heißt es jetzt »Sexfilm«. Das trifft einfach den Spirit dieses Projekts besser. Die Produktionsfirma wird allerdings »πορνογράφος« (pornográphos) heißen.

Handball und Gewalt


Meine Güte, die Schrift auf diesem Plakat liest sich, als hätte mir jemand ein paar Handbälle ins Gesicht gepfeffert derart, dass es sich anfühlt wie Watschn mit Klodeckelpranken über die ganze Gesichtshälfte inklusive Augen.

Apropos: Es war in der 5. oder 6. Klasse, da erklärte uns der Sportlehrer während einer Handball-Übeeinheit irgendetwas. Mich interessierte das gerade nicht und ich blödelte nicht eben leise feixend herum. Plötzlich, ich stand recht nahe an der Wand, tat es dicht neben mir einen mordsdonnernden Einschlag – der Lehrer warf vor Wut seinen Handball mit voller Kraft nach mir, hätte er mich erwischt, wäre es das nicht nur mit meinem Genick gewesen. Ansonsten war er Werklehrer. Ein alles in allem freundlicher zwar, aber mit dieser Fächerkombi bist du einfach durch und durch ein richtiger Unhold.

 

Witz + Protokoll

Manfred Mann’s Orff Band

(Dieser Witz fiel mir kürzlich anlässlich der sogenannten Dad Rock Challenge einer lieben Facebookerin ein, die nach der dad-rockigsten Musikband fragte, von der man für gewöhnlich nur Radionummern/Singles kennt, um sich sadistisch-lustvoll deren komplette Diskographie anzuhören. Ich überlegte so: Menschenskinder, welche Band könnte ich denn da in die Drunterkommentare schreiben? Denn die allerallermeisten Dad Rock-Bands waren dort natürlich flugs notiert. Das Handy war beim spätabendlichen Einfall »Manfred Mann’s Earth Band« aber schon aus, und wie ich dann so im Bett liege und einschlafen will, schießt mir, freilich, »Manfred Mann’s Orff Band« ins prätraumale Gedankenbrackwasser. So wach bin ich noch, dass ich den klaren Gedanken »Ha, den muss ich mir merken und ins Internet reinschreiben!« hisse. Bloß wie merken? Wie oft schon hatte ich die leidvolle Erfahrung gemacht, dass mir kurz vorm Einschlafen oder, während ich nachm Aufwachen so dahinsimmere, Topwortspiele und andere Spitzenwitze eingefallen waren, die mir dann aber, wenn die erbarmungslosen Wachkategorien der Realität wieder instauriert, gleichwie entfallen waren. Dieses Mal suchte ich dem ein Schnippchen zu schlagen: Mit einer Mnemotechnik! Nie eine draufgehabt, also flugs eine zurechtgetapet. Ich stelle mir für jeden Bestandteil eine Person vor. Bei »Manfred« denke ich an den ehemaligen Nachbarn meiner Eltern, Manfred M., einen sehr freundlichen Michelin-Mitarbeiter. Bei »Mann« denke ich an, er ist der erstbeste, der mir einfällt, Thomas Mann. (Bitte nicht psychoanalysieren.) Bei »Orff« kommt nur Carl Orff in Frage, bombastisch-katastrophal untermalt von seiner Carmina Burana, schließlich bin ich schon in den Vorgärten der Träume. Bei – nicht vergessen! – »Band« denke ich an Facebookfreundin Judith S., die kürzlich drunterkommentarisch dazu aufforderte, man solle Band nur noch Musikband aussprechen (oder so ähnlich). Und was soll ich sagen? Es hat, man konnte es ja ganz oben schon sehen, geklappt! Wer bis hierher mitgelesen hat, versteht nun auch dies: Manfred M. Thomas Mann Carl Orff Judith S.)

Karaoke

Karaoke heißt auf Deutsch übrigens irgendwas mit Rauke. Genau weiß man’s nicht, weil zwischen allen möglichen deutschen Übersetzungen und der Bedeutung von Karaoke ein uncanny valley liegt.
»Lass uns rauken gehen«, sagten die Leute in Deutschland um 1950, wenn sie in eine Karaokebar gehen wollten. Manch einer verstand das falsch und ließ gleich vor Ort die Fäuste fliegen, denn wozu zum Raufen extra wo hingehen.
Französische Soldaten brachten den Ausdruck rauken nach Frankreich – leicht verfremdet als »raucker« bzw. »le raucke«. Von dort wiederum gelangte er durch britische Soldaten, die auf der Heimreise von Deutschland auf die Inseln gerne ein wenig in Frankreich urlaubten, nach Großbritannien. Wo er jedoch, weil »rauck« kaum jemand korrekt auszusprechen in der Lage noch willens war, kurzerhand zu »rock« umgeschrieben (»Sounds eh like our word for stone!«) und zusehends auf andere musikalische Bereiche denn besoffenes Fremdliedinterpretieren in grotesk bunt ausgeleuchteten Kneipen angewandt wurde.
Und irgendwann schließlich bezeichnete der Ausdruck das, was seit Dezennien als Rock bezeichnet wird – die ausgezuzelte Geschichte davon möge man sich aber in der Musikbuchabteilung einer Rolltreppen-Buch- und Nippeshandlung durchlesen.

Was mir hingegen jetzt noch viel wichtiger wäre: Robert Gernhardt schrieb einmal, wäre der Begriff Rock’n’Roll in Frankreich erfunden worden, er würde gewiss Rauck’n’Raul geschrieben werden. Ich meine, es vor Jahren im Erzählband »Kippfigur« gelesen zu haben, darin fand ich es durchskimmenderweise aber leider nicht wieder. Falls jemand was weiß oder wen kennt, die*der usw.

Entsprechungen

Paramilitär : Militär ≙ Paracetamol : Cetamol

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Papst : Gegenpapst ≙ Wart : Gegenwart

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Elektronik : Elektrik ≙ Stochastik : Stochik

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Polizistin : Polizei ≙ Publizistin : Publizei

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Einwegflasche : Mehrwegflasche ≙ Einweckglas : Mehrweckglas

Stilkritik: Clownsaufzug

Junge Leute um Mitte 20, bitte hergelesen: Beim feierlich-vornehmen Anlass zum weißen Hemd die feine schwarze Hose in Ums-Haar-aber-dann-doch-nur-mit-halbem-Arsch-knöchelfrei-Hochwasseroptik und dazu wenig bis gar keine Socken in den blendend blanken Lederschuhen, es geht einfach nicht fit, ihr kleinen Fleischblitzer

Jetzt mag freilich eins einwenden, der Hochwasserstil sei halt Mode, werde sich vielleicht ja auch beim fein-vornehmen Anlass als Standard oder zumindest als auftragbare Alternative durchsetzen und meine Haltung konservativ wo nicht snobistisch. Aber das Clownesque ist zeitlos, und clownesque eben wirkt dieser Aufzug.

Kurz notiert (55)

Fakt: AOK steht Annegret Oramp-Karrenbauer

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FAKT: Annegret Kramp-Karrenbauer gehört der Reißverschlusshersteller und »Hidden Champion« YKK. Politik macht sie nur nebenbei und zu ihrem Gaudium und weil sie »die Welt zu einem besseren Ort machen« möchte.

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Lieblingsrum: Falschrum

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Der Abstieg

Provinzfußball in Niederbayern um die Mitte der Nullerjahre, am letzten Spieltag Abstieg von der Kreisliga in die Kreisklasse. Niedergeschlagenheit, gar Verzweifelung in allen Gesichtern und Gelenken und unter die Schienbeinschoner hinuntergewuzelten Trikotstutzen; außer beim Gegner und seinen Fans, die eben nicht abgestiegen sind. Die sollen alle schauen, dass sie heimkommen, am besten gleich vom Platz weg und ohne noch mords Wasser wegzuduschen. »Diese Wichser, die!«, »der scheiß Schiri!«, »Ihr seid’s aber auch alle selber schuld, weil’s immer so sauft’s, obwohl wir am nächsten Tag Spiel haben!« – Analysen dieser Art verlassen so manche grantige Kehle, wohingegen andere ochsendumm herumsitzen und, wie’s scheint, in existenziell schwarze Abgründe schauen; bloß dass nicht mal mehr die zurückblicken. Drüben am Kinderspielplatz bauen zwei Buben ein kleines Schlammschloss, und während sie mit den Stäbchen ihrer Steckerleise die Burgfahnen hindrapieren oder eher hinimaginieren, muss der Papa am Sportheimeingang zurückgehalten werden, damit er nicht allen sofort eine aufstreiche, wie er erbost umherschleudert, »ihr Wichser alle!«

Jetzt muss man wissen, dass die Kreisliga in der dortigen Region die drittunterste Liga ist und die Kreisklasse die zweitunterste, unterfüttert nur noch von der zur A-Klasse schöngelogenen, in der vox populi nur Hammelklasse genannten Hammelklasse. »Ja Scheiße«, denken sich viele der für den Abstieg verantwortlichen Spieler, »in der Kreisklasse«, also der zweituntersten Klasse, »da mag ich nicht spielen – da bin ich ja viel zu gut dafür!«; sogar sehr viele von ihnen denken das und verlassen bis auf lumpige zwei Stammspieler samt und sonders den Verein, hin zu einem anderen, der zwar ebenfalls, und ohne dafür absteigen zu müssen, in der zweituntersten Spielklasse herumwest, aber im Gegensatz zum Absteiger seinen Akteuren für ihr fußballerisches Engagement Geld zahlt. Für ihr Engagement beim Aufstieg in die drittunterste Spielklasse, natürlich.

Connaisseusen und Connaisseuren übrigens ist klar, dass die Spieler wegen ihres Verhaltens mit Fug als Pleitegeier zu titulieren sind. Zumindest im ursprünglichen Wortsinne. Im Jiddischen, dem das Wort Pleite entstammt, bezeichnet die plejte die ›rettende Flucht (vor der Schuldhaft durch Gläubiger)‹, der plejtegeier bezeichnet im Jiddischen mithin den, der die rettende Flucht antritt oder –trat. Sage noch einmal jemand, es sei ein Schmarrn und Zeitverschwendung und zu nix gut, Fächer wie Jiddische Sprache, Kultur und Literatur zu studieren, womit ein Freund von mir gegenwärtig seine Biographie erledigt. (Bei Letzterem handelt es sich um ein Zitat von Max Goldt, um hier schriftstellerisch tadellos zu agieren.)

Hauptsponsor des Vereins, zu dem die alle abwanderten und hinwechselten, richtiggehend fahnenflüchteten, ist ein lokales Maschinenbauunternehmen, das freilich für den Weltmarkt produziert, und zwar ungetümhaft große Eisentanks und jeglichen Stahlbau, nach dem eines Herzen zu begehren vermag. Auf die »Internetseite« genannte Website gesurft, verrät uns die letzte News, die, notabene in den 1960er Jahren gegründete Firma habe im Jahre 2008 die Produktion in den neuen Montagehallen aufgenommen. Was mit den alten Hallen geschah, steht nirgends. Das Alter dieser latest news entspricht präzise dem historischen Charme, der dieser Website eignet. In der 2008 neu gewesenen Lackierkabine, so schneidet die News großtuerisch auf, könne man bis zu 17 Meter lange »Komponenten« genannte Bauteile lackieren und trocknen. Wie breit und hoch diese Komponenten sein dürfen, unterschlägt die News indessen. Wenn jedoch die Komponenten zwar 17 Meter lang, aber nur so dünne Stäbchen sein dürfen, wäre kaum jemandem geholfen. Lassen wir uns nicht beirren von dieser Unklarheit und nehmen wir an: Auch der Balken und die Pfosten eines Fußballtores ließen sich darin locker optisch veredeln, wie es aus Branchenmündern zu quellen pflegt. Schließlich umspannt etwa der Querbalken kaum siebeneinhalb Meter und täte in die Angeberanlage leicht zweimal hineinpassen. Die Balken und Pfosten könnten dann in den Firmenfarben Hellrot, Dunkelrot, Schwarz, Dunkelgrau, Hellgrau und Smaragd funkeln, und, wenn wir schon einmal angefangen haben mit dem corporate designen, warum nicht auch gleich den Namen der Firma draufschreiben beziehungsweise drauflackieren, ach was: draufedeln.

Denn die Präsentation des eigenen Firmennamens auf riesigen Bannern und Spielfeldbanden auf den Sportvereinsanlagen, auf den Trikots und irgendwelchen Vereinsdruckerzeugnissen ist der Zweck der finanziellen Unterstützung des Vereins, der sich im übrigen recht rührig um die von ihm verwendeten und vernutzten Spieler kümmert. Es fragt sich freilich: Wozu das alles? Wie viele Zuschauer*innen dachten bislang: »Ah, gut, dass da eine Stahlbaufirma auf ihre Künste aufmerksam macht, mir ist ja grad heut Vormittag mein Eisentank kaputtgegangen«, und schon fleddert beim Stahlbauer das Auftragsbuch aus, weil er gar nicht mehr hinterherkommt mit dem Umblättern und Hineinschreiben. – Stellen wir uns nicht naiver als nötig: Fraglos ist es dem Firmenchef hauptsächlich um Lokalprestige zu tun, markiert er doch den örtlichen, wo nicht den regionalen Oberjohn, wenn er es ist, mit dessen Name der Fußballclub sich beschriftet, das heißt präsentiert, i wo: schmückt. Da schauen die Maschinen- und sonstwas -Bauer der Industriegebiete vor den umliegenden Dörfern aber ganz schön dumm aus ihren klebrig-schwitzig-stinkenden Fertigblechbaufestungen. Schließlich kannst du den Hauptsponsor des Vereins durchaus als sowas wie den Vereinseigentümer betrachten. Wo kommen wir hin, wenn irgendetwas nicht irgendwem gehört, sondern diffus bloß einer kaum greiflichen Gemeinschaft? Ja, richtig, direktemang in den Sozialismus. Nein, nein, es lässt uns schon besser schlafen und ist am Ende auch gesünder, wenn wir den Besitz eines solchen Vereins immerhin ideell jemandem zuschreiben können. Und der hohe Herr wird sich gütig um alles und alle kümmern und auch mal ein Schweinernes und ein Freibier zur Verfügung stellen. Und der Konkurrenzeisenbieger kann zwanzig mal mit der Kundschaft in die Apalachen zum Helikopterskifahren fliegen – Fußballvereine sind da schon nochmal rarer.

Jetzt zurück zur Abstiegsmannschaft: Lumpige zwei Stammspieler aus der drittuntersten Klasse blieben wie gesagt in der zweituntersten erhalten, der restliche Kader wurde aus Material der vormaligen Reserve rekrutiert, neu hinzu kam niemand. Die Bilanz der Folgesaison: lauter Niederlagen, kein einziges gewonnenes Spiel, nur ein einziges Unentschieden – an diesem Spieltag reichte man die angestammte Plakette »Lachnummer der Liga« an den mit einem Remis vernichtet zurückgelassenen Nachbardorfverein weiter und feierte in dessen teils hellbraun gefliestem, teils dunkelbraun holzvertäfeltem Sportheim, als wäre der Super Bowl gewonnen worden. Am darauffolgenden Tag, ein Montag, fuhren frühs alle wieder zu ihren Arbeitsstellen und der ein oder andere erzählte in der Pause teils freudig, dass man vortags ein Unentschieden geschafft habe. Die Lackieranlage des Stahlbauers produzierte sturheil und ungerührt weiter für den Weltmarkt.


Text vorgetragen am 19.07.2019 im Rahmen der Live-Aufzeichung einer Folge von »Eisenbart & Meisendraht«; Videomitschnitt folgt


 

»Aufdrehen & Loserleben«

Ob es jemandem aufgefallen ist, dass da auch Loser-Leben steht, oder nicht – es ist vor der Tatsache, dass die Reklameindustrie ernsthaft bei der gleißenden Granatenidiotie »los-erleben« angekommen ist, fast auch schon wieder wurscht.

Von welcher Seite man es auch betrachtet: mich erfüllt das nur mit heißer Trauer und stummer Wut.

Sher(r)if(f)

Das Wort »Sheriff« sieht sowohl in seiner falschen Gestalt »Sherrif« als auch in seiner korrekten, »Sheriff«, falsch aus. Könnten wir uns nicht auf »Sherriff« einigen? Das sähe auch noch ein wenig autoritärer aus.

Die Erlanger und ihr Erwin Rommel

In Erlangen gibt es, wie in zwölf weiteren Ortschaften dieses Landes, nach wie vor eine Erwin-Rommel-Straße. Im dort ansässigen Studentenwohnheim entblödet man sich nicht, das sogenannte Rommelsommerfest zu feiern und brüstet sich auf der Website ferner:

»Das Erwin Rommel Wohnheim ist in Erlangen weithin bekannt für das Rommelsommerfest Anfang Juni, die ›Bronx‹ im Winter kurz nach dem ersten Schnee und für den Rommelfasching der Mitte Januar stattfindet. Diese Veranstal-tungen sind offen für alle Studenten der Uni Erlangen und machen jedes Jahr eine Menge Spaß!«

Hahaha, ein großer Spaß für alle und Spaßbremse, wer bei »Rommelfasching« etwa an Prinz Harry in der Naziuniform denkt (weil »Rommel war ja kein Nazi, weil er nie in der NSDAP war 😠 !«)

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Anlass dieses Posts: Mit einer Mehrheit aus CSU, Freien Wählern sowie AfD wurden in Fürstenfeldbruck zwei Petitionen zu Nazistraßennamen abgewiesen: »CSU und AfD tolerieren NS-Straßennamen« (Süddeutsche)

Der Gazetteur

»Als Backöfen: Deutsche Bahn vermietet Waggons an Bäckereien« – dergestalt wäre diese als »Witz« missverstandene bloße Postillonesque immerhin nicht so unangenehm ungelenk geschrieben.

Über das steindumme »Praktisch.« ist kein Wort mehr zu verlieren als »steindumm«. Wer nichts drüberzukommentieren hat, soll es halt bleiben lassen, und sich nicht vom Nasenring der bloßen Möglichkeit wie ein geknechtetes Rindviech umherziehen lassen. (Wobei: Der Dumme bin hier eigentlich ich; höre ich doch nicht auf die per Punkt unbewusst hingedübelte Empfehlung, doch an Ort und Stelle aufzuhören zu lesen.)

Davon abgesehen: Wie lange ist dieser bedauerliche 50-°C-Vorfall in einem ICE nun schon wieder her? Um niemandem eine Googelei aufzuzwingen: Es war im Juli 2010, d.h. vor n e u n Jahren. Dass es ansonsten sommers bei zwei bis drei (2–3!) % der ICE-Klimanlagen zu Störungen kommt, kann nur für Trottel ein zu versatirendes Ärgernis darstellen.

»Der Gazetteur« sollte es imho ganz bleiben lassen, auch die ankumpelnde Drunterkommentiererei auf Twitter. Und sich dann eine Weile lang schämen, dass er mit dem »Postillon« die schaumstoffharte bzw. Gummischwert-Kopie der US-amerikanischen Satireseite »The Onion« kopiert. – »Der Gazetteur«, der Adabei des Onlinehumors.

PS: Das Komma im Slogan des Gazetteurs, es ist wahrscheinlich auch Satire: »Der Gazetteur. Bringt Tatsachen, statt Nachrichten.«

 

» u m s t r i t t e n «

Ob das journalistische Universal-Überschriftenwort »umstritten«, mit dem jede Gemeinheit und Verderbtheit und noch alle Unmenschlichkeit in den Schein der immerhin Diskussionswürdigkeit gerückt wird, ob dieses Unwort der zeitgenössische, schlichte Indicator der seit je wesenden Vernageltheit und Verrammeltheit und, ja, Imarschheit des Journalismus ist, diese Frage lässt sich ohne SPDiges Herumlavieren und brummdummes »Debattieren« beantworten mit: ja.

Neuerlicher Tiefpunkt der Umstrittenheiterei: Es gab laut dem »Historischen Bild des Tages« bei t-online – fasten your seatbelts –: »Hitlers umstrittenstes Flugzeug«.

Dass auch Hitler im eigenen Reich »umstritten« war, keine Frage; siehe Elser, Stauffenberg etc. Dass heutzutage sturheil wieder auf diese »Umstrittenheit« und mittlerweile mithin »Diskussionswürdigkeit« hingearbeitet wird – nun, es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann Hitler irgendwo qua Überschrift als »umstritten« bezeichnet wird. Sein tut er es schon.

(In der »Stadt der Reichsparteitage«, Nürnberg, wird dieser, pardon my french: Infodreck namens »Historisches Bild des Tages« schamlos auf den Infoscreens in den U-Bahnhöfen ausgestrahlt.)

Bilateral

28.05.2019 – »Das hab ich mit ihr bilateral abgesprochen und da hab ich euch jetzt erstmal rausgelassen.« Typ in der S-Bahn in sein Telefon. biLaTEraL?!
Jetzt Bock auf Suizidierung durch autogene Combustion.

Deutsche Post, was geht

»LU-GAU-ER?!«, höre ich durch die Gegensprechanlage, »Ja?!«, antworte ich erstaunt. »Paketpost, kannst du runterkommen?«, fragt er, und freilich kann ich. Unten angekommen, wartet er, Mitte 30 und dem – außer der Postbotenuniform – Erscheinungsbild nach Discogänger und Shishabarbesucher, auf mich, holt mit dem Arm weit zum Handshake aus und sagt eine langezogene Mischung aus Hey und Hallo – woraufhin ich verdattert einschlage und auf seine Frage: »Und, alles gut?« routiniert: »Jo, und selbst?« antworte. Dann »Unterschrift« auf dem elektronischen Kästchen, er noch »Ciao!« und ab.

Wurde bei der Deutschen Post etwa ein neuer Code of Conduct eingeführt?

Milka Luflée

Der Name der Milka-Schokoladensorte Luflée ist übrigens ein Kunstkofferwort aus Luv (windzugewandte Seite eines Berges) und Lee (windabgewandte Seite). Es ist kein reiner Phantasiename, denn die Luft in Luflée-Schokolade ist echte Gebirgsluft. Die Tafeln werden abwechselnd mit Luv- und Leewinden auf- bzw. übergeblasen, bis sie die fluffig-poröse Konsitenz erlangt haben. Dafür werden hohe Transportkosten über und teilweise um die Berge herum auf sich genommen.

Entweder nur Luvwind oder nur Leewind würde aber nicht funktionieren. Denn Luvwind, auch »der Aufbergichte« genannt, richtet die Schokomassen zu faltichten Ungetümen auf, während der Leewind, genannt »der Abschleckichte«, sie wieder niederbügelt, so streng er kann. Jetzt mit nur Luv- oder nur Leewind hättest du entweder Riesenbatzen oder Flachrochen in den Produktregalen der Supermärkte liegen. Die richtige Mischung (?) aus Luv- und Leewind aber lässt unter den Händen der Chocolatiers die lustigen, porichtes Interieur beherbergenden Hubbel entstehen. Wie genau das vor sich geht, weiß nicht einmal Aiman Abdallah (Galileo Mystery). Als sie es in der Sendung eines Tages erklärten, stimmte hinten und vorne nichts! So viel kann ich sagen, hallo.

Luflée – ein Kunstwort! – heißt aber nicht »Luvlee«, weil das zu sehr nach Porno etc. klingt (love, ficken, lovely usw.). Den Accent aigu über dem e fügte Milka hinzu, damit nicht alle fälschlicherweise »Lufflieh« sagen. Klappt auch ganz gut. So, jetzt wisst ihr’s!

»1939: Als die Nazis das Mutterkreuz stifteten«

»1939: Als die Nazis das Mutterkreuz stifteten
Sie gilt als die Vorzeigemutter des ›Dritten Reichs‹. Magda Goebbels wird am 21.05.1939 von den Nationalsozialisten das Mutterkreuz verliehen. Im Volk hieß er [sic] auch ›Kaninchenorden‹.«

2019: Rechtsradikale/-extreme übernehmen weltweit die Parlamente. Die t-online-news am U-Bahn-Infoscreen gedenken am 21.05. in vorauseilendem Gehorsam – denn noch ist die Macht nicht übernommen – der »Vorzeigemutter« Magda Goebbels wie des NS-Mutterordens so vollkommen kritiklos und illustrieren so fröhlich mit einem Bild der Verleihung, als regierte die NSDAP bis heute.

Die Nazis sind mittlerweile, da ihre Erben an der Schwelle stehen, zum Info-Jux, zum Wartepausenfüller zwischen der Kelly Family und Stefan Effenbergs Fußballexperten-Kommentar herabgesunken. Einzig ein Scherzchen aus dem Volke (»Kaninchenorden«) traut man sich dieser Tage, anders als damals, öffentlich zu zitieren. Die Zeiten haben sich eben geändert.

Freilich, im zugehörigen Artikel vom 21.05.2019 auf der Website (man muss dafür auf der t-online-Startseite fast ganz nach unten scrollen!) informiert man dann im Stile eines Oberstufen-Geschichtsreferats: »Für Hitler und die Nationalsozialisten müssen Frauen vor allem eine Funktion erfüllen, diese besteht darin, möglichst viele Kinder zu gebären. Im Sinne des NS-Rassenwahns natürlich nur solche, die ›deutschblütig‹ sind, und keineswegs ›erbkrank‹. Für das Hirngespinst eines ›Großgermanischen Reichs‹, das durch Krieg und Gewalt entstehen soll, braucht der ›Führer‹ Soldaten, besser gesagt Kanonenfutter.« Etc. etc.

Man soll sich nicht für dumm verkaufen lassen: Dieses Kurzreferat zum »Historischen Bild« des Tages ist noch besser verborgen als das unlesbare, pardon: kaum lesbare Kleingedruckte unter Großbildschirmwerbungen. Was hängen bleibt, ist die Infoscreen-»Info«.

Schlafensmüde

14.05.2019 – Im Tagebuch das Wort »schlafensmüde« benutzt, mich kurz gewundert, dass mir das ja schon  e w i g  nicht mehr in den Sinn gekommen war, und dann gesehen, dass es gar nicht im Duden steht oˍO Dabei ist es doch so schön!

Flughafen Daxing

»Flughafen Daxing«, aber in Oberbayern

»Ja griaß Eana, bitte zwoa Moi Memmingen–Daxing, bittschen! […] Ja… […] Ja…! […] Sie, hean’s: Mitm Auto braucherten mir vo Memmingen noch Daxing über zwoa Stund’, dös wär uns vui z’langsam!«

Die Ältere deutsche Literaturwissenschaft und das Genitiv-s

Richtiggehend narrisch macht mich die Idiosynkrasie der Älteren deutschen Literaturwissenschaft, das Genitiv-s von Eigennamen an den Personennamen zu hängen statt hinten an den Ortsnamen. Also etwa »der Minneschmarrn Heinrichs von Veldeke« statt – wie normale Menschen sagen würden: »der Minneschmarrn Heinrich von Veldekes«. Komme mir niemand mit einer vermeintlich sachlichen Begründung über eine angebliche Notwendigkeit dieser letztlich doch nur exklusivitätsheischenden Marotte: Denn das machen die nur und ausschließlich, um sich vor Erstsemestern und sonstigen Mittelhochdeutsch-Laien aufmandeln zu können, wenn diese es »falsch« sagen.

Zart versöhnelnd stimmt mich die Vorstellung, eine Mediävistin (m mitgemeint) schriebe etwas über den ihr ressortfremden Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und ihr unterliefe dabei ein »fauxpax« (sic; gelesen in einer Mediävistik-Dissertation) wie »das Gedicht Hugos von Hofmannsthal«. Tbh würde ich, läse ich das Korrektur, dann versuchen es durch sämtliche Korrekturen bis zum Druck durchzudrücken, hähä.

Slightly off-topic: Narrisch macht mich außerdem, dass man »Hofmannsthal« mit scharfem f vorne mit kurzem statt langem Vokal ausspricht. Warum, liebe Familie Hof»f«mannsthal und alle, die es euch nachtun, wisst ihr nicht mal, wie man euren Nachnamen richtig ausspricht?

Kurz notiert (53)

Bibliographische Angabe aber als »Schaut’s her ihr Lappen was i scho alles publiziert hab!«

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Übrigens: Glückwunsch an die Eltern von Eva Green für die Namenswahl, er ist zeitlos und wird nie welk 🌱🌿🌲

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Mythisches Flussungeheuer: Das Phantom der Oder

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Aussprachehilfen (1)

Most recent nur noch mit mostrezent übersetzen, alle flippen völlig aus, keltern Äpfel und Trauben, vergleichen mit Birnen, tränken jetzt und hier lieber ein Bier und Vögel

*

Meanwhile nur noch mit Gemeinwohl übersetzen, alle flippen völlig aus, verhalten sich niederträchtig und übelwollend, tragen schwer an Lämmern, kommen ungeschoren davon, flüchten sich unter die Essen

*

soeben nur noch söben aussprechen, alle flippen voellig aus, stoebern nach Buechern, schmoekern darin, kaufen OEM-Software, wuergen eventuell

*

 

Ohne Angst verschieden sein

Berlin, Bahnhof Ostkreuz

»… den besseren Zustand aber denken als den, in dem man ohne Angst verschieden sein kann.« (Adorno, Minima Moralia)

Die EU als dieser »bessere Zustand«, in dem man ohne Angst verschieden sein könne? LOL – Geh’ her, wenn du als Geflüchtete*r nicht schon im Mittelmeer ertrunken bist, stecken wir dich halt unter unmenschlichen Bedingungen in ein Lager und schieben dich um 4 Uhr morgens in ein Kriegsgebiet ab, wo dir, und das wissen wir, aus welchen Gründen auch immer die baldige Ermordung droht. Aber Angst brauchst du keine zu haben!

Wie erklär’ ich’s bloß meinen Eltern?

Liebe FAZ-Rubrik »Wie erklär’ ich’s bloß meinen Eltern?«,

sobald auf einem Sharepic steht »wenn du zustimmst schick das Bild jeden deiner Kontakte«, dann leitet Mutter mir das per WhatsApp weiter. Auch Oster- und Weihnachtsgrüße in Form solcher Bilder bekomme ich weitergeleitet, obwohl ich in der Una Sancta nicht mal mehr Mitglied bin. Ich finde das alles schrecklich, auch wenn’s nur etwa fünfmal im Jahr vorkommt.

Was kann ich tun? Wie äußere ich mein Unbehagen, ja: meinen Unmut, ohne womöglich Traumata auszulösen? Ich wende mich an Dich, denn SZ-Magazin-Moralkapazität Dr. Dr. Dr., Quatsch: Dr. Dr. Rainer Erlinger befasst sich mit den Sorgen und Nöten von uns Kleinen ja nicht mehr. Und seinen »Ersatz« konsultiere ich im Leben nicht.

Liebe Grüße,
Handwerksmeister h.c. mult. Andreas Maria Lugauer

PS: Dass es Dich, liebe FAZ-Rubrik, gar nicht gibt, sondern nur Deinen – gewissermaßen – Sproß, die Rubrik »Wie erkläre ich’s bloß meinem Kind?«, würde ich übrigens auch gerne mit jemandem besprechen.

The Waschmaschinen Incident

25.04.2019 – Als ich Anfang des Jahres auf der Suche nach einer Wohnmöglichkeit für Berlin war, prahlte ich doch damit, in meiner WG schon mehrfach die Waschmaschine repariert zu haben, bzw. ich gab das als einen meiner Vorzüge aus.
Was soll ich sagen: Wo ich in Berlin momentan untergekommen bin, habe ich vorhin die Klospülung repariert. Und zwar das fragile, magische Kunststoffgerümpel eines in der Wand verbauten Spülkastens.
Wer jetzt will, dass ich auch mal bei ihr*ihm wohne: PM. Preise regelt der Markt.

04.05.2019 – In der WG, in der ich die kommenden zwei Wochen wohne, bin ich die ersten drei Tage alleine, weil die Mitbewohnerinnen hier und da und dort sind. Aus der Ferne erreichen mich Nachrichten, ob ich mich schon gut eingelebt hätte. Obzwar es diesen liebevollen und natürlich eher rhetorischen Nachfragen nicht angemessen wäre, möchte ich fast antworten: Freilich, weil wohnen kann ich gut. Denn, um Gerhard Polt aus einem Interview, in dem er unter anderem davon spricht, dass er gerne so vor sich hin schildkrötelt, zu zitieren: »Ich wohne gern.« (Interview: »›Ich sinnlose vor mich hin… und das mit Begeisterung!‹ Gerhard Polt spricht über die Langeweile.«)

06.05.2019 – Scheiße jetzt ist die Waschmaschine in der WG hier tAtSäChLiCh kaputt 😱 und jetzt fragt man freilich gleich mich weil ich mit meinen Reparierkünsten natürlich auch hier mords geprahlt hab aber ich hab keinen blassen Schimmer was es sein könnte 😫 Aber Moment Freunde, noch ist nichts entschieden! Hab erstmal empfohlen: Ausschalten, Netzstecker ziehen und warten weil ich bin Profi hehe
(»Fun« fact: Ich hatte das Reparier-Angeber-Posting vom 25.04. gescreenshottet und in die WG-Telegram-Gruppe (gibt’s, eh klar!) gestellt, weil lol nech. Und jetzt stehe ich da…)

08.05.2019 – Hallo Freunde, die Waschmaschine funktioniert wieder! Das Problem war eine Haarnadel feat. Haargummi, was beides im Flusensieb hing und den Abpumpmotor am abpumpen hinderte. Es war ein bisschen ein Geplätscher, bis das ganze Wasser erstmal rausgelaufen war, aber am Ende des Tages hindert mich kaum etwas an einer vernünftigen Reparatur und mit flinken Fingern habe ich die beiden Racker entfernt. Gerade läuft noch der erste Durchlauf nach ~the incident~, etwaige neuerliche Schwierigkeiten halte ich jedoch für äußerst unwahrscheinlich.
Liebe Grüße,
Handwerksmeister h.c. mult. Andreas Maria Lugauer

08.05.2019 – Update: Der erste Durchlauf verlief – wie erwartet – problemlos und jetzt kann wieder gewaschen werden, dass es sich gewaschen hat (?!)

Kritik am Symposium »Ästhetik nach Adorno«, eine Replik

Na freilich kannst du auf dem Symposium »Ästhetik nach Adorno« (21.–23.6.2019, Berlin, Link zur Website) ein Flugblatt namens »Unter der Ästhetik liegt die Erfahrung – Zum Symposium ›Ästhetik nach Adorno‹« (Link zum PDF) auslegen, in dem du Kritik an der Veranstaltung kundtust. Wenn du deine – stellenweise noch so triftigen – kritischen Äußerungen allerdings zwischen Zitate von Adorno und Benjamin oben sowie deinem nicht angegebenen Namen unten presst und das Flugblatt in unbeobachteten Momenten verhuscht auf die Sitze legst – dann sinkt das samt und sonders von Kritik herab zur blind vorgetragenen Religion, zum apostolischen Eifer. Dann bist du letztlich nichts anderes als etwa die Zeugen Jehovas, die in den Fußgängerzonen dieser Welt mit ihren Aufstellern zum ›Gespräch‹ einladen, worin sie dir dann die alleinige Wahrheit des Überirdischen verkünden werden. Mit dem Unterschied, dass Zeugen Jehovas immer noch persönlich auftreten und ihre Wahrheiten nicht bloß anonym irgendwo hinlegen.

Es mag einer gewissen Empathie geschuldet sein, dass du dich um die

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Talkshow-Hinweis

»Öffentlich die Ermordung eines Politikers durch einen Rechtsextremen gutheißen – Nur falsch oder vielleicht auch ein Stück weit verständlich?«
Diskutieren Sie mit Frank Plasberg bei »hart aber fair« in der Sondersendung live direkt von der Pegida-Demonstration! Montag im Ersten

Kurz notiert (51)

Sisyphosarbeit: Wäscheberg nur noch Wäschestein aussprechen

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»Sehr verehrte Kunden, wir s c h l i e ß e n Asse 3. Bitte legen Sie keine weiteren radioaktiven Abfälle mehr auf das Förderband!«

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»Du kannst nicht immer 17 sein« aber als Titellied des Films über dissoziative Persönlichkeitsstörung, »Split«. Tja, Chance verpasst!

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ATM

Wann hat es eigentlich angefangen, dass sich diese gelben Euronet-Geldautomaten im öffentlichen Raum verbreiten wie Pilze und nicht nur in geschäftlichen Hausfassaden, sondern auch vor Wohnhauseingängen und in Mensen herumstehen und ach, was soll’s, ich sag’s jetzt einfach: Im Pornobereich gibt es die Abkürzung ATM auch, aber da steht sie nicht für Automated Teller Machine wie beim Bankomaten, sondern für Ass To Mouth. So, jetzt wisst ihr’s! Wer will, kann diesen Ausdruck nun metaphorisch auf den Bankomaten und den Abhebevorgang anwenden.
Ich wünsche fürs nächste Mal jedenfalls: Gut Abhub!