DAZN?

A: »DAZN –was zur Hölle ist eigentlich dieses DAZN, das seit einiger Zeit auf Reklameflächen angepriesen wird?«
B: »Kennst du nicht mehr die Werbung aus Hape Kerkelings ›Kein Pardon‹ von 93? ›Geben Sie Ihrem Hund DAZN – aber nur den ganzen DAZN! DAZN – nur für Hunde, nicht für Katzen – DAZN!‹ Daher kommt das her.«
A: »Aha.«
B: »Und dann gab’s da ja auch diesen beliebten Samstagabend-Fernsehmoderator Heinz Wäscher, dem Verehrerinnen eine Torte gebacken haben mit der Aufschrift ›Heinz Wescher‹, oder andersrum?«
A: »Aha. … … Wie: andersrum? Hat evtl der Moderator den Verehrerinnen eine Torte gebacken?«
B: »Nee, haha, warum sollte er.«
A: »Ja.«
B: … … »Fand ich auch gar nicht so gut übrigens, den Film. War mehr so ›och kommt nix andres grad‹.«
A: »Aha.«
B: …
A: »Wie der Kerkeling dann nach Lourdes marschiert ist und dieses Buch drüber geschrieben hat und auch Film dann, ne.«
B: »Ging gut weg bei Hugidubi, ja.«
A: »Hugidubi?«
B: »Hugendubel hehe«
A: »Uff«
B: »Und weißte noch ›Hurz!‹«
A: »Oh Gott… ja…«
B: »Der Wolf! Das Lamm!«
A: …
B: …
A: … …
B: »Der Wolf!«
A: »Also, ich pack’s dann mal.«
B: »OK. Machst du noch?«
A: »’n bisschen was machen noch.«
B: »Jou, ich mach auch noch ’n bisschen was.«
A: »Tschö dann.«
B: »Ja, tschüs.«
A: …
B: »Hurz!«
A: …
B: :‘(
A: (Dieser Trottel dann immer mit seinen auswendig hergesagten Katz-und-Gold-Zitaten. – Ich mach jetzt n i x mehr.)

[Edit 13.14 Uhr: Beim Wiederlesen fiel mir auf, dass der letzte Satz eine Art Pointe enthält, und das gefällt mir jetzt nicht mehr, die Leser*innen mögen bitte beachten, dass der Text meines nachträglichen Erachtens mit dem vorletzten Satz enden sollte.]

»Lexikon des internationalen Films«

Wenn Leute irgendwas aus der Bibel glauben, ist mir das wurscht, soll jede*r ganz nach Bock. Aber wenn Leute dem »Lexikon des internationalen Films«, zitiert in ca. jedem einzelnen Wikipedia-Filmeintrag, etwas glauben oder es anerkennen, dafür habe ich kein Verständnis. Seine selbstauferlegte Autorität und gottgleiche Deutungshoheit, sie machen mich richtiggehend narrisch. Wenn nach einem Zitat als Quellenangabe steht: »Lexikon des internationalen Films«, denke ich stets: »AHA!, dann stimmt mal wieder das Gegenteil der zitierten abgestandenen Arschlappenmeinung oder etwas ganz anderes!«

»Blue Velvet – Verbotene Blicke« (David Lynch, 1986), Inhaltsbeschreibung:

Es geht um einen Privatdetektiv (»Verbotene Blicke«), der sich in eine Frau verguckt, die er beobachten soll. Denn was er da zu beobachten hat, gefällt ihm schon ziemlich gut, muss er sagen. Er macht sich also an sie ran, natürlich erfolgreich, denn er sieht aus wie ein Filmstar mit schneidiger brünetter Kurzhaarfrisur (voll ange80ert) und Brusthaar, aber nicht zu viel, außerdem ist er sehr eloquent und charmant und hat blaue Augen, in deren weichen, doch klar konturierten Blicken er Leute samten betten kann (»Blue Velvet«). Logisch, dass sie erstmal ordentlich Sex haben, aber noch mehr tastend und suchend und nicht gleich aus dem Vollen schöpfend, denn sie kennen sich ja noch nicht so gut und außerdem gebietet dies die Sexfilmdramaturgie.

Freilich findet sie, die Ausgespähte, heraus, dass er als Detektiv auf sie angesetzt ist. Es wird ihr von einem Bekannten erzählt, in einem Café, und sie hätte niemals damit gerechnet. Er sagt nicht, woher er das weiß, es ist sehr geheimnisumwölkt. Es gibt beim nächsten Treffen – er, der Detektiv, hat Blumen dabei – Streit, sie ist sehr sauer auf ihn, es fallen böse Worte von ihr und besänftigende von ihm, die aber, zurecht, alle ins Leere laufen bei ihr. Sie wirft ihm den Blumenstrauß an die Birne, wobei der Topf daran kaputt geht, von dem kaum jemand weiß, wo der jetzt herkommt, denn Blumen kauft man ja in so Papier eingewickelt und zu Dates bringt man nicht schon Töpfe mit.

Spätabends, wieder alleine, vertraut sie ihrem Tagebuch an – man hört sie aus dem Off –, dass sie es eigentlich ganz anregend und aufreizend findet, von ihm beobachtet worden zu sein, und sie hofft, er habe ihr auch beim Umkleiden zugeschaut. Sie erinnert sich an ihr letztes, wie immer erotisches Umziehen – man sieht die Erinnerung, abgesetzt durch starken Weichzeichner – und den Zuschauern wird klar, warum es für den Detektiv auch rentabel gewesen wäre.

In dieser Nacht schläft unser Detektiv mit seiner Auftraggeberin, mehr einfach so und es wird auch gar nicht klar, warum (gibt aber gute Bilder her). Wahrscheinlich hat er ihr Auftragsergebnisse vorgeflunkert, ohne zu erwähnen, dass er aufgeflogen war. Logisch, dass die beiden davon heiß aufeinander werden, also ist es doch nicht so unklar, warum sie es im letzlich Straßenlichtschein ~tun~.

Am nächsten Tag oder vielmehr eine Woche drauf dann die große Versöhnung unserer beiden ProtagonistInnen, es gibt bald auch Sex, logo. Dann lernt die Ausgespähte irgendwie die Auftraggeberin des Detektivs kennen und auch sie schlafen miteinander.

Zufällig stößt danach, die beiden liegen noch sich bezärtelnd beieinander, der Detektiv dazu, er kommt gerade vom Sport, und dann haben alle aber noch genug Energie und veranstalten eine menage à trois, wo sämtliche Sexregister gezogen werden und wirklich alle auf ihre Kosten kommen. Leider werden irgendwann die Credits eingeblendet und am Ende fadet das Bild der ekstatisch wogenden Drei dann einfach aus. Kabel-1-Werbung wird eingeblendet und dann Werbung normal.

»A Gschicht über d’ Lieb«

»A Gschicht über d’ Lieb«, erster Gedanke: »Lasst’s euch nix verzapfen: Auch in Bayern sagt niemand einen solchen Vollquatsch wie ›d’ Lieb‹ statt ›die Liebe‹. Die Leute hier können auch nicht mal ›Ich liebe dich‹ sagen, weil das Hochdeutsch wäre und ›I liab di‹ wegen vollkommener Kartoffelackerität halt ausscheidet.«

Dann lese ich, der Film spiele in Baden-Württemberg und denke: »Wenn dort jemand tatsächlich ›d’ Lieb‹ sagt, ja dann Wiederschaun«