Die zwei Kirchen

Auf einem erdähnlichen Planeten existiert eine menschenähnliche, ja fast menschheitsgleiche Zivilisation. Wie auf der Erde trägt sich dort ab dem Jahr 1 u.Z. die christliche Auferstehungsgeschichte zu. Der Heiland heißt dort Jebus. Wie auf der Erde resultiert daraus eine Katholische-Kirchen-ähnliche Kirche. Sie heißt zufälligerweise (?) auch Katholische Kirche. Dann finsteres Mittelalter, schlachtende wo nicht mordbrennende Inquisition, Hexenverbrennung, überhaupt Misogynie als Motor des Ursprungsmythos, Kindesmissbrauch bzw. Vergewaltigung vornehmlich von Knaben – weil das alles im Universum nicht bloß auf der Erde, sondern auch dort geschieht, scheint es geschichtliche Notwendigkeit zu haben. Puh! (Three would be evidence.) Besonders zwingendes Detail: Nach gut oder vielmehr etwas mehr als zwei Millennien tritt der dortige Papst zurück, bevor aber ganz schön was rauskommt, du. Im Universum leben plötzlich vier Päpste. Statt zwei, was auch schon crass ist. Nur Gott weiß von alledem und schaut friedlich auf seine Schäfchen hinab. Ob eine der Zivilisationen je herausfinden wird, dass zur Rechten Gottes Jesus sitzt, zu seiner linken allerdings Jebus? Und dass die beiden (!) Heiligen Geister links und rechts so schräg über ihm sitzen, so dass es sich in Tat und Wahrheit um die Heilige Fünffaltigkeit handelt und die Theologen hier wie dort ganz schön ins Schwimmen kämen darob? Gott weiß: nein. Er hat die Entfernung zwischen den beiden Zivilisationen und die Physik extra so eingerichtet.

Lesung: 6.2.20, Rooftop Stories, Fürth

Während andere sich vom Berliner Bordstein zur Skyline hochrappen, mach ich es von Anfang an nicht unter der Skyline. Am 6. Februar lese ich über den Normaldächern Fürths bei den Rooftop Stories. Battle Rapper mögen darüber verächtlich die Nase rümpfen und die in der Zeitung angelesene Punchline droppen, das sei eben die sicherste Großstadt Bayerns, da föcke man sich ohne Trouble nach oben. Aber ich spötte zurück würde konterspitten, dass ich dazu erst vom Bordstein der unsichersten aller bayerischen Städte (Nürnberg) aus anreisen muss; yöah!

Facebook-Veranstaltung:

»Die Lesenden:

Enora Le Corre studiert Psychologie und verarbeitet die Wirrungen des Menschen gern in ihren Texten. Aber nicht nur das – von der doppelten Staatsangehörigkeit bis zu ausartenden Alltagsereignissen – sie schreibt über vieles, aber vor allem über das, was sie bewegt.

Andreas Maria Lugauer ist nur ungern geboren und schreibt zur Verarbeitung der ganzen Misere komische Miniaturen, Allotria und Quisquilien auf Facebook auf. Seine größten Hits: 3 + x Beiträge im endgültigen Satiremagazin »Titanic« und unzählige Beiträge für den Literaturpodcast »Eisenbart und Meisendraht«

Musik:

Der ewige Sideman nimmt die Gitarre und seinen Mut zusammen um sich Solo auf Reisen zu machen. Das Nonehitwonder spielt instrospektive Songs mit hohem Mitsingfaktor und Wurzeln im Folk, Punkrock und Pop. John Steam Jr. ist Wohnwagenurlaub mit Klampfe, drei Tage Bart und DIY-Spirit. The Finest!«

Friedrichstraße 6A
90762 Fürth

www.vobue-fuerth.de

Beginn: 19.30 Uhr
Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden möglich

k > c

Contactlinsen, Vercehrs Verkehrsschilder Richtung Centrum – das irisierende, behutsam umhändend in seinen Bann ziehende Substitut des soldatesk stiefelnd gebieterischen k, das c, es funcelt auch das häßliche ›Kameraderie‹ zum opalesquen, zumindest oder immerhin wortformal hübschen und freilich fremdsprachlichen ›camaraderie‹ empor.

Die Goldene Erbse

Es gibt einen Preis namens »Goldene Erbse«. Preisträgerin u.a. ist Jette Joop. Was geschulten Ohren klingt wie »Goldene Himbeere«, »Goldener Aluhut« oder »Goldener Günter« (hahaha*) und vermuten lässt, Jette hätte irgendetwas Unethisches gemacht und sei dafür negativausgezeichnet worden, ist in Wahrheit: der Berliner Märchenpreis. »Die Goldene Erbse – basierend auf Hans Christian Andersens Märchen Die Prinzessin auf der Erbse – steht für Sensibilität und die Vermittlung ethischer Werte. Die Direktorin Silke Fischer würdigt mit dem Ehrenpreis Goldene Erbse Menschen, die mit sozialem und kulturellem Engagement Hoffnung schenken.«

Hiermit rufe ich den »Goldenen Arschtritt« für besonderen Mut und pfiffige Listigkeit aus, und wer den nicht als Hänsel-und-Gretel-Preis erkennt, ist selber schuld.

* »Seit 2008 verleiht DWDL.de jährlich den Negativpreis ›Goldener Günter‹ an Personen, Marken und Unternehmen, deren Leistungen – in Anlehnung an eine Fernsehkritik des ehemaligen ARD-Programmdirektors Günter Struve – ›ziemlich ui-jui-jui‹ waren.« Lol was soll diese Kindersprache, Herr Programmdirektor.

(Alle Informationen und Zitate der Wikipedia entnommen.)

Kleiner Reminder:

Das schönste deutschsprachige Onomatopoetikon für einen gut vernehmlichen sonoren Darmwind ist »pfrööööt«. Erstmals gelesen habe ich es in einem Rattelschneck-Cartoon. Ob einer der beiden es erfunden hat, keine Ahnung; das ist imho auch die falsche Frage.