Der Junggeselle und die Sprachphilosophie

In der Sprachphilosophie wie in der Semantik taucht als Beispiel für Bedeutung häufig das Beispiel »Junggeselle« auf, dessen Bedeutung dann mit »erwachsener unverheirateter Mann« angegeben wird.

Weil in diesen (wie überhaupt allen wissenschaftlichen) Disziplinen per erhobenem Zeigefinger großer Wert auf Präzision gelegt wird, sei hier präzisiert: »Junggeselle« heißt »erwachsener, noch nicht verheirateter Mann«. Denn »unverheiratet« schlösse ja auch Geschiedene und Witwer ein, und die würde man wohl kaum als Junggesellen bezeichnen.

Man stelle sich diesen Sprachgebrauch mal vor: »Do hintn am Stammtisch, der Schorsch, dem is sei Frau weggstorm, mit 89 Joah. Sakrament, des hätt a koana glaubt, dass da Schorsch mit 90 nomoi Junggsell werd! A so wia der seit zehn Joah sei Raucherlung raushuast. Ja vareck, Kaffäähaus, er is scho a zäher Hund, des sog i da! – Heiratn mog a aber nimmer, aber so schee wia mit 20 is as Junggsellndasein a nimmer, sogd a. I hob na ned gfragt, weil des duad ma ja ned, aber mid da Potenz werd’s wahrscheinlich nimmer goa so guad ausschaun, ’ha’ha! Und Altersinkontinenz is für de wenigsten a schoafmochnds Substitut. – Da Schorsch wieder a Junggsell, zefix! Du, do wenn unsere junga Burschn am Sonntag in da Friah um 6e von da Stanz hoam keman, is er scho wieder zwoa Stund wach und schaut Fernseh, weil a nimmer schloffa konn seit 4e.« Nein, nein, hier wäre der Ausdruck »Junggeselle« crass fehl am Platz.

So, jetzt wisst ihr’s!

Kritik am Symposium »Ästhetik nach Adorno«, eine Replik

Na freilich kannst du auf dem Symposium »Ästhetik nach Adorno« (21.–23.6.2019, Berlin, Link zur Website) ein Flugblatt namens »Ästhetik nach Adorno« ein Flugblatt namens »Unter der Ästhetik liegt die Erfahrung – Zum Symposium ›Ästhetik nach Adorno‹« (Link zum PDF) auslegen, in dem du Kritik an der Veranstaltung kundtust. Wenn du deine – stellenweise noch so triftigen – kritischen Äußerungen allerdings zwischen Zitate von Adorno und Benjamin oben sowie deinem nicht angegebenen Namen unten presst und das Flugblatt in unbeobachteten Momenten verhuscht auf die Sitze legst – dann sinkt das samt und sonders von Kritik herab zur blind vorgetragenen Religion, zum apostolischen Eifer. Dann bist du letztlich nichts anderes als etwa die Zeugen Jehovas, die in den Fußgängerzonen dieser Welt mit ihren Aufstellern zum ›Gespräch‹ einladen, worin sie dir dann die alleinige Wahrheit des Überirdischen verkünden werden. Mit dem Unterschied, dass Zeugen Jehovas immer noch persönlich auftreten und ihre Wahrheiten nicht bloß anonym irgendwo hinlegen.

Es mag einer gewissen Empathie geschuldet sein, dass du dich um die Weiterlesen