Freitag/Samstag

Die Werbestimme im Privatradio sagte »Framstag« und meinte, wie sich herausstellt, das Tagespaar Freitag/Samstag, und für die Reklameindustrie wäre es schon gut, ginge die Welt doch früher unter als später, weil ihr jetzt schon kaum mehr und nur mit Gewalt was einzufallen vermag.

»Nicezeit«

Grundgütiger.

Und dann ist es freilich keine ordinäre Eisdiele, sondern ein EiSkOnzEpT. Auf der Webseite prahlt das Konzept als erstes mit seiner »Philosophie« (»UNSER EIS IST HAUSGEMACHT, HANDGEMACHT UND MIT LIEBE KREIERT.«) und stellt dann sich selbst bzw. »Unser Konzept« vor: »Wir probieren, rühren, probieren… bis uns das Ergebnis ein Lächeln ins Gesicht zaubert.« Die dennoch industrialistisch »Eisproduktion« genannte Eisherstellung findet im, ist doch klar: »Eislabor« statt.

Aber das ist noch nicht alles. Plärrt einer*m die Seite recht weit unten doch entgegen: »KANN NICEZEIT AUCH IN ESPRESSO?WIR SAGEN: JA!«
Nachgerade philosophisch, aber ohne diesmal damit zu prahlen, argumentiert das Konzept schlüssig und einwandfrei: »Wer Premium-Eis kreiert, sollte auch Premium-Espresso ziehen.«

SAGT MAL HABT IHR DAUERHAFTEN GEHIRNFROST?!

(Sie brechen mich so viel früher zum Reaktionär, als es mir irgendwie lieb sein kann – doch was tun.)

TSCHICK BLURB GRMPF

Warum ich Wolfgang Herrndorfs entzückenden Roman »Tschick« um ein Haar nicht gelesen hätte? Weil mich die 15 (!) Blurbs gleich nach dem Umschlag so aufgeregt haben. Am schlimmsten ist der von Christine Westermann. Der erste Satz klingt so komplett ausgedacht, er macht mich noch heute stocknarrisch.Slightly off-topic: Als Rocko Schamoni in der WDR-Sendung »Zimmer frei!« mit Götz Alsmann und der notorischen Christine Westermann zu Gast war, sagte er während der intimen Fragerunde mit Christine W., er wate eigentlich kontinuierlich durch das Blumenbeet der Depression. Woraufhin ihr nichts Besseres einfiel, als zu fragen: »Aha… und welche Farbe haben diese Blumen?« ACH DU MEINE GÜTE.