Christlicher Vandalismus

Der CVJM, der Christliche Verein junger Menschen, eine des ungesetzlichen Verhaltens gänzlich unverdächtige, ja marienhaft unschuldige, wo nicht unbefleckte Gruppierung, vandaliert nun also auch. Was von den jungen jesusfreakigen Kreuzrittern als nächstes an öffentlichen Ärgernissen drohen könnte:

  • »C + M + B«-Kreidetags an willkürlich gewählten Haustüren
  • Weihwasser-Sprenkelanschläge auf Vorgärten
  • innerstädtische Taubenanfütterungen mit Hostienpackungskrümeln
  • Scheiterhaufen an Kreuzigungen Kreuzungen
  • öffentliche Knabenvergewaltigungen

Die drohende Islamisierung

Wenn die von der Neuen Rechten zusammen- oder vielmehr herbeiphantasierte Islamisierung abgeschlossen und das Abendland endgültig unterworfen ist, wird der Kölner Dom nicht abgerissen werden, aber freilich geschändet und entweiht, und seine Türme werden, auf dass er als Zeichen auch ins Land rage, mit zwei Halbmonden versehen, und heißen wird er, über dem allen: »Kölner Sub«.

Die zwei Kirchen

Auf einem erdähnlichen Planeten existiert eine menschenähnliche, ja fast menschheitsgleiche Zivilisation. Wie auf der Erde trägt sich dort ab dem Jahr 1 u.Z. die christliche Auferstehungsgeschichte zu. Der Heiland heißt dort Jebus. Wie auf der Erde resultiert daraus eine Katholische-Kirchen-ähnliche Kirche. Sie heißt zufälligerweise (?) auch Katholische Kirche. Dann finsteres Mittelalter, schlachtende wo nicht mordbrennende Inquisition, Hexenverbrennung, überhaupt Misogynie als Motor des Ursprungsmythos, Kindesmissbrauch bzw. Vergewaltigung vornehmlich von Knaben – weil das alles im Universum nicht bloß auf der Erde, sondern auch dort geschieht, scheint es geschichtliche Notwendigkeit zu haben. Puh! (Three would be evidence.) Besonders zwingendes Detail: Nach gut oder vielmehr etwas mehr als zwei Millennien tritt der dortige Papst zurück, bevor aber ganz schön was rauskommt, du. Im Universum leben plötzlich vier Päpste. Statt zwei, was auch schon crass ist. Nur Gott weiß von alledem und schaut friedlich auf seine Schäfchen hinab. Ob eine der Zivilisationen je herausfinden wird, dass zur Rechten Gottes Jesus sitzt, zu seiner linken allerdings Jebus? Und dass die beiden (!) Heiligen Geister links und rechts so schräg über ihm sitzen, so dass es sich in Tat und Wahrheit um die Heilige Fünffaltigkeit handelt und die Theologen hier wie dort ganz schön ins Schwimmen kämen darob? Gott weiß: nein. Er hat die Entfernung zwischen den beiden Zivilisationen und die Physik extra so eingerichtet.

Selig sind, die von den Armen nehmen, um den Reichen zu geben

Skandal bei der Katholischen Kirche: Der Vatikan kaufte von für Arme gespendetem Geld (»Peterspfennig«) Luxusimmobilien in London. Der Papst findet das »eine hässliche Sache«. Bei allem Amusement über die grunddumme Schockiertheit angesichts dieses korrupten Vorgangs in dieser ihren vorgeblichen Daseinszweck so fundamental misserfüllenden, letztlich sturheil kapitalistische Ziele verfolgenden »Seelenheils«einrichtung interessiert mich nur eines: Was wohl mein Lieblingshofberichterstatter der Katholiken, Matthias Drobinski von der Süddeutschen Zeitung, dazu sagt?

Happy Birthday, Jesus!

Mit der Ecclesia Neumarkt gingen neulich die religiösen Gefühle durch und benedeiend wünschte sie dem Gesalbten in euphorischer Entrückung: «Happy Birthday Jesus».

Ja bummsnocheins!, da wollte ich freilich auch nicht anstehen und frohlockte engelsgleich: «Wie schön, dass Du geboren bist, wir hätten Dich sonst sehr vermisst!»