Kosmopolit

Ja hallo ich wollte nur sagen dass sich ein guter Freund ausm RL neuerdings als Kosmopolit begreift und ich finde das ganz entzückend (er wohnt in einer rheinischen Großstadt und kommt eigentlich nicht oft groß rum insgesamt, hatte aber neulich z.B. Besuch aus der belgischen Hauptstadt Brüssel)

Tagebucheintrag

05.08.2019, 23:00 Uhr – Den 5. August 2019, ich hätte ihn nicht gebraucht. Nicht dass mir etwas Schlimmes widerfahren wäre oder sogar ein Haufen davon. Doch in der Rückschau wird er sich wie ein Fleck nix gewordene Mehlschwitze auf dem Tableau meiner Biographie erweisen. Gute Nacht

Witz + Protokoll

Manfred Mann’s Orff Band

(Dieser Witz fiel mir kürzlich anlässlich der sogenannten Dad Rock Challenge einer lieben Facebookerin ein, die nach der dad-rockigsten Musikband fragte, von der man für gewöhnlich nur Radionummern/Singles kennt, um sich sadistisch-lustvoll deren komplette Diskographie anzuhören. Ich überlegte so: Menschenskinder, welche Band könnte ich denn da in die Drunterkommentare schreiben? Denn die allerallermeisten Dad Rock-Bands waren dort natürlich flugs notiert. Das Handy war beim spätabendlichen Einfall »Manfred Mann’s Earth Band« aber schon aus, und wie ich dann so im Bett liege und einschlafen will, schießt mir, freilich, »Manfred Mann’s Orff Band« ins prätraumale Gedankenbrackwasser. So wach bin ich noch, dass ich den klaren Gedanken »Ha, den muss ich mir merken und ins Internet reinschreiben!« hisse. Bloß wie merken? Wie oft schon hatte ich die leidvolle Erfahrung gemacht, dass mir kurz vorm Einschlafen oder, während ich nachm Aufwachen so dahinsimmere, Topwortspiele und andere Spitzenwitze eingefallen waren, die mir dann aber, wenn die erbarmungslosen Wachkategorien der Realität wieder instauriert, gleichwie entfallen waren. Dieses Mal suchte ich dem ein Schnippchen zu schlagen: Mit einer Mnemotechnik! Nie eine draufgehabt, also flugs eine zurechtgetapet. Ich stelle mir für jeden Bestandteil eine Person vor. Bei »Manfred« denke ich an den ehemaligen Nachbarn meiner Eltern, Manfred M., einen sehr freundlichen Michelin-Mitarbeiter. Bei »Mann« denke ich an, er ist der erstbeste, der mir einfällt, Thomas Mann. (Bitte nicht psychoanalysieren.) Bei »Orff« kommt nur Carl Orff in Frage, bombastisch-katastrophal untermalt von seiner Carmina Burana, schließlich bin ich schon in den Vorgärten der Träume. Bei – nicht vergessen! – »Band« denke ich an Facebookfreundin Judith S., die kürzlich drunterkommentarisch dazu aufforderte, man solle Band nur noch Musikband aussprechen (oder so ähnlich). Und was soll ich sagen? Es hat, man konnte es ja ganz oben schon sehen, geklappt! Wer bis hierher mitgelesen hat, versteht nun auch dies: Manfred M. Thomas Mann Carl Orff Judith S.)

Schlafensmüde

14.05.2019 – Im Tagebuch das Wort »schlafensmüde« benutzt, mich kurz gewundert, dass mir das ja schon  e w i g  nicht mehr in den Sinn gekommen war, und dann gesehen, dass es gar nicht im Duden steht oˍO Dabei ist es doch so schön!

Promotionsbewerbung

Ich will in Kritischer Biologie promovieren mit einer Arbeit zur Dialektik von Kulturheidelbeeren und Barbareiheidelbeeren. Beworben habe ich mich dafür am Frankfurter Institut für Sozialbotanik (bekannt als Frankfurter Baumschule) beim Professorentandem Max Harkeimer und Theodor W. Arborno – drückt mir die Daumen!

Anm.: Nachdem ich meine beiden Studiengangswünsche (Studiengang (I), Studiengang (II) – Subkulturausgabe) in die Tat umgesetzt habe, geht es jetzt an den nächsten akademischen Grad. Yeah!

Unterhose

17.09.2018 – Heute fiel mir, als ich gerade meine Wäsche auf die Leine am Balkon hängte, eine Unterhose hinunter. Sie kam aber nicht weit und blieb in der Wäschleine des Balkons eins drunter hängen. «Oh Mist!», dachte ich, «aber naja, sag’ ich Frau S. halt Bescheid oder leg’ ihr ’nen Zettel hin.» Was ich ein paar Augenblicke später sofort wieder vergaß und daher denn auch nicht tat. Wenig später verließ ich die Wohnung, um zum Lektürekreis zu fahren – und sah, dass die Nachbarin die Unterbuchse zwischenzeitlich schon entdeckt und per Wäscheklammer ans Treppenhausgeländer gehängt hatte. Was mir zunächst peinlich war, denn das ist nun wirklich nicht der Ort, wo ich meine Unterwäsche ausgestellt sehen möchte. Dann winkte ich aber innerlich ab und dachte: «Pff…, da geh’ ich jetzt nicht extra nochmal hoch deswegen; die nehm’ ich hernach mit, wenn ich wieder heimkomme. Weiß ja kein Mensch, dass das meine Unterhose ist!» Und so kam es dann auch.

Findige Leser_innen mögen jetzt denken: «Ha!, um dem Andreas seine Unterwäsche sehen zu können, muss ich ihn nicht extra verführen oder bei ihm einbrechen, um in seine Schränke zu luren, oder ihm auf dem Nürnberger Hauptmarkt vor allen Leuten um 12 Uhr mittags die Hose herunterziehen! Nein, da geh’ ich einfach in den Hinterhof seines Hauses, und zwar just dann, wenn er mal wieder seine Wäsche raushängt. Und dann schaue ich sie mir an!» Diesen Leser_innen kann ich nur sagen: gewiss, gewiss, aber das ist von allen genannten Unterhosensehoptionen die allerallerlangweiligste. Überrascht mich!

Zahncreme

24.08.2018 – Ich war heute in einem Restaurant namens El Mexicano. Die Bediensteten dort hatten auffällig schöne Zähne. Gefragt nach ihrem Zahnpflegegeheimnis meinten sie, es handle sich um eine spezielle Zahnpastakombi: morgens El Aronal, abends Elmexicano.

Zusatzinfo: Es gab dort mexikanisches Essen.