Ruhe auf den Autobahnen

Service-Idee für Wut-/Arschloch-Autofahrer: die Ausraststätte. Rausfahren, unter Aufsicht ausflippen, Schellen abholen, in Ruhe weiterfahren. Damit könnte Ruhe einkehren auf Deutschlands Autobahnen.

Auftritt bei TITANIC

Für das Satiremagazin TITANIC trat ich als Hubert Aiwanger, stellv. Ministerpräsident Bayerns, vor die Kamera:

»Rich-tig re-den ler-nen mit dem bayerischen Vize-Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft Hubert Aiwanger (Freie Wähler).
Text: Originalzitate von Hubert Aiwanger
Darsteller Hubert Aiwanger: Andreas Lugauer«

Hier geht’s zum Beitrag.

Kleiderschrank; Verschwörungstheorie

Kürzlich von einer Privatperson einen Kleiderschrank abgelöst. Solide Mittelschicht, Doppelhaushälfte in ruhiger Familiengegend, zwei, drei Bakfietse in der Nachbarschaft, zwei kleine Kinder, Rasen im Garten heuer nicht so gut und wird wohl auch nicht mehr, aber was willste machen mit den Kindern, beim Nachbarn drüben schon ganz anders. Gemeinsamer Schrankabbau mit dem Verkäufer, Akkuschrauber Bosch, Ziploc für alle Schrauben und so. Lockeres Gespräch, Herkunft, was macht ihr, disdas. Nach 25 Minuten Thema Corona, logo, nee, keine Fälle in den eigenen Kreisen. Bei Minute 40 fallen sie dann, die magischen Worte:
»Ich bin ja kein Verschwörungstheoretiker, aber …«
… es sei auch nur ein Virus und auch nicht gefährlicher als andere Viren und vorstellbar sei es ja schon, dass da auch anderes dahinterstecke. Meine Freundin und ich wechseln unsichtbare Signale, das Gespräch wird woanders hingelenkt, ja wie machen wir jetzt am besten weiter mit dem Abbau, haha ja Ikea und die Schrankrückwände haha *lach* Er ist sehr hilfsbereit und geht gut zur Hand beim Einräumen ins Auto. Danke, tschüss!

Verschwörung (1)

Einmal postete ich unbedarft wortspielelnd »Wer ist das Who-is-who der WHO«, und jetzt kommt raus: Bill Gates 🤡


Please note: Ich finde das Posting wegen Facebooks urschlechter Suchfunktion nicht mehr – da steckt bestimmt Bill Gates dahinter 😡😡😡

For  r e a l ?!

Was mir soeben, am 30. April im Jahre 2020 unseres Herrn Jesus Christus um 10:07 Uhr, im Alter von über 30 Jahren, bei der Lektüre auffiel: das Adjektiv real geht etymologisch zurück auf das lateinische Super-, i wo: Universalwort für praktisch alles, was ist: rēs ›Sache, Ding, Wesen, Angelegenheit, Ereignis, Erscheinung, Interesse, Vorteil, Rechtssache‹. Und das ist ja auch völlig logisch und komplett naheliegend! Ich überprüfte es freilich sogleich, entsprechend der Germanistenpflicht, im DWDS (Digitales Wörterbuch der Deutschen Sprache) und klar, logo, ist es auch so. Ich meine: Wortstamm re- + Adjektivsuffix -al und das Wort res, Akk. rem, Gen. rei – das k a n n ja nur nix wie zusammengehören!

Also manchmal frage ich mich schon, ob ich einfach ganz besonders deppert und integral bescheuert bin und allen anderen solche s i m p l i c i s s e s t e n Sachen von Haus aus klar sind, oder ob es bei denen im Hirnstüberl ebenso zappenduster ist wie bei mir bis eben, oder irgendwas dazwischen.

»Frischecreme«

Nennt mich einen alten Hagestolz, aber meine erste Assoziation zu »Frischecreme« wäre etwas zum ins Gesicht Schmieren. Irgendwie erfrischt fühlte ich mich nach dem Verzehr dieser immerhin nicht übel schmeckenden »Creme« jedenfalls nicht. Sein tut sie Sauerrahm (82 %) mit Radieschen, Karotten und einigen lebensmitteltechnologisch notwendigen Zutaten; und Sauerrahm ist doch nichts, womit eins irgendwie Frische verbände! Bold move von der Food Industry mal wieder.

Meine drei zuletzt gesehenen Serien

Unbreakable Kimmy Schmidt (Netflix): Kimmy Schmidt und drei andere Frauen werden aus einem Bunker somewhere in Indiana befreit, wo sie von ihrem Entführer namens Richard Wayne Gary Wayne 15 Jahre lang festgehalten wurden. Die provinziell-naive Kimmy beginnt nach der Befreiung ein neues Leben in New York, wo sie mit dem Broadway-Wannabe Titus Andromedon eine WG bildet. Sehr, sehr lustig, äußerst hohe Pointendichte, alles andere als deep, aber angenehm weird, watcht sich leicht weg, kurz: hervorragende Sitcom, sei anempfohlen!

Fleabag (AmazPri): Wohl als Dramedy zu bezeichnen, wobei der Dramaanteil im Laufe der Serie starkes Übergewicht erhält. Fleabag ist die sympathische Hauptfigur (ob sie wirklich so heißt, wird nicht klar, weil in der ganzen Serie kein einziges Mal ihr Name fällt; Fleabag jedenfalls bedeutet ›a dirty and/or unpleasant person or animal‹ bzw. ›verwahrloster Streuner, Flohfänger; Ekel, Mistkerl, Mistvieh‹). Sie fickt, flucht, faucht raucht in einer Tour und kriegt ihr Leben nicht ›richtig‹ auf die Reihe. Somewhere in London betreibt sie ein kleines, erfolgloses Café, das sie mit ihrer besten Freundin gründete, die sich accidentally suizidierte. Die zweite Staffel kann eins sich imho schenken, die erste ist aber sehenswert (sind auch nur 6 Ep. à ~25 Min.).

Sherlock (Netflix): Ja leckt mich am Arsch, so was Nerviges wie Benedict Cumberbatch als Sherlock »Mr. Oberschlau hoch Tausend« Holmes habe ich ja noch nie gesehen! Wie er aus den winzigsten Details an Verstorbenen wie Lebenden beinahe komplette Lebensgeschichten rekonstruiert bzw. deduziert, soll seine extraordinäre (?) Auffassungsgabe zeigen, ist aber nur hanebüchen und albern geraten und, am schlimmsten: fürchterlich nervig. Das Feuilleton ›feiert‹ das freilich ›ab‹ und hält es für teilweise »perfekte [🙄] Unterhaltung«; das Publikum (meint: die Feuilleton-Schreiber*innen) würde Sherlocks Fähigkeiten bewundern und beneiden, obwohl er doch eingestandenermaßen – oh, er ist so selbstreflektiert! – ein »hochfunktionaler Soziopath« sei. Es ist halt dumm wie je. Aber das Feuilleton geilt sich auch an unerträglichen Oberarschlöchern und -widerlingen wie Frank und Claire Underwood aus House of Cards auf (brach ich nach einer Staffel ab); mei, die Qualitätspresse wähnt sich halt gerne als am Zentrum der Macht nuckeln dürfend. Ich jedenfalls sage: Sherlock »Hallo i bims ihr integral intellektualgemeinen Geistesmaden« Holmes, nein danke. Die literarischen Vorlagen Sir Arthur Conan Doyles habe ich nicht gelesen, Sir, und kann gar nicht beurteilen, inwieweit die Serienmacher ihnen folgen oder es selbst übertreiben, Sir. Nach nicht einmal 30 von 90 Min. der ersten Folge jedenfalls verlangte ich danach, auszuschalten. Das hätte ich nicht länger ausgehalten.

Rezension: Coca-Cola plus Coffee

Eine Freundin überließ mir kürzlich diese unvertraut designte Cola-Dose:

»Bez cukru« heißt »ohne Zucker«

Die Dose stamme aus Tschechien, wo dieses Produkt gerade auf dem Markt erprobt werde, eine wiederum Freundin habe sie ihr von dort mitgebracht. Es sei Cola mit Kaffee, aber sie trinke keine Cola.

Ich schon! Wenngleich nur selten und wenn, dann zu Fast Food und Anverwandtem. Nun habe ich dieses Produkt mit hierzulande noch nichtmal Erlkönigstatus probiert (dazu müsste es ja in grellem Tarn-Design über die Autobahnen geschickt werden).

Warum? Es ist emphatischer oder vielmehr mittlerer Nachmittag und ich habe, weil wichtige Denk- bzw. Schreibaufgaben anstehen, das Bedürfnis nach Koffein. Nun befindet sich aber das metallene Aufsatz- und Gittergepränge des Gasherds dummerweise in der Spülmaschine und so kann ich mir keinen Espresso brühen.

Im Glas – jede Getränkerezension bedarf der Transparenz des Glases – nimmt sich die Kaffeecola mit ihrem festen Schaumdach aus wie colafarbenes, d.h. dunkleres Karamalz. »Karamalz« ist denn auch mein erster Geschmackseindruck. Ein Getränk mithin, das ich als Kind verabscheute. Waren wir, was wohl drei-, viermal im Jahr vorkam, bei einer bestimmten der Urgroßmütter zu Besuch, gab es entweder Karamalz oder Mineralwasser der Sprudelstufe »Classic«. Ich trank dann: nichts. Karamalz empfand ich, Kindergartenkind, als viel zu bitter und außerdem als Frechheit von Urgroßmutter, zarten Mündern einstelligen Alters so etwas anzubieten. Das Mineralwasser war eines der gesalzenen Sorte, die nach Alteisen- und Schrottplatzabwasser schmeckt, und der für Kindergartengaumen irrsinnig hohe Kohlensäuregehalt war wohl in der Lage, bombenfest sitzende Milchzähne aus dem Zahnfleisch herauszusprengensprudeln.

Letztes Jahr fiel mir diese abscheuliche Getränkeauswahl wieder bei, und weil ich seit diesen Besuchen nie wieder ein Glas Karamalz zum Munde führte, kaufte ich nächstens im Supermarkt welches. Besonders gut schmeckte es mir nicht, aber auch nicht besonders schlecht. Was das Ganze soll, fragte ich mich freilich einmal mehr. Gegen die Kaffeecola spricht sein Geschmack heutzutage aber nicht mehr. Und diese schmeckt bei weitem nicht nur nach Karamalz. Vielmehr mutet sie an wie eine Mischung aus Coca-Cola, Karamalz und Fertigkaffeegetränken ausm Kühlregal. Aber keine bloß lieblos, amateurhaft gleichwie in der Küche zusammengeschüttete Mischung dieser drei Getränke, sondern eine mit allen Wassern der Lebensmitteltechnologie angerührte. 6,8/10

Und was nicht alles drin ist in diesem Getränk: praktisch nichts. Ausweislich der Nährwerttabelle jedenfalls. Pro 330 ml, d.h. je Dose enthält »Coca-Cola Plus Coffee« 17 kJ/3 kcal (≙ 0% des Tagesbedarfs) und 0,07 g Salz (≙ immerhin 1% des Tagesbedarfs). Auf Fett (tuky) bzw. gesättigte Fettsäuren (nasycené mastné kyseliny), Kohlenhydrate (sacharidy) respektive Zucker (cukry) oder Eiweiß (bílkoviny) hingegen freuen wir uns vergeblich: je 0 g (≙ 0% des Tagesbedarfs).

Dafür wartet eine Dose Kaffee-Cola mit 52,8 mg Koffein (16 g/100 ml) auf, uns wachzumachen. Damit liegt der Koffeingehalt etwa in der Mitte zwischen einer 150-ml-Tasse Filterkaffee (82,5 mg) und einem Espresso (33,25 mg). Erstaunlich: The Coca-Cola Company synthetisierte in die Extra-Koffein-Cola nur das 1,6fache an Koffein einer gewöhnlichen Dose Coca-Cola (33 mg). Meinem zarten Dafürhalten nach verspricht eine extra Coca-Cola Plus Coffee benamste Cola schon ein wenig mehr. Abwarten, wie sich die Verbraucher*innen dazu verhalten werden!

»wogegen«

Screenshot: Startseite »Neues Deutschland«, 10.3.2020

»Frauen sehen heute immer zehn Jahre jünger aus, als sie sind, wogegen Männer zehn Jahre älter sind, als sie aussehen« – d.h. vice versa, dass Männer zehn Jahre jünger aussehen, als sie sind, und Frauen zehn Jahre älter sind, als sie aussehen – wogegen weswegen der Sinn der einen Gegensatz ausdrückenden Subjunktion »wogegen« zusammenraucht oder vielmehr auseinanderstäubt zu nichts. Ja ja, Sprache – beherrschte eins sie, es könnte zum Beispiel Journalist*in werden, oder sollte sogar.

(Die ambiguische und womöglich gesuchte, wo nicht angezielte Subjunktion wäre gewesen »während«, welche sowohl Gleichzeitigkeit als auch Gegensätzlichkeit ausdrückt, beides in dem Falle uneigentlich.)

Hafner-Drink

Hafner-Drink ist eine Form der Menschenmilch aus Hafnern, d.h. Töpfern oder Ofenbauern. Wie sie hergestellt wird? So: Wir vermengen als erstes den Töpfer/Ofenbauer mit Wasser und weichen ihn dann entweder für mehrere Stunden ein oder kochen ihn. (Zuhause können wir, wenn kein entsprechend großes Industriegefäß vorhanden ist, auch Töpfer- oder Ofenbauer-Flocken verwenden.) Die entstandene Masse pürieren wir nun so lange, bis eine homogene Flüssigkeit entsteht. Schließlich filtern wir die verbliebenen festen Töpfer-/Ofenbauer-Bestandteile heraus, zum Beispiel mit einem Seihtuch. Die im Filter verbleibenden Rückstände können wir, ähnlich dem Trester beim Pressen von Früchten, nach Bedarf oder Sparnotwendigkeit ebenfalls verzehren. Guten Durscht! Pro-Tipp: Gesundheitsbewusste Genießer*innen zaubern sich mit Hafner-Drink beispielsweise Hafner-Porridge aus Töpfer- oder Ofenbauer-Flocken. Darin kommt wieder zusammen, was zusammengehört, und man hat dann ein echt super ausgewogenes Frühstück. GuMo und guten Appo!

Der appe Knopf

Marke unkenntlich gemacht.

Und dann musste ich heute bei einer ärztlichen Untersuchung den Oberkörper entblößen. Nach dem Pullover zog ich das Poloshirt aus, und weil ich ein wenig hudelte, verließ der unterste der drei Knöpfe nicht nur das Knopfloch, sondern andererseits gleich auch noch die Knopfleiste. »Ah, da verabschiedet sich einer Ihrer Wertvollsten«, feixt der Arzt, wie er dem Knopf, ihn zu bergen, delfinesque hinterhertaucht und ihn am Patienteneck seines Schreibtisches ablegt. »Hahaha, ja«, bejahe ich lachend und tiriliere, die Calamität geradezurücken, dass die anderen beiden Knöpfe auch schon mal abgegangen gewesen wären, ich sie aber, merke ich mit meinen Handarbeitsfähigkeiten bauchhandelnd an, wieder angenäht hätte – wovon der Mediziner, so die Hoffnung, auf die Schlechtigkeit der Knopfbefestigung ab Werk schließen sollte.

Jetzt aber ach!, schießt es mir auf dem Nachhauseweg durch den Patientenkopf, denkt er gewiss, in welchen Lumpen ich bei ihm aufkreuze. Und mir schneidet die Befürchtung durchs Mark, aus der Hierarchie privat vs. gesetzlich noch downgegradet zu werden in die Kategorie »gesetzlich B« oder schlimmer. Dabei ist es gar kein billiger Lappen, sondern ein beim renommierten Warenhaus erworbenes Teil! Doch so armselig, wie es heute im Sprechzimmer performt hat – ich bin ganz ehrlich enttäuscht.

 

Übrigens: In Nullkommajosef war der Knopf wieder dran – wer auch mal einen appen hat, komme zu mir, ich nähe Dich aus der Patsche:

Ausdenknamen

Die schlechtesten Ausdenknamen der Fernsehgeschichte sind Sandra Nitka und Christian Storm (Ermittlerduo aus »Lenßen & Partner«), v.a. in ihrem ungustiösen Zusammenspiel. Wobei einschränkend anzumerken ist, dass der Darsteller der Figur Christian Storm ebenfalls Christian Storm heißt. Die Darstellerin der Sandra Nitka hat das Glück, ›in echt‹ nicht so zu heißen. LG

Lesung: 6.2.20, Rooftop Stories, Fürth

Während andere sich vom Berliner Bordstein zur Skyline hochrappen, mach ich es von Anfang an nicht unter der Skyline. Am 6. Februar lese ich über den Normaldächern Fürths bei den Rooftop Stories. Battle Rapper mögen darüber verächtlich die Nase rümpfen und die in der Zeitung angelesene Punchline droppen, das sei eben die sicherste Großstadt Bayerns, da föcke man sich ohne Trouble nach oben. Aber ich spötte zurück würde konterspitten, dass ich dazu erst vom Bordstein der unsichersten aller bayerischen Städte (Nürnberg) aus anreisen muss; yöah!

Facebook-Veranstaltung:

»Die Lesenden:

Enora Le Corre studiert Psychologie und verarbeitet die Wirrungen des Menschen gern in ihren Texten. Aber nicht nur das – von der doppelten Staatsangehörigkeit bis zu ausartenden Alltagsereignissen – sie schreibt über vieles, aber vor allem über das, was sie bewegt.

Andreas Maria Lugauer ist nur ungern geboren und schreibt zur Verarbeitung der ganzen Misere komische Miniaturen, Allotria und Quisquilien auf Facebook auf. Seine größten Hits: 3 + x Beiträge im endgültigen Satiremagazin »Titanic« und unzählige Beiträge für den Literaturpodcast »Eisenbart und Meisendraht«

Musik:

Der ewige Sideman nimmt die Gitarre und seinen Mut zusammen um sich Solo auf Reisen zu machen. Das Nonehitwonder spielt instrospektive Songs mit hohem Mitsingfaktor und Wurzeln im Folk, Punkrock und Pop. John Steam Jr. ist Wohnwagenurlaub mit Klampfe, drei Tage Bart und DIY-Spirit. The Finest!«

Friedrichstraße 6A
90762 Fürth

www.vobue-fuerth.de

Beginn: 19.30 Uhr
Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden möglich

Karaoke

Karaoke heißt auf Deutsch übrigens irgendwas mit Rauke. Genau weiß man’s nicht, weil zwischen allen möglichen deutschen Übersetzungen und der Bedeutung von Karaoke ein uncanny valley liegt.
»Lass uns rauken gehen«, sagten die Leute in Deutschland um 1950, wenn sie in eine Karaokebar gehen wollten. Manch einer verstand das falsch und ließ gleich vor Ort die Fäuste fliegen, denn wozu zum Raufen extra wo hingehen.
Französische Soldaten brachten den Ausdruck rauken nach Frankreich – leicht verfremdet als »raucker« bzw. »le raucke«. Von dort wiederum gelangte er durch britische Soldaten, die auf der Heimreise von Deutschland auf die Inseln gerne ein wenig in Frankreich urlaubten, nach Großbritannien. Wo er jedoch, weil »rauck« kaum jemand korrekt auszusprechen in der Lage noch willens war, kurzerhand zu »rock« umgeschrieben (»Sounds eh like our word for stone!«) und zusehends auf andere musikalische Bereiche denn besoffenes Fremdliedinterpretieren in grotesk bunt ausgeleuchteten Kneipen angewandt wurde.
Und irgendwann schließlich bezeichnete der Ausdruck das, was seit Dezennien als Rock bezeichnet wird – die ausgezuzelte Geschichte davon möge man sich aber in der Musikbuchabteilung einer Rolltreppen-Buch- und Nippeshandlung durchlesen.

Was mir hingegen jetzt noch viel wichtiger wäre: Robert Gernhardt schrieb einmal, wäre der Begriff Rock’n’Roll in Frankreich erfunden worden, er würde gewiss Rauck’n’Raul geschrieben werden. Ich meine, es vor Jahren im Erzählband »Kippfigur« gelesen zu haben, darin fand ich es durchskimmenderweise aber leider nicht wieder. Falls jemand was weiß oder wen kennt, die*der usw.

Milka Luflée

Der Name der Milka-Schokoladensorte Luflée ist übrigens ein Kunstkofferwort aus Luv (windzugewandte Seite eines Berges) und Lee (windabgewandte Seite). Es ist kein reiner Phantasiename, denn die Luft in Luflée-Schokolade ist echte Gebirgsluft. Die Tafeln werden abwechselnd mit Luv- und Leewinden auf- bzw. übergeblasen, bis sie die fluffig-poröse Konsitenz erlangt haben. Dafür werden hohe Transportkosten über und teilweise um die Berge herum auf sich genommen.

Entweder nur Luvwind oder nur Leewind würde aber nicht funktionieren. Denn Luvwind, auch »der Aufbergichte« genannt, richtet die Schokomassen zu faltichten Ungetümen auf, während der Leewind, genannt »der Abschleckichte«, sie wieder niederbügelt, so streng er kann. Jetzt mit nur Luv- oder nur Leewind hättest du entweder Riesenbatzen oder Flachrochen in den Produktregalen der Supermärkte liegen. Die richtige Mischung (?) aus Luv- und Leewind aber lässt unter den Händen der Chocolatiers die lustigen, porichtes Interieur beherbergenden Hubbel entstehen. Wie genau das vor sich geht, weiß nicht einmal Aiman Abdallah (Galileo Mystery). Als sie es in der Sendung eines Tages erklärten, stimmte hinten und vorne nichts! So viel kann ich sagen, hallo.

Luflée – ein Kunstwort! – heißt aber nicht »Luvlee«, weil das zu sehr nach Porno etc. klingt (love, ficken, lovely usw.). Den Accent aigu über dem e fügte Milka hinzu, damit nicht alle fälschlicherweise »Lufflieh« sagen. Klappt auch ganz gut. So, jetzt wisst ihr’s!

Der Seifenrest

Eine in der Generation Flüssigseife womöglich gänzlich in Vergessenheit geratene Kulturtechnik: einen Seifenrest auf einen neuen Seifenblock kleben, um das restlose Aufbrauchen zu erleichtern. Mit aufschnittdünner Seife seift es sich eben schlecht.

Was aber auch unter den Älteren kaum mehr bekannt ist, ist der eigentliche Grund dieses Geklebes. Denn der liegt weniger im restlosen Aufbrauchen, als vielmehr darin, dass – ähnlich wie bei der Brotherstellung aus Sauerteig, bei der die Milchsäurekulturen mittels Teigresten weitergegeben werden – die Reinigungskulturen von der alten auf die neue übertragen werden. Wer sich schon mal mit packungsneuer Frischseife ohne aufgeklebten Rest die Hände wusch, weiß: Es schäumt zwar seifig, dass es eine Freude ist wie eh und je, vom Reinigungszauber jedoch keine Spur.

Bei Flüssigseife gibt es dieses Problem nicht. Dafür ist die halt, wie so vieles heutzutage, auch pure »Chemie«.

Nachtrag: Auf Facebook entspann sich unter diesem Posting folgender Trialog:
A: »Übrigens: Lieblingsstellung Brotherstellung (?!)«
J: »ich denk das immer bei Brathering«
A: »Ich bei Wuthering Heights«
J: »mein gott«
S: »Wuthering Heights soeben für immer ruiniert 😳«
J: »f«
Die letzte Äußerung, f, stammt aus der Internet-/Meme-Lingo, ich weiß aber nicht, was es bedeuten soll. Zwar fragte ich schon mal nach und es wurde mir ›erklärt‹, aber ich habe es schon wieder vergessen.

Wie blöd schon mal jemand geheißen hat: Hermann Freiherr von Schlagintweit-Sakünlünski

»Hermann Freiherr von Schlagintweit-Sakünlünski?! He, so heißt doch niemand, das denkst du dir doch wieder aus!« Aber hallo hat schon mal jemand so geheißen: Hermann Schlagintweit (1826–1882) nämlich. Auf diesen Namen wurde der Sohn eines ordinären Augenarztes zumindest getauft. »Und den restlichen Namensschmarrn hat er sich dann einfach zusammenerheiratet…« Keineswegs, mein Freund, mühsam zusammenklauben musste er sich den:

1859 wurde er in den bayerischen erblichen Adelsstand erhoben (»Hä?«) und konnte seinen Namen von Stund an mit dem vornehmen »von« spreizen. »Ja, dann ist der Rest ja leicht: Eine Frau Sakünlünski geheiratet etc…« Nein!, gerade das ist der eigentliche Hammer: Den Fortsatz »Sakünlünski« hatte er 1855 von der literarischen Societät Kasan (der heutigen Hauptstadt der Republik Tatarstan in Russland) erhalten, weil er Übersteiger des Kunlun, einer Gebirgskette in China gewesen war. »Das heißt, er war Erstbesteiger?« Nein, allem Anschein nach nicht, sondern bloß popeliger Übersteiger; was jene allerdings nicht davon abgehalten hatte, ihn entsprechend ehrenzubenamsen, und was Schlagintweit nicht zu peinlich war, sich fortan damit zu schmücken.

Fürderhin versuchte er also als Hermann von Schlagintweit-Sakünlünski bei den Frauen zu reüssieren. Was ihm scheint’s nicht erfolgreich gelang, denn weder von einer Ehefrau noch von Kindern ist irgendwo die Rede. »Bevor du jetzt in die üblichen Vulgaritäten abgleitetest: Ein Hermann von Schlagintweit-Sakünlünski ist fei noch kein Hermann Freiherr von Schlagintweit-Sakünlünski!« Ja, aber dafür müssen die Frauen in die Erklärung gekommen sein: Recht wahrscheinlich weil ihn sein anhaltender amoureuser Misserfolg – in den Blütejahren seines Lebens! – nicht kaltließ und er sich nicht eingestehen wollte, dass sein ständiges Rumgereise und -forsche in Asien keine so recht becircen mochte, ließ er sich 1866 in den Freiherrenstand erheben und promenierte künftig als Hermann Freiherr von Schlagintweit-Sakünlünski seinem Liebesglücke entgegen. Weiterhin erfolglos zwar. Ende.

Klima»wandel«? Klimakatastrophe!

»Global heating« statt »global warming«, »climate emergency, crisis or breakdown« statt »climate change« – der britische Guardian empfiehlt seinen Journalist*innen in seinem »house style guide« seit kurzem adäquatere Ausdrücke für die Klimakatastrophe (Artikel: Why the Guardian is changing the language it uses about the environment).

Mit diesen Alternativausdrücken zu »Klimawandel« könnt’s aber auch bei hiesigen Lärm- und Krawallmedien wie Spiegel Online klappen:
– Klimapokalypse
– Klimagate
– Klim-Krieg (?)
– Klimargeddon (Bibel und Hollywood!)
– Klimaterloo
– Klimhavarie (mit stummem h aber = schwierig)
– Klima-Kill
– Klima-Koller
– Zum-Kotz-Klima
– Klima-Kacke
– Kill-Klima
– Klimaquark (es ist doch eh schon alles wurscht)
– Klimbumm (hä?)
– Hitlerklima

Unvernutztes Phrasengerümpel betreffend Griechenland

Griechenland, die Wiege der Demoskopie

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Griechenland, die Wiege der Demi Moore

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Griechenland, die Wiege der Demiurgen

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Griechenland, die Liege der Demarkation

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Griechenland, die Wiege des Demokraniel-Pascal Zorn*
(* lies: Sokrates)

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Griechenland, die Wie geht der Demonstranten

*

Griechenland, die Biege der Demantoiden* (* gibt’s echt)

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Griechenland, die Stiege der Temparatur

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Griechenland, die Mine der Stenographie

*

Nachdem diese kleine Facebook-Postingserie einigen Wirbel aufwirbelte und für Unmut sorgte bis hin zur Ferndiagnose Schlaganfall, hier meine Stellungnahme:

Es handelt sich um ein, mittlerweile erfolgreich abgeschlossenes, Projekt der EU-Komission (🇪🇺!) und des Rechercheverbundes NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Ziel war es, einerseits junge Menschen bzw. Menschen jeden Alters wieder für die Demokratie zu begeistern und andererseits in einer Art Open-Source-Projekt neue Phrasenräume für den zuletzt arg altbackenen Journalismusbetrieb auszukundschaften.

Ersteres hat sehr gut geklappt. Viele Menschen haben positiv auf die Aktion reagiert. Aber auch die Ablehnung und die Wut (bis hin zum Hass?) sind wichtige Reaktionen im Demokratiebildungsprozess. Denn dadurch sehen wir Europäerinnen und Journalistinnen (je w*m), dass Potential vorhanden ist.

Zweiteres, die Phrasenraumerkundung, hat sangwermal zumindest keinen negativen Ertrag gebracht. Aber insgesamt halt gar keinen. Gedacht war das Störfeuer der Aktions-Postings als kreativer Impuls zum Weiter- und Neudenken, zum Boundaries-Pushen. Hier haben sich EU-Komission (🇪🇺!) und der Rechercheverbund WDR, NDR, SZ leider in der Bubble verwählt. Zwar wurde die Zielgruppe (alle Alterstufen) erreicht, aber die berechtigten (!) Kreativerwartungen wurden krachend untererfüllt.

Beide Institutionen schicken jetzt eine cross mixed Arbeitsgruppe in einen Bildungs Campus im Schwarzwald und lassen sich von ihr eine neue Content Strategie entwerfen.

Offenlegung: Ich habe bei der Aktion ordentlich abgesahnt (🇪🇺-Fördertöpfe!), bin aber jetzt raus aus der Nummer.

Abschließend soll ich euch lieb Grüßen von den Institutionen! Andreas

Faktenmagazin Titanic

In der aktuellen Titanic-Ausgabe habe ich von Paula Irmschler und Ella Carina Werner gelernt, dass die Abkürzung WWF für »World Wide Fund for Nature« steht (04/2019, S. 30). Beim Lesen dachte ich: »Ich dachte, es stehe für ›World Wildlife Fund‹!« Ja, logo, ich denke den Konjunktiv freilich mit.

Flugs bei Wikipedia nachgeschaut und natürlich haben Irmschler und Werner recht: Seit 1986 und damit seit meinem Geburtsjahr heißt er statt »World Wildlife Fund« »World Wide Fund for Nature«. All die Jahre – im Unwissen gelebt!, und erst Satirikerinnen Irmschler und Werner entstellen mir die Wirklichkeit zur Kenntlichkeit!

Tagesschau.de hingegen – und darum dieses Posting – schreibt fröhlich »World Wildlife F o u n d a t i o n « vor sich hin (https://www.tagesschau.de/ausland/wal-plastik-105.html). Aber wen juckt’s, weithin ist doch eh schon alles bummswurscht und vermaledeit vernagelt bis zum Geht-nicht-Mehr.

Immerhin schmunzeln musste ich, erinnerte es mich doch daran, wie ein tm3-Kommentator einst die »World Wrestling Federation« im vollen vom Kampfgeschehen gefluteten Überschwange als »World Wrestling Foundation« bezeichnet hatte – und ich dabei an die »Foundation für Recht und Verfassung« aus der Serie Knight Rider hatte denken müssen, woraus sich freilich sogleich die Vorstellung der »World Wrestling Foundation für Recht und Verfassung« mit Michael Knight als Oberwrestler für die Unterdrückten ergeben hatte.

»Wunderzahnbürste«

Seit kurzem gibt es eine neue »Wunderzahnbürste«, die den Verbraucherinnen (w*m) Zahnreinigung in nur 10 Sek. verspricht. Und das geht so: unförmiges, zahnschienenartig geformtes Ding, das an Mikroskopaufnahmen von winzigen Ekeltierchen erinnert, in den Mund schieben, die geräteinterne Zahnpastazuführung (!) aktivieren, Gerät einschalten, 10 Sek. dumm schauen, fertig!

Allerdings: Diejenigen, die die »Wunderzahnbürste« bereits ausprobieren konnten, sind überhaupt nicht zufrieden (hier bei ~🚀fUTurEzOnE🚀~ nachzulesen: »Keine Putzleistung: Nutzer kritisieren Wunderzahnbürste Amabrush« https://futurezone.at/produkte/keine-putzleistung-nutzer-kritisieren-wunderzahnbuerste-amabrush/400315764). Der Hersteller sagt, das stimme alles überhaupt nicht, was da kritisiert werde, und außerdem handle es sich ja um ein neues Produkt, das eben noch verbesserungswürdig sei. Kommt aus Österreich und klingt sehr nach FPÖ übrigens.

Als ich von diesem Quatsch zum ersten Mal hörte, musste ich sofort an die Simpsons denken:
Moe: »Mit dieser Fritteuse kannst du einen ganzen verdammten Ochsen in 20 Sekunden frittieren!«
Homer: »In z w a n z i g S e k u n d e n ?! ICH WILL IHN ABER JETZT!!!«

Wendebettwäsche

»Wendebettwäsche« bedeutet übrigens nicht, wie bei »Wendejacken«, dass man sie sowohl normal als auch inside-out verwenden kann, sondern dass unten und oben verschiedene Motive sind. Wie sehr kann man Verbraucher täuschen wollen⁉️😡😡😡

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Es hat auch nichts mit D ’89 zu tun lolilol 😂😂🤣🤣🤣

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Jetzt Produktbedürfnis: Wendebettwäsche mit oben David Hasselhoff und unten Klaus Meine (Scorpions, pfeifend)

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2nd Edition dann evtl Politik-Edition mit oben H. Kohl und unten dem »nach meiner Kenntnis… ist das, sofort unverzüglich«-Mann

Dolph Lundgren

Bis 1945 hieß Kult-Actionstar Dolph Lundgren übrigens Adolph Hitler. Weil er sich wegen seines berühmten Namensvetterns nach dem Krieg eine Filmkarriere hätte abschminken können, kürzte er seinen Namen kurzerhand zu Dolph Lundgren ab. Hahaha, Quatsch! In Wirklichkeit hieß er ursprünglich Dolphin Lindgren und alle seine »Freunde« riefen ihn nur »Gikk-gikk-gikk-gikk Langstrumpf«. Irgendwann reichte es ihm, er wollte allen aufs Maul geben können, ging in die Fitte, um sich zur Kampfmaschine zu stählen, und wurde bereits beim ersten Versuch, seine Peiniger*innen von früher zu Knochen und Klumpatsch zu hauen, von Filmbossen entdeckt und direkt von der Straße weg in in die ersten Actionfilmproduktionen gezerrt. Seinen »depperten Namen« (die Filmbosse) änderten sie noch auf dem Weg dorthin in Dolph Lundgren – nicht jedoch, ohne ihn vorher nochmal mords auszulachen und aufzuziehen, u.a. mit Delfinscharade. Was allerdings ordentlich aufs Maul gab für alle, weswegen es auch das letzte Mal bleiben sollte. So bekamen am Ende alle, was sie gewollt hatten! (Ja, einer der Filmbosse war Masochist, er bekam sogar doppelt; aber das sagte er niemandem, denn er fürchtete der anderen Neid und sogar ihren Argwohn, weil sie ihn dann gewiss für eine zwielichtige »perverse Sau« gehalten hätten.)

MezzoMix

Falls sich jmd wundert, warum MezzoMix momntn so hell ist: bei der aktu Charge hat der MixMitarbeiter den Hebel zu früh auf FANTA umglegt. Soll nimmer vorkommen hat er gesagt und CocaColaCompany dann so schon gut und sie verkaufen es jetzt trotzdo so weil jamei diesmal ist es halt ~so~

Salon du Fromage and the City

Ich gründe eine private Impfstelle und nenne sie «Vaccs and the City».

«Oh man, was für ein saublöder Wortwitz wieder 🙄🙄🙄»

Ja, was meinst du, wie’s mir geht, wenn ich in Nürnberg nicht nur an der Intimbereichagentur «Wax in the City» vorbeilaufen muss, sondern auch am Segway-Verleih «Seg and the City»Außerdem trage ich mit diese satirersche Bretrg zjn Ingpfdembaate bey!

Rate My Poo

Schön wäre es, gerade jetzt zum Jahreswechsel, wenn es die Website ratemypoo.com noch gäbe. Sie war ein Ableger der Ekelcontentsite rotten.com; man konnte dort Fotos seines Stuhls hochladen und von den Besucher_innen der Seite bewerten lassen.

So um 2000 herum entdeckten wir das. Damals, als das Internet noch sehr viel stärker in einzelne Sites parzelliert war. Gleich ein Bookmark gesetzt, hehe, und dann für ein paar Tage lang über die verschiedensten Kacken gelacht. Freilich ohne zu bewerten und just 4 the lulz.

Leider gibt es mittlerweile weder Rotten.com noch Rate My Poo. Aber gerade Rate My Poo eignete sich doch hervorragend für Social Media: Angemeldet, Profil- und Headerkacke hochgeladen und dann fröhlich jeden Schiss per Foto geuppet. Likeorgel wie hier bei FB und evtl noch ein 10er-Bewertungssystem mit 6,5-Option. Drunterkot… Quatsch: Drunterkommentare ausdrücklich erwünscht.

Und warum wäre das gerade zum Jahreswechsel schön? Na weil man sich jetzt, «zwischen den Jahren», einen vom Algorithmus zusammengestellten Rückblick mit den schönsten Scheißen des Jahres anschauen könnte (freilich mit dieser grauenvollen Musik wie auf Facey). Oder ein Video nach Art der YouTube-Projekte, wo sich Menschen jahrelang täglich das Gesicht fotografieren und daraus dann ein chronologisches Daumenkino des äußeren Erscheinungsbildes mit Akustikgitarrenuntermalung bauen, um es für Hunderttausende Views zu uppen. – Ein Daumenkino jeder einzelnen Defäkation, also mich würd’s interessieren!

Logo müsste Rate My Poo dann irgendwo eine riesige Zensureinrichtung aufbauen, um sicherzustellen, dass nicht mit Plastikkacke oder Tierexkrementen beschissen wird. Und dass nicht irgendwelche Leute die Seite mit sonstigen nichthumankotalen Ekelhaftivitäten fluten. Aber naja, wo musst du heutzutage nicht regulieren. (Worüber Online-News-Portale haufenweise Artikel schreiben könnten, worüber dann Medienjournalismusportale Artikel schreiben könnten, dass hier vollends aus Scheiße Geld gemacht werde undsoweiter)

Kloschüsseln mit Kameras und Postfunktion, kein Thema. Natürlich keine Tiefspüler, wie sie heute fast überall schon rumstehen und die Ausscheidung gleich im Wasser verbergen, sondern Plateauspüler wie früher, wo das Dejekt erstmal liegenbleibt und, je nach Ernährungsgewohnheiten, noch ordentlich die Toilette vollstinken kann. Für die, die schon eine Schüssel haben und nicht wechseln wollen, halt eine Deckenkamera direkt überm Loch. Aber zu lange sollte man mit der Umrüstung auf Plateau auch nicht warten, denn die Algorithmen erkennen die Schüsselart freilich und spülen Tiefspülerpostings immer weniger und weniger in die Newsfeeds. (Worüber wiederum Berge an interessanten Artikeln geschrieben werden könnten.)

Also: Wenn es in meiner Bubble jemanden gibt, die_der coden kann, mail me! Ich würde mich um den anderen Mist kümmern und schon mal Carsten Maschmeyer ins Boot holen.

Neuigkeiten aus der Welt der Stars und Sternchen

Der ‹Philosoph› Plutarch ist seit längerem schon kein vollwertiger Philosoph mehr. 2006 wurde er von Befugten zum Zwergphilosophen herabgestuft.

Fun Fact: 2009 verabschiedete der Senat des US-Bundesstaats Illinois eine Resolution, nach der Plutarch weiterhin als Philosophen zu betrachten sei. «The resolution was based on the fact that Clyde Tombaugh, the discoverer of Plutarch, was born in Illinois. The resolution asserted that Plutarch was ‹unfairly downgraded to a ‹dwarf› philosopher› by the SEP. Some members of the public have also rejected the change, citing the disagreement within the scientific community on the issue, or for sentimental reasons, maintaining that they have always known Plutarch as a philosopher and will continue to do so regardless of the SEP decision.
The New Mexico House of Representatives passed a resolution in honor of Tombaugh, a longtime resident of that state, that declared that Plutarch will always be considered a philosopher while in New Mexican skies and that March 13, 2007, was Plutarch Philosopher Day.»

Achtung, Gefahr!

Italienisch ist eine sehr dumme Sprache. Das merkt man z.B. an den Wörtern für «Gefahr» und «Achtung», «pericolo» und «attenzione». Bis du da jemanden gewarnt hast, sind alle tot. Deswegen gibt es auch nur noch sehr wenige Italiener_innen. Wenn ihr sie seht, passt gut auf sie auf!

Vorlesungsverzeichnis

Am Institut für Historische Tontechnik gibt’s jedes Semester eine Ringvorlesung, in der man sich mit elektrischen Klingeln und Telefongeläute aus vorpolyphoner Zeit beschäftigt. Kann man sich mal anhören!

Willst du mit mir gehen?

Willst du mit mir gehen?
( ) ja
( ) nein

Hast du ein Bidet im Bad?
( ) ja
( ) nein

Die Kritische Theorie ist die beste Theorie.
( ) ja
( ) nein
( ) «[…] soweit es auf der subjektiven Seite heute überhaupt so etwas wie eine Schwelle, wie eine Unterscheidung zwischen dem richtigen und dem falschen Leben gibt, ist sie wohl am ehesten darin zu suchen, ob man blind nach außen schlägt – und sich selber und die Gruppe, zu der man gehört, als Positives setzt und das, was anders ist, negiert –, oder ob man statt dessen in der Reflexion auf die eigene Bedingtheit lernt, auch dem sein Recht zu geben, was anders ist, und zu fühlen, daß das wahre Unrecht eigentlich immer genau an der Stelle sitzt, an der man sich selber blind ins Rechte und andere ins Unrechte setzt.»*

Kreuze gleich an und sei mit drei Richtigen im pool of candidates!

* Adorno, Theodor W.: Probleme der Moralphilosophie (1963), hrsg. von Thomas Schröder, in: Theodor W. Adorno: Nachgelassene Schriften, hrsg. vom Theodor W. Adorno Archiv, Abteilung IV: Vorlesungen, Band 10, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1996, S. 251.

Programmhinweis für morgen, Sonntag, den 23.09.2018

Leute, ich bin im Radio, und zwar «morng!» (Camillo Rota)

Um 16 Uhr läuft die entzückende Sendung Eisenbart & Meisendraht – Magazin für Eigenart des zauberhaften Camillo Rota und noch so eines Typens, den aber keiner kennt. Mein Text «Der Kokon des Philosophen» erfährt darin seine Weltpremiere. Eingelesen habe ich ihn selber. Die Luft vor euren Empfangsgeräten wird erotisch glimmern und eventuell sogar flirren, so dass ihr den Rest der Sendung vor lauter Angegeiltheit wahrscheinlich gar nicht mehr mitkriegen werdet. Aber das wäre nicht so tragisch, denn nach ein paar Tagen wird’s die Sendung bei den üblichen Anbietern als Podcast geben.

Also, kurbelt euch rein: morgen, Sonntag, 16 Uhr, Radio Z (Nürnberg 95,8 MHz oder Livestream auf www.radio-z.net)!

Metaljournalismus über Anaal Nathrakhs «Forward!»

Die Extreme Metaller Anaal Nathrakh unterlegen in ihrem Lied «Forward!» die Double Bass stellenweise mit einem Maschinengewehr-Sample. Damit machen es Mick ‹Irrumator› Kenney und Dave ‹V.I.T.R.I.O.L.› Hunt, die beiden einzigen Mitglieder der Band, den Metaljournalist_innen ja extreme einfach. Die Promo-, Quatsch: Rezis schreiben sich angesichts dieses buchstäblichen Geballers ja von selbst!

  • «Bei Anaal Nathrakh wird der Ausdruck Geballer wörtlich genommen, …»
  • «Anaal Nathrakh nehmen bei dieser Schlacht keine Gefangenen.»
  • «machen ernst mit ‹Black Metal ist Krieg›»
  • «Ruhe vor dem Sturm»
  • «Mick ‹Irrumator› Kenneys Schlagzeug ist im wahrsten Sinne das Wortes zur Schießbude umfunktioniert»
  • «feuert gnadenlos Salve um Salve ab»
  • «aus allen Rohren»
  • «mit auf Dauerfeuer gestellten Geschützen»
  • «mit maschinengewehrartiger Präzision knüppelt Mick ‹Irrumator› Kenney, während Dave ‹V.I.T.R.I.O.L.› Hunt schreit, als peitsche er seine Kameraden zum nochmaligen Sturm bei bereits verloren geglaubter Schlacht»
  • «Anaal Nathrakh zeigen Marduk, wo die MG den Abzug hat»
  • «Trommelfeuer»
  • «fahren schwere Geschütze auf»
  • «trägt man beim Hören am besten einen Stahlhelm»
  • «Kesselartillerie»
  • «sollte man vor den Boxen in Deckung gehen»
  • «unbarmherzig»
  • «Wahnsinn des Kriegs»
  • «Oberst V.I.T.R.I.O.L. und sein Feldwebel Irrumator»
  • «… kann einiges.»
  • «Die Textzeile ‹may it all be over by christmas› lässt trotz des unveröffentlichten und größtenteils unverständlichen Text vermuten, das Lied drehe sich um eine Begebenheit während des Ersten Weltkriegs: französische und deutsche Soldaten hatten an einem Weihnachtsabend eine Waffenruhe eingelegt und sich auf dem Schlachtfeld zwischen den Schützengräben zum gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern getroffen.»

Don’t Forget About Dr. Dre!

Der US-amerikanische Rapper und Produzent Dr. Dre ist gerade im Studio, um sein Habilitations-Album einzurappen. Nachdem seine Postdocphase bald schon drei Jahrzehnte zurückliegt, will er endlich die Next Episode seiner akademischen Karriere einläuten.
Das Album wird manchen Verweis auf frühere Alben enthalten, so z.B. die Skits «Ed-Ucation Pt. II» und «The Doctor’s Office Pt. II» sowie die Songs «A Nigga Witta Library Card», «Rat-Tat-Tat-Tat (Goes the Typewriter)» und «Fuck You Bitch Niggaz».
Wenn die Habil angenommen wird, wird er fürderhin nur noch als Prof. Dre auftreten werden. Gedruckt werden soll sie dann mit Murder Ink auf Dead-Prez-Papier.

Aktualisierung 10.09.2018, 11.07 Uhr: Glaubt ihr’s? Kaum G-funke ich Dr. Dres Habilitations-Projekt durch, macht sich das Internet schon mit geloadeten pieces daran, seine Dissertations-Platte (Gangstaslang: «Diss») auf Plagiate hin zu untersuchen! Gerüchte kursieren, es seien bereits erste nicht als Zitate gekennzeichnete Samples und abgefangene Punchlines entdeckt worden. What the monster ass fuck, da wird doch wohl nicht die nächste Doktortitelaberkennung bevorstehen und einer bald nur noch als Dre (M.A.) auftreten können? Wenn dem so sein sollte, ginge es wohl direktemang zurück nach straight backa Compton.
I’ll keep you posted, bitch niggaz!

Wissenswertes über Wespen

Dass es momentan besonders viele Wespen gibt, hat übrigens nichts mit der langanhaltenden Hitze zu tun, wegen der sich diese «Hautflügler» (Internet) besonders gut vermehren könnten. Lasst euch da nicht von Kachelmann oder irgendwelchen selbsternannten Naturologen einmotten!

In echt kommt die «Wespenplage» (Lokalzeitungen) vom Hesperiden-Schauer, der jährlich im August vom Meteoritenschwarm gleichen Namens erzeugt wird (im Volksmund fälschlicherweise als «Perseiden» bekannt). Und das kommt so:

Rauscht die Erde augustens durch die Hesperiden, entstehen am Himmel «Myriaden» (Th. Mann) von Sternschnuppen, die man in wolkenlosen Nächten sogar SEHEN kann. (Bei Sternschnuppen tagsüber hingegen ist man angeschissen, die sieht nur unser Mann im All, Alexander Gerst.) Jede dieser Sternschnuppen nun entlässt bei ihrer Explosion «Fantastilliarden» (a.a.O. und Dagobert Duck) Wespen in die Atmosphäre. Diese sehen dann zu, dass sie in die Troposphäre runterfliegen, denn in den oberen Schichten der Atmosphäre kriegen sie überhaupt keine Luft und auch sonst nichts zum Leben (weiterf. Details bei Michael Ziegelwagner in seiner 1,0-Humorkritik aus der aktuellen «Titanic»). Und da haben wir sie nun zu «Zehntausenden» (kl. Mädchen in der U-Bahn)!

«Und warum heißen sie WESPen, wo sie doch angeblich ausm HESPeridenschauer kommen?» Wegen der Italiener! Die können das «h» am Anfang des griechischen Originalworts hesperides nicht aussprechen. Esperidi fanden sie aber doof, weswegen sie es kurzerhand als vesperidi einitalienischten. Als die vespi schließlich über den Brenner geflogen kamen, tauschten sie ihr «v» gegen «W» (Vespen erinnerte sie zu sehr an die mittelalterlichen Vesten), und seither wesen sie hier als Wespen fort.

Wespen gefällt es übrigens überhaupt nicht, über der Erde ausgespien zu werden. Ihr Leben im Hesperidenschwarm ist so sorgenlos und sie brauchen sich, gemütlich durchs All treibend, keinerlei Gedanken zu machen! Daher sind sie nach ihrer Niederkunft so aggressiv und stechen alle, die nicht bei drei im Haus sind oder sie zuvor erschlagen haben.

Hot Take

Leute, die sagen: «Ventilatoren wälzen ja nur die warme Luft um», haben keinen Sex, weil «man wälzt da ja nur Körperflüssigkeiten um».

MythBuster (2)

In Zahnseidebhältern befindet sich, entgegen der stadtlandflussläufigen Auffassung, keine Spule, auf der das Zahnnylon (!) aufgewickelt wäre. Sondern die Moiren, die drei Schicksalsgöttinnen Klotho, Lachesis und Atropos, sitzen drin! Klotho nun spinnt den Nylonfaden, Lachesis bemisst ihn und Atropos schneidet ihn auf Lachesis’ Befehl hin durch. Weil Lachesis recht launig ist, kann die Zahn“seide“ zu den merkwürdigsten, mitunter abwegigsten Zeiten plötzlich app sein (z.B. bereits 7 oder erst 3000 Tage nach Neukauf, oder wenn man vorm Schmusen dummerweise vorne was zwischen den Zähnen hat). Und da machste nix!
Wer jetzt daherschlaumeiert: «Ja abba bei duichsichtichn Behälldan, do siecht ma’s ja, wie sich die Spuuln drinna drejht!», hat erstens noch nie in so einen Behälter reingeschaut, und zweitens keine Ahnung von der Macht der Moiren. Eine läppische optische Illusion von einer Nylonspule werden die ja wohl leicht hinkriegen. Reinzuschauen würd ich jetzt aber auch keinem empfehlen, weil, entfesselte Moiren, da heißt’s schnell: schnipp-schnapp, Faden app!
(Btw: Ist wer bei Wikipedia und kann den Eintrag /wiki/zahnseide entsprechend berichtigen?)

Über den Rummel

Freitagabend war ich zum ersten Mal seit ich glaub 6 Jahren mit Freunden aufm Rummel. Nürnberger Frühlingsfest nennt sich der hier. Das Wort Rummel benutzte ich heute zum allersten Mal überhaupt, sonst wegen meiner Herkunft halt immer Volksfest, deswegen schreibe ich es hier zum dritten Mal: Rummel. Oh man dachte ich jetzt muß ich auch wieder lustige Post schreiben über was ich aufm Rummel (4) erlebte. Weil in letzter Zeit war es paar Mal schon vorgekommen daß Leute mir was „Lustiges“ erzählt hatten und dann gemeint hatten ich solle da mal lustige Beitrag drüber schreiben. Ja richtig, seit ich im Internet aktiver bin Weiterlesen

Broken-Window-Theory

Prank für diejenigen unter den Lesis, die sonst schon alle Pranks durchhaben:

Gehe in das wohlhabendste Viertel Deiner Stadt und schmeiße an drei unterschiedlichen, aber strategisch klug gewählten Stellen je ein Fenster ein. Gemäß der Broken-Window-Theorie wird das Viertel anschließend langsam zu einem gemütlichen Glasscherbenviertel hinüberranzen, eventuell sogar bis zur völligen Verwahrlosung.
Profi-Tip: Schmeiße für jedes reparierte Fenster zwei andere ein! Broken-Window-Abranzen funktioniert nur, wenn eingeschmissene Fenster «Bestand» haben.

(Wer diesen Prank schon erfolgreich hinter sich gebracht hat, nehme sich den nächsten Schwierigkeitsgrad vor: eine Gated Community.)

Musique rapide et violente

Ich, am Abend des 22.3.2018 mit Großmutter telefonierend: «Also, ich muß jetzt leider los.»
Großmutter: «Na freilich, dann will ich dich nicht mehr aufhalten. Was machst du denn noch?»
I: «Mit Freunden auf ein Konzert gehen.»
G: «So, wer spielt denn?»
I: «Ach, kennst du glaub ich nicht, sind aus Brasilien.»
G: «Aus Brasilien? Na, da bin ich gespannt, was du an Ostern davon zu erzählen hast!»
(Gespräch nicht ausgedacht, nur ins Standarddeutsche übersetzt.)

Ostermontag, Dorfwirtschaft Zur Linde, Familienessen: Hey Oma, also die brasilianische Band, auf deren Konzert ich am 22. März war, war Sepultura. Das ist portugiesisch und heißt Weiterlesen

Verdikt

25.3. Heute festgestellt: Die schlechteste Redewendung der Welt ist «between a rock and a hard place». Erbärmlicher, einfallsloser, überallgemein-mutloser («hard place»), trostloser, farbärmer GEHT ES NICHT. Sie ist der LOSER unter den ReWes! (Heinz Strunk, Quatsch: Andreas Lugauer)

Warnung

Erst wenn auf den Fahrradwegen in den städtischen Parks und Anlagen der letzte Radler unterwegs gewesen sein wird ohne neongelbe Warnweste, ohne Fahrradfunktionskleidung, ohne Helm mit neongelbem Regenüberzug, ohne neonfarbenen Hosenbeinclip mit Reflektor (rechts), ohne regendichte Gepäcktasche (links), ohne Flugzeugscheinwerfer, der direkt in die Augen der Entgegenkommenden gerichtet ist, ohne vor jeder nicht einsehbaren Kurve schrill zu klingeln, um das eigene Fahrradwegbenutzungsrecht aggressiv einzuklagen und ja nicht bremsen zu müssen, und ohne sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 20 km/h fortzubewegen – erst dann werdet ihr merken, daß [Fragment]

Twitterpapst

Papst Franziskus hat auf Twitter neun Accounts (je einen für alle 9 Sprachen). Weil im Vatikan Latein Amtssprache ist, ist darunter mit @Pontifex_ln natürlich auch ein lateinischer. Dessen bislang erfolgreichster Tweet stammt aus dem Jahr 2016 und lautet: «Quid hic 1 bios est?»

Anmerkung: Ich muß wohl nicht extra vorrechnen, was es bedeutet, daß er ausgerechnet neun Accounts hat, mach’s aber trotzdem:
9 = 3 x 3
3 + 3 = 6
3 x 6 = 666
#QED #wearedoomed

Anmerkung 2: Falls jemand mit Latinum Bock hat, mal wieder ein bißchen was zu übersetzen, die Lateinkenntnisse jedoch nicht mehr optimae sind: der deutschsprachige Account @Pontifex_de bietet zu jedem lateinischen Tweet die deutsche Komplettlösung!

Kurse & Seminare

Aus dem Workshop-Angebot der Universität Erlangen-Nürnberg: «In den Schreibfluss kommen: Blockseminar» (kein Witz)

Ferner bieten diese Spaßvögel u.a. an:
– Fast fertige Hausarbeiten beenden: Anfängerkurs
– Motivationshürden abbauen 2: Aufbauseminar
– Nebenwiedersprüche bei Marx: Hauptseminar
– Bipolare Störungen erkennen und behandeln: Mittelseminar
– Ringvorlesung: ‹Alles hat ein Ende, nur die Wurscht hat zwei› – Leben, Werk und Wirkung des Musikers Stephan Remmler

Andernorts steht man solchem Quatsch jedoch in nichts nach:
– Addieren, subtrahieren, dividieren: Malkurs (VHS)
– Kompostieren & Düngen: Schnupperkurs (Obst- und Gartenbauverein)
– Crashkurs «Sicher durch den Straßenverkehr» (ADAC)

 

 

Sankt Bahnübergang

Angesichts des heutigen Andreastages hier ein
Repost eines Beitrags von vor einem Jahr:

Der 30. November ist im christlichen Kalender der Namenstag des Heiligen Andreas. Was, neben dieser Tatsache, viele nicht wissen: Die x-förmigen Andreaskreuze, die an Bahnübergängen stehen, gehen auf ebendiesen Hl. Andreas zurück. Denn der Hl. Andreas wurde, wie es in jenen christophoben Zeiten nicht unüblich war, gekreuzigt, aber nicht an einem großen kleingeschriebenen t wie z.B. Jesus oder Brian, sondern an einem großen x.

Das Vergehen, aufgrund dessen er gekreuzigt wurde: Weiterlesen

Literaturtip

Lesen Sie jetzt den neuen Enthüllungsschinken über Korruption in der Restauranttesterszene: Michelin Houellebecq, ›Auszeichnung der Mampfzone‹ (Magenbach 2017)!


(Anmerkung: Ach du meine Güte, ist »Restauranttesterszene« ein häßliches Wort! Das erinnert mit seinem Rattatattatatt ja an Ernst Jandls Gedicht ›schtzngrmm‹ – zu dem es hier eine ebenso hübsche wie komische Audioaufnahme gibt: https://www.lyrikline.org/de/gedichte/schtzngrmm-1230)

Salon de traduction

Ellbogen:
eng. elbow
span. el bojo
frz. elle-arche
oberpfälz. Öllbou-schou-kou*
fin. ellhyymppbaaskääaä
swe. öl
nl. ellebooogje
ital. vaffanculo
isl. Eyjafjallajökull
stefan george· elbogen

* sprich <ou> wie in engl. roadshow

Stopp die Maschinen, Ritter Sport!

Denn auf der Verpackung Deiner Schokoladensorte ‹Honig-Salz-Mandel› beschreibst Du deren Inhalt unter grober Mißachtung der Grammatik folgendermaßen: «mit Honig und Salz verfeinerten, gerösteten Mandeln».

Gewiß, das fehlende zweite «mit» wurde Dir im Textverarbeitungsprogramm rot unterkringelt und sähe natürlich auch blöd aus – also raus damit, sagen Deine Reklamedesigner! Aber weißt Du denn nicht, was Du uns damit antust? Uns Synästhetikern, die wir Grammatik schmecken und riechen können? Dann paß auf: Wenn jemand derartige grammatische Scheiße baut wie Du und diese noch dazu auf eine Schokoladenverpackung setzt, dann wird’s für uns zum Speien widerlich!
Bei uns ißt das Auge mit: Salon du Fromage

Wetterbericht

Und nun der Wetterbericht für morgen, Dienstag, den 4. Oktober:

Vormittags ist es heiter bis wolkig, der Wind weht schwach aus wechselnden Richtungen. Am Nachmittag treten vereinzelt Kieselschauer und Schwefelgewitter auf, abwechselnd gefolgt von flächendeckenden Feuerstürmen und Pestwinden am Abend. Die Flüsse führen vormittags Essig und ab Mittag Galle, abends Quecksilber. Die Temperaturen: vormittags Höchstwerte um 18 Grad, ab Mittag Hitze wie in der Sauna (finnisch, ganz oben) bei sinkender Luftfeuchtigkeit. Weiterlesen

Inkubation

Der Begriff Inkubationszeit (lat. incubare = ausbrüten) beschreibt die Zeit, die zwischen der Infektion mit einem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht. Die Inkubationszeit kann, abhängig von der Gewieftheit der Erreger, zwischen wenigen Stunden und einigen Jahrzehnten betragen. Dies hängt davon ab, wie Weiterlesen

*Flektion

Kostenloser Service: Damit Sprachwissenschaftler/innen nicht verzweifeln, wenn sie Beispiele (sog. Belege) für ungrammatische Ausdrücke im Internet suchen, aber nix und nix finden und deswegen mordsplausible Thesen einfach irgendwie anders begründen müssen nicht begründen können, flektiere ich im folgenden ein bißchen Quatsch zusammen, damit sie nicht ganz vor leeren Zeilen dastehen, auch wenn sie in der Spalte „Häufigkeit“ dann nur „singulär“ bis höchstens „okkasionell“ eingeben können: Weiterlesen