Zelteln

Bin froh, dass ich in meinem Leben wahrscheinlich nie wieder zelteln muss. Hab das früher manchmal im Garten, auf Festivals und mitunter im Urlaub gemacht und frage mich jetzt, warum ich mir das angetan habe. Was mich am Zelteln aufregt: (1) Dass es so ur unbequem ist, (2) das Zusammenrollen der Selbstaufblasbaren, das Stopfen des Schlafsacks, (3) das Einpacken des Zelts in den viel zu kleinen Tragesack, in den sie das Zelt in der Fabrik mit Maschinen mit Tausend Zentnertonnen Kraft reingepresst haben, (4) dass ich praktisch nie ein Kissen dabei hatte und immer einen Kapu o.ä. nehmen musste, (5) dass ich nie ein Zelt mit Tür vorne und hinten hatte und es in der Früh 1000 °C hat, weil man nicht auf Durchzug schalten kann, (6) das Geräusch, wenn jemand den Reißverschluss des Zelteingangs öffnet/schließt, (7) dass man ein Zelt nie so richtig sauber kriegt und innen immer irgend ein Dreck und Insekten ewig mitgeschleppt werden, (8) verbogene Heringe, (9) beim Eintrieb verbiegende Heringe, weil im „Erd“reich ein Stein kommt, (9) fehlende Heringe, (10) über Zeltschnüre stolpern, (11) dass das Außenzelt zumeist nicht ganz bündig auf dem Innenzelt liegt und es so leicht unsauber/nachlässig aufgebaut aussieht, (12) dass im Fußraum immer Kram rumliegt, (13) ich war nach keiner einzigen Zeltelnacht ausgeschlafen und/oder erholt,

Hinweis: zelten = niederbairisch zaitln (mit ai wie in engl. way)

Kurz notiert (120)

Gleichgültige Cartoonfiguren Teenage Mutant Nunja Turtles

*

Im autogenen Training gebe ich immer 120 %, damit ich in den autogenen Wettkämpfen alle besiegen kann

*

Besonders hervorgehoben im Orchester hat sich ein kontrastreicher Kontrastreicher

*

Philosophie: Gettier-Problem
Biologie: Getier-Problem
Medizin: Gëeiter-Problem
Iphigenie: Getaur-Problem

*

Gruselig: Ein Medium, das dich vom Sehen her kennt

*

22. April, Kalenderblatt

1724: in Königsberg wird Immanuel Kant geboren

1969: im Frankfurter Hörsaal 6 zeigen drei Studentinnen Theodor W. Adorno ihre nackten Brüste. Noch über 50 Jahre später wird in der z. B. FAZ das Wort »Busenattentat« stehen sowie die Thanatogenese, dieses unheilige Ereignis habe eine exitale Kausalkette in Gang gesetzt, an deren Ende Adorno am 6.8.69 stirbt

Arbeitszeugnis

»Das automatische Sonnenschutzrollo war stets bemüht und hat seine Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt. Wir bedanken uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.«

Was mein Leben reicher macht

Die Vorstellung, bei allen Beiträger*innen der ZEIT-Rubrik »Was mein Leben reicher macht« vorbeizufahren und ihnen eine Backpfeife zu geben für den bürgerlich-saturiert-distinktiven Mist, den sie allen Ernstes dort einsenden und der Woche für Woche auf der letzten ZEIT-Seite abgedruckt wird. (Note to self: Vielleicht auch mal in deren Redaktion Backpfeifen verteilen.)